EXIT EINSAMKEIT stellt Ideen vor

Schwätzbänkle in Freiburg: Platz nehmen und einfach mal plaudern!

In Freiburg laden Schwätzbänkle dazu ein, ins Gespräch zu kommen und Einsamkeit zu durchbrechen. Wer dort Platz nimmt, signalisiert Offenheit für Begegnung – vom Studierenden bis zur Seniorin.

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Stand

Von Autor/in Andrea Wieland

Wer in Freiburg mit anderen ins Gespräch kommen möchte, der setzt sich zum Beispiel aufs Schwätzbänkle. Antje Reinhard von der Stabsstelle Bürgerschaftliches Engagement erklärt, wie das funktioniert.

Markierte Sitzbänke signalisieren, dass hier niemand allein bleiben muss

Wer Platz nimmt, signalisiert Offenheit – für einen kurzen Austausch, eine kleine Geschichte oder einfach für ein freundliches Gespräch. „Schon ein kurzer Plausch kann das Gefühl von Einsamkeit durchbrechen“, betont Antje Reinhard. Besonders wichtig sei dabei, dass sich hier Menschen aus unterschiedlichen Altersgruppen begegnen können – vom Studierenden bis zur Seniorin.

Die Idee stammt aus Großbritannien

An einfache Parkbänke Schilder mit der Aufschrift "Happy Chat Benches" zu hängen - diese Idee aus dem Südwesten Englands findet hierzulande immer mehr Nachahmer. Seit Juni 2024 stehen die Schwätzbänkle auch in Freiburger Parks, vor Seniorenheimen oder Stadtteiltreffs. Einige davon wurden neu installiert, andere wurden im Rahmen gemeinsamer Aktionen mit Bürgerinitiativen zum Schwätzbänkle umbenannt. Eine interaktive Online-Karte zeigt über 20 Standorte, und bereits jetzt ist klar: Weitere sollen folgen.

Im Mai läuft die „Woche der Schwätzbänkle“

Vom 19. bis 23. Mai gibt es Lesepicknicks, Erzählcafés, Bewegungsangebote und kleine Spontankonzerte werden organisiert – direkt an den Bänken, betreut von Ehrenamtlichen. Die Aktionen sollen Aufmerksamkeit schaffen, Schwellen abbauen und dazu einladen, das Projekt aktiv zu erleben.

Bürgerschaftliches Engagement erwünscht

Mitmachen können alle – wer zum Beispiel eine besondere Begegnung erlebt hat, kann diese an die Stadt Freiburg zurückmelden. Stadtteilvereine suchen zudem Freiwillige, die als Bankpat*innen auch immer mal wieder Treffen an den Bänken organisieren. Und auch bei beschädigten Schildern oder defekten Bänken hilft eine kurze Rückmeldung an die Stadt weiter.

Die Bank solle nicht nur zum Reden einladen

Die Rückmeldungen seien ermutigend, berichtet Antje Reinhard. Allein die Aktion - eine neues Schwätzbänkle zu eröffnen - sei jedes Mal ein Gemeinschaftswerk, was wieder neue Kontakte, neue Netzwerke ermöglicht, erzählt sie.

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