Nach internen Turbulenzen

Neuer Präsident und neuer Torjäger für die TSG Hoffenheim

André Kreuzwieser ist zum neuen Vereinspräsidenten der TSG Hoffenheim gewählt worden. Der Software-Unternehmer tritt die Nachfolge des zurückgetretenen Jörg Albrecht an und hat vor allem ein Ziel mit der TSG.

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Von Autor/in Kersten Eichhorn

Die Mitglieder haben entschieden: Nach Monaten des Machtkampfs will die TSG Hoffenheim unter der Führung von André Kreuzwieser zur Ruhe kommen. Der 45 Jahre alte Unternehmer wurde bei der Mitgliederversammlung am Montagabend in der Sinsheimer Arena mit großer Mehrheit zum Ersten Vorsitzenden beim Mutterverein des Fußball-Bundesligisten gewählt.

Mit 759 Stimmen setzte André Kreuzwieser sich gleich im ersten Wahlgang deutlich gegen seine beiden Mitbewerber Florian Beil (126 Stimmen) und Uwe Heiss (122 Stimmen) durch. "Ich bin überwältigt von dem Zuspruch. Ich bin mir der Verantwortung bewusst", sagte der neue Klubchef.

Kreuzwieser: "Es muss wieder Ruhe einkehren"

Seit 40 Jahren ist André Kreuzwieser TSG-Mitglied. Er spielte bereits als Jugendlicher für den Verein, später auch in der Verbandsliga. Intern gilt er als "waschechter Hoffenheimer". Mit der TSG hat der Software-Unternehmer zunächst vor allem ein Ziel: "Endlich wieder Ruhe in den Verein bringen“, so Kreuzwieser bei der Zusammenkunft auf der Gegentribüne der Sinsheimer Arena am Montagabend, bei der neben 1.150 abstimmungsberechtigte Mitgliedern auch Gesellschafter Dietmar Hopp vor Ort war.

TSG verpflichtet Schweizer Alessandro Vogt

Vor der Wahl gab es außerdem bereits eine sportliche Entscheidung zu verkünden: Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker gab den ersten Neuzugang für kommende Saison bekannt. Vom FC St. Gallen kommt der Schweizer Torjäger Alessandro Vogt. Der 21-Jährige schoss bereits 14 Tore in dieser Saison in der Schweizer Liga.

Hoffenheims künftiger Torjäger Alessandro Vogt
Hoffenheims künftiger Torjäger Alessandro Vogt

"Alessandro ist ein wuchtiger, athletischer Mittelstürmer mit ausgeprägtem Torinstinkt und einer hohen Abschlussgefahr. Wir sind überzeugt, dass er den nächsten Schritt bei uns gehen kann und freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit", sagte Schicker. Damit geht die TSG weiter den Weg, talentierte Spieler frühzeitig an den Club zu binden.

Sport-Geschäftsführer Schicker: "Kein Kasperletheater mehr"

Sportlich läuft es für die Kraichgauer so gut wie noch nie. Nach dem Fast-Abstieg in der Vorsaison liegt die Mannschaft derzeit überraschend auf Kurs Richtung Champions League. Ein Grund mehr, die Unruhe rund um die Vereinsführung endlich zu begraben, wie Andreas Schicker in seiner Ansprache betonte: "Es war nicht zu erwarten, dass wir nach dem schwierigen letzten Jahr jetzt die beste Saison der Hoffenheimer Bundesliga-Geschichte spielen." Das "Kasperletheater im Umfeld des Vereins" müsse daher aufhören, denn man könne "sportlich Geschichte schreiben und ganz Großes erreichen", so Schicker.

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Jörg Albrecht war im November zurückgetreten

Neuwahlen waren notwendig geworden, weil Ex-Oberbürgermeister Jörg Albrecht Mitte November letzten Jahres nach nur 14 Monaten als Vereinsoberhaupt überraschend sein Amt aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung gestellt hatte. Albrechts Interims-Nachfolger Christoph Henssler wiederum, vormals Zweiter Vorsitzender der TSG, trat nach den Turbulenzen um eine mögliche Abberufung von Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker am 9. Februar zurück.

Daraufhin hatte sich Ex-Präsident Albrecht zurückgemeldet und gemeinsam mit dem Dritten Vorsitzenden Frank Engelhardt den Verein übergangsweise bis zur Mitgliederversammlung an diesem Montag zu führen, damit der e.V. mit zwei Präsidiumsmitgliedern juristisch handlungsfähig bleiben konnte.

Neben einem neuen Präsidenten haben die Mitglieder der TSG Hoffenheim an diesem Montagabend auch einen neuen Zweiten Vorsitzenden für den zurückgetretenen Henssler gewählt. Von den sieben Kandidaten setzte sich Florian Beil durch.

Der neue Einfluss des TSG-Vorstands

24 Jahre lang, zu Zeiten des 2020 leider früh verstorbenen langjährigen Vorsitzenden Peter Hofmann, war die Präsidentenwahl bei der TSG Hoffenheim eher Formsache. Hofmann hatte das Präsidentenamt seit 1996 inne. Neue Dynamik bekam das Amt des Ersten Vorstands dann allerdings, nachdem Mäzen und Mitgesellschafter Dietmar Hopp 2023 seine von der DFL genehmigten Stimmenmehrheit an den e.V., also an den Verein TSG Hoffenheim zurückgegeben hatte, der dadurch wiederum zum Hauptgesellschafter wurde und mit seinem Präsidenten entsprechend an Macht und Einfluss gewann.

Mit der Wahl der neuen Vereinsführung hoffen viele Mitglieder und Fans endlich wieder auf ruhigere und harmonischere Zeiten auf der Führungsebene des Bundesligisten aus dem Kraichgau.

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Kersten Eichhorn