Fußball

"Alles richtig gemacht": VfB-Stürmer Deniz Undav setzt Schlusspunkt hinter turbulente Woche

Deniz Undav setzt mit seinem Siegtreffer für den VfB Stuttgart im Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 den Schlusspunkt hinter eine für ihn ereignisreiche Woche. Nach dem Match zeigt sich der Angreifer erleichtert.

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Von Autor/in Johann Schicklinski

Als die Jubeltraube sich auflöste und die Spieler des VfB Stuttgart zurück in Richtung eigene Hälfte trabten, da blieb Deniz Undav noch einmal kurz stehen. Der Stürmer drehte sich zur Cannstatter Kurve, wo die treuesten Fans des DFB-Pokalsiegers stehen, legte die Hände an beide Ohren und genoss die Ovationen der Anhänger. Von Undav dürfte in diesem Moment einiges abgefallen sein, in seinem Gesicht spiegelten sich Stolz, aber auch Trotz und Genugtuung.

VfB-Stürmer Deniz Undav genießt "seinen Moment" vor den Stuttgarter Fans in der Cannstatter Kurve.
VfB-Stürmer Deniz Undav genießt "seinen Moment" vor den Stuttgarter Fans in der Cannstatter Kurve. Jan Hübner

Kurz zuvor hatte der Angreifer den 2:1-Siegtreffer für den VfB gegen den 1. FSV Mainz 05 erzielt. Der erste Saisontreffer für den 29-Jährigen, sein erstes Pflichtspieltor überhaupt seit dem DFB-Pokalfinale Ende Mai gegen Arminia Bielefeld (4:2 für Stuttgart).

Undav ist auf dem Weg zu alter Form, nachdem er sich am zweiten Bundesliga-Spieltag Ende August im Heimspiel gegen Mönchengladbach (1:0) das Innenband im Knie angerissen und daraufhin sechs Wochen gefehlt hatte.

Die Zusammenfassung der Partie VfB gegen Mainz 05 im Video:

Deniz Undav: "Im letzten Moment umentschieden"

Undav war die Erleichterung über sein Siegtor nach der Partie im Gespräch mit SWR Sport anzumerken. "Alexander Nübel (VfB-Torwart, Anm. d. Red.) schlägt den Ball weit, ich habe spekuliert, dass er irgendwie durchkommt und habe dann im Endeffekt Glück, dass ich ihn auch rein mache", so der Stürmer.

"Ich hatte keine Zeit nachzudenken. Der einzige Gedanke in meinem Kopf war, dass mein Gegenspieler mich nicht kriegt. Im letzten Moment habe ich mich dann für einen Lupfer entschieden - alles richtig gemacht", erzählte Undav weiter.

Undav war froh, dass er gegen Mainz in der Anfangsformation stand und dass er bis zum Schlusspfiff durchgehalten hatte: "Das Spiel über 90 Minuten war körperlich wichtig für mich." Er gestand aber auch: Um wieder mit 100 Prozent spielen zu können, brauche er "noch ein, zwei Spiele mehr über 90 Minuten". In den Englischen Wochen mit Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League wird er vom rotationsfreudigen VfB-Trainer Sebastian Hoeneß sicher weitere Gelegenheiten dazu erhalten.

Schlusspunkt hinter eine turbulente Englische Woche

Sein Treffer gegen die Rheinhessen bedeutete für Undav aber auch den Schlusspunkt hinter eine turbulente Englische Woche. Im Europa-League-Spiel bei Fenerbahce Istanbul (0:1) war der 29-Jährige zwar nur eingewechselt worden und hatte keine Hauptrolle mehr gespielt, aufgrund seiner kurdisch-jesidischen Wurzeln hatte es rund um das Match aber massivsten Hass und Hetze gegen seine Person gegeben.

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VfB- und Nationalspieler Deniz Undav sieht sich aufgrund seiner kurdisch-jesidischen Wurzeln Hass und Hetze ausgesetzt. Am Donnerstag erreichten die Anfeindungen einen Höhepunkt.

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Anfeindungen, die auch eine Frohnatur wie Undav nicht so leicht wegsteckt. Bereits vor dem Spiel hatten sich die Stuttgarter Fans mit ihrem Angreifer solidarisiert - und nach dem Tor schien eine große Last vom Stürmer abgefallen zu sein.

"Deniz, wir stehen hinter dir!": Die Fans des VfB Stuttgart drücken ihre Unterstützung aus
"Deniz, wir stehen hinter dir!": Die Fans des VfB Stuttgart drücken ihre Unterstützung aus Sportfoto Rudel

Für Undav soll es nun so weitergehen - genau wie für den VfB Stuttgart, der nach dem fünften Bundesligasieg in Serie weiter auf Rang drei steht. "Das gibt uns Selbstvertrauen. Auch für den Mittwoch, da wollen wir im DFB-Pokal eine Runde weiterkommen." Da geht es für die Schwaben erneut gegen den FSV Mainz 05 - diesmal in Rheinhessen.

Möglicherweise mit Undav in der Startelf? Für den Stürmer nicht so wichtig, der Mannschaftserfolg zähle. "Wir sind gewappnet und wissen, was auf uns zukommt", blickte er bereits voraus.

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