Fußball-Bundesliga

"Bitter trifft's gut": Mainz 05 lässt Sieg gegen Bremen liegen

Alles war angerichtet für die überfällige Heimsiegpremiere der Mainzer und den lang ersehnten Dreier. Gegen Bremen überzeugte Mainz rund 70 Minuten - und musste am Ende dennoch schlucken.

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Stand

Der erste Punkt im eigenen Stadion ist eingefahren – doch trotz eines Achtungserfolgs gegen Werder Bremen wartet der 1. FSV Mainz 05 weiter auf den ersehnten Befreiungsschlag in der Fußball-Bundesliga. Die Rheinhessen trennten sich am Samstagnachmittag von den Norddeutschen 1:1 (1:0), mussten dabei einen späten Ausgleich verkraften und stecken weiter tief in der Abstiegszone fest, nachdem das Team von Trainer Bo Henriksen zuvor viermal in Folge verloren hatte.

Mainz-Stürmer Hollerbach: "Müssen mit drei Punkten nach Hause gehen"

"Das war nicht gut für die Jungs. Sie haben heute alles probiert und alles gegeben und ich bin sehr stolz auf diese Leistung", sagte Henriksen im Anschluss an die Partie sichtlich enttäuscht darüber, dass seine Spieler sich nicht belohnen konnten. Immerhin: Dank des Treffers von Silvan Widmer (36.) konnte Mainz nach zuvor vier Heimpleiten erstmals in dieser Saison vor den eigenen Fans punkten, doch der für Bremen erfolgreiche Jens Stage (86.) verpasste den Gastgeber in der Schlussphase einen Stimmungsdämpfer.

"Bitter trifft's sehr gut. Wir müssen hier heute mit drei Punkten nach Hause gehen", stellte Mainz-Stürmer Benedict Hollerbach nach der Partie klar. "Es ist toll, dass wir so viel laufen und investieren, das ist eine klare Stärke von uns, aber davon kannst du dir nichts kaufen."

Die Nullfünfer zeigten von Beginn an den geforderten Mut. Allerdings gehörte die erste Großchance der Partie den Bremern. Marco Grüll schloss nach einem Diagonalpass von Romano Schmid zu zentral ab (13.). Die Mainzer schnupperten in der 24. Minute erstmals an der Führung: Phillipp Mwene scheiterte mit einem gefühlvollen Distanzversuch an der Latte. 

Erster Saisontreffer: Abwehrmann Widmer bringt den FSV in Führung

Die Gastgeber überzeugten durch bissiges Zweikampfverhalten, Henriksen gab von der Seitenlinie den emotionalen Einpeitscher - und sah dann den verdienten Führungstreffer für sein Team: Aus kurzer Distanz scheiterte Widmer zunächst am glänzend reagierend Werder-Keeper Mio Backhaus, den zweiten Versuch jagte der Mainzer Kapitän dann kompromisslos ins Netz. Erst nach diesem Rückschlag gelang es Bremen, die Passivität abzulegen, gefährlich wurde das Team von Trainer Horst Steffen bis zum Pausenpfiff allerdings nicht.

Bremen nutzt Mainzer Passivität spät aus

Daran änderte sich auch nach Wiederbeginn nichts. Im Gegenteil: Das Spiel kannte weiter nur eine Richtung, einen Kopfball von Lennard Maloney klärte Werder-Verteidiger Amos Pieper im letzten Augenblick auf der Linie (47.). Kurz darauf setzte Benedict Hollerbach zum Solo an, bei seinem Schuss aus spitzem Winkel bekam Backhaus noch gerade rechtzeitig die Beine zusammen (52.).

Bremen ließ Tempo und Überzeugung vermissen - und doch hatte der eingewechselte Justin Njinmah plötzliche die dicke Chance zum Ausgleich, allerdings schoss er frei vor Mainz-Keeper Robin Zentner knapp am Tor vorbei. Werder schöpfte neuen Mut und belohnte sich mit Stages Treffer. 

Mainz 05 aktuell schwächstes Heimteam der Liga

"Die erste Stunde waren wir sicher das bessere Team, danach leider nicht mehr. Ich finde dennoch, dass wir ein gutes Spiel gezeigt haben, was Intensität, Wille, Bereitschaft und Zweikampfhärte angeht", fasste Mainz-Torschütze Widmer zusammen. "Klar, der Dämpfer kurz vor Schluss tut sehr weh, aber es ist der richtige Weg. Wenn wir so spielen wie die erste Stunde, dann werden wir noch einige Spiele gewinnen." Das ist aus Sicht der Rheinhessen auch dringend notwendig, denn nun liegt der FSV als Tabellensiebzehnter auf einem direkten Abstiegsrang.

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Nullfünfer dürfen auf Europa-Euphorie hoffen

Für Bo Henriksen ist die aktuelle Tabellenposition jedoch noch kein Grund, nervös zu werden: "Es sind drei Punkte zum zwölften Platz, das ist auch ein Teil der Geschichte. Wenn wir es so schnell wie möglich schaffen, drei, vier Spiele zu gewinnen, habe ich ein gutes Gefühl", so der Mainz-Coach optimistisch.

Am nächsten Bundesliga-Spieltag geht es für die Nullfünfer zum Tabellensechsten nach Frankfurt, doch zuvor ist Mainz wieder in der Conference League gefragt - und da lief es bislang ziemlich gut: Mit zwei Siegen aus zwei Spielen im Rücken könnte den Rheinhessen beim Heimspiel gegen den AC Florenz am Donnerstag eventuell die Generalprobe gelingen für den überfälligen Dreier in der Liga.

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Lena Bergmann
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