Bei der Hoffenheimer Pressekonferenz gab es am Freitagnachmittag im Zuzenhausener Trainingszentrum leichte Licht- und Stromprobleme. "Wir hoffen", reagierte Trainer Christian Ilzer mit einem ironischen Lächeln ganz entspannt auf die Situation zwischen Hell und Dunkel, "dass wir am Samstag gegen Mainz kein Energie- und Stromproblem haben".
Ausgangsposition noch immer hervorragend...
Die Metapher des TSG-Coaches passt durchaus auf die aktuelle Situation seiner Mannschaft. Sozusagen auch zwischen Hell und Dunkel. Einerseits ist da die nach wie vor hervorragende Ausgangsposition vor dem Endspurt der Saison und dem 28. Spieltag mit Tabellenplatz fünf und satten 50 Punkten. Das wäre am Ende die Qualifikation für die Europa League.
...aber in fünf Spielen nur noch ein Sieg
Andererseits aber hatten die Hoffenheimer zuletzt - um metaphorisch im Bild zu bleiben - durchaus mit einem leistungsmäßigen Blackout zu kämpfen: Nur ein Sieg und lediglich fünf Punkte aus den letzten fünf Bundesligaspielen, darunter eine Heimpleite gegen St. Pauli und ein derbes 0:5 in Leipzig, haben die Kraichgauer von Champions-League-Platz drei auf den Europa-League-Platz fünf zurückgeworfen.
Nur noch wenig war in den vergangenen Wochen zu sehen von der Leichtigkeit der Vorrunde und den ersten Partien im neuen Jahr im schnellen Offensivspiel der TSG. Das Toreschießen und damit das Siegen fällt augenscheinlich sehr schwer. Statt mit Starkstrom unterwegs zu sein, wirkte das Team zuletzt zunehmend antriebslos. Akku leer?
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Akku wieder voll gegen Mainz 05?
Gespannt wie ein Flitzebogen warten die Hoffenheimer Fans jetzt auf den ersten Auftritt nach der Länderspielpause am Samstag (15:30 Uhr) im Südwest-Duell gegen Mainz 05 und ob die Akkus dann endlich wieder ausreichend gefüllt sind. Aber aufgepasst, die Mainzer zählen nicht unbedingt zu den Lieblingsgegnern der TSG. Immerhin 15 Bundesligasiege gelangen den 05ern bislang gegen Hoffenheim, gegen kein Team in ihrer Erstklassigkeit waren es mehr. "Da wartet eine große Herausforderung auf uns", sagte Christian Ilzer, "da kommt ein sehr formstarker Gegner".
Komplimente an Urs Fischer
Komplimente verteilte der TSG-Coach vor allem an seinen Gegenüber Urs Fischer. Der neue Mainz-Coach hat die Rheinhessen seit Weihnachten wieder voll auf Kurs gebracht und von Platz 18 auf Rang elf geführt: "Mit seiner souveränen Art und Weise, mit seiner Erfahrung und der Struktur, die er hereingebracht hat", so Ilzer, "hat er die Mannschaft zu alter Stärke zurückgeführt".
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16. Saisonsieg würde den TSG-Rekord einstellen
Mit einem Dreier gegen die Rheinhessen würden die Hoffenheimer einen eigenen Bundesligarekord einstellen. Es wäre dann der 16. Sieg in einer laufenden Runde, das gelang der TSG bislang erst einmal: In der Saison 2016/17 unter dem damaligen Trainer Julian Nagelsmann. Damals hatte das Team übrigens zum gleichen Zeitpunkt 51 Punkte auf dem Konto, also einen Zähler mehr als jetzt. Das zeigt aber auch einmal mehr, wie gut Hoffenheim aktuell noch immer dasteht. Trotz der jüngsten Schwächeperiode.
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Christian Ilzer: "Jetzt ist Erntezeit"
Einen weiteren Blackout, wie zuletzt in Leipzig, soll es nicht mehr geben: "Jetzt ist Erntezeit", sagte Christian Ilzer, "jetzt gewinnt die Tabelle von Spiel zu Spiel noch mehr an Bedeutung." Wenn bis Saisonende keiner mehr seinen Jungs den "Saft" abdreht, stattdessen neue Energie fließt, dann könnte es im Kraichgau doch noch was werden mit dem Traumziel Champions League.