Nach Sieg in Heidenheim

TSG Hoffenheim: Kurs Champions League - und vor einer richtungsweisenden Wahl

Mit dem Sieg in Heidenheim kommt die TSG Hoffenheim der Champions-League-Teilnahme näher. Nun rückt eine andere Entscheidung in den Fokus.

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Stand

Dieser Sieg kommt für den Champions-League-Traum der TSG Hoffenheim ebenso zur rechten Zeit wie für die richtungsweisende Mitgliederversammlung. Mit dem torreichen 4:2 (2:0) beim Tabellenletzten 1. FC Heidenheim beendeten die Kraichgauer nach zwei sieglosen Spielen ihre kurze Schwächephase in der Bundesliga. Der Blick richtet sich nun auf die Wahl des Vereinsvorsitzenden am Montagabend (18 Uhr).

Schicker freut sich auf Ruhe in Hoffenheim

Das sei natürlich "eine wichtige Entscheidung für den Verein", sagte Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker auf die Frage nach seiner Anspannung vor dem heiklen Wochenstart. "Ich kann es am Ende eh nicht beeinflussen, aber ich bin ehrlicherweise schon froh, wenn da wieder Klarheit herrscht."

Wegen der Führungskrise hatte rund um den Verein reichlich Unruhe geherrscht. Nach der Trennung von drei Geschäftsführern in den vergangenen Monaten sollte sogar Erfolgsmanager Schicker aus dem Amt gedrängt werden, mit dem die TSG der Königsklassen-Qualifikation entgegenstrebt.

Ehemaliger Hoffenheim-Ultra wollte Hopps Einfluss zurückdrängen

Als treibende Kraft des Führungsumbaus galt Interimspräsident Christoph Henssler, der vor einem Monat zurücktrat. Der aus der Ultra-Szene stammende Funktionär wollte die Einflussnahme von Mäzen Dietmar Hopp bremsen. "Wir werden dann auch in der nächsten Woche schon in den Austausch gehen, weil es einfach wichtig ist, was die Zukunft angeht", sagte Schicker über anstehende Gespräche mit dem neuen Vorsitzenden.

Hoffenheim

Fußball | Bundesliga Schicker gewinnt Machtkampf bei TSG Hoffenheim

Andreas Schicker scheint den Machtkampf bei der TSG 1899 Hoffenheim gewonnen zu haben. Am Montag teilte der TSG-Vorstand mit, dass Schicker Geschäftsführer bleiben wird.

Bislang habe er sich mit den drei Kandidaten Uwe Heiss, Florian Beil und André Kreuzwieser nicht ausgetauscht, sagte der Österreicher: "Aber natürlich ist Hoffenheim nicht so groß, da läuft man sich einmal über den Weg."

Hoffenheim ist klar auch Champions-League-Kurs

Sportlich festigten die Kraichgauer auch ohne den an einem Infekt erkrankten Cheftrainer Christian Ilzer den dritten Tabellenrang - auch wenn sie in Heidenheim nicht vollends überzeugten. Nach dem 2:2 in Köln und dem 0:1 gegen den FC St. Pauli hätten bei einem weiteren Dämpfer Zweifel aufkommen können, ob die TSG ihren Weg halten kann.

Auch in Heidenheim zeigten sich die Kraichgauer anfällig. Doppelpacker Alexander Prass hatte schon zur Pause mit seinen beiden Toren für die nur vermeintlich beruhigende Führung gesorgt. Auch das 3:0 von Fisnik Asllani kurz nach dem Wechsel brachte noch nicht die Entscheidung. Die TSG hatte angesichts eines aberkannten FCH-Treffers und eines Beinahe-Eigentors Glück, dass nur die zwei Tore von Luca Kerber fielen. Tim Lemperle erzielte den vierten Treffer.

Doppelpacker Prass freut sich auf den Europapokal

Es hätte auch "noch mal richtig eng" werden könnte, gab Prass zu. Aus seinen Europapokal-Träumen machte er keinen Hehl. "Ich glaube, wenn ein Spieler von uns jetzt sagen würde, wir beschäftigen uns nicht damit oder das ist nicht unser Ziel, wird er lügen. Ich glaube, der André (Kramaric) hat es ein paar Mal schon ganz deutlich gesagt, was wir wollen." Kramaric hatte schon vor Wochen formuliert, dass die TSG "ganz klar" in die Champions League möchte.

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Michael Richmann
Michael Richmann ist Sportredakteur, Podcast- und Feature-Autor für SWR Sport und SWR Kultur.

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