Nach dem Aufstieg der Hamburger in die 1. Bundesliga, gibt es endlich das Duell: VfB gegen HSV. Für Ermedin Demirovic ist das Bundesliga-Spiel gegen den Hamburger SV am Sonntag ein besonderes Spiel. In der Hinrunde musste der Stürmer gegen seinen Jugendklub noch verletzungsbedingt passen, nun steht für ihn das erste Bundesliga-Pflichtspiel gegen den HSV an. Für den VfB-Stürmer ist es damit weit mehr als nur ein Duell mit einem Traditionsverein, denn mit Hamburg und dem HSV verbindet ihn ein großer Teil seiner eigenen Fußballgeschichte.
Die Anfänge beim HSV
Der HSV war für Demirovic nicht nur ein Jugendverein, sondern der Ort, an dem seine Fußballkarriere begann. Er wurde in Hamburg geboren, wuchs dort auf und lernte beim HSV das Fußballspielen. Im Nachwuchsleitungszentrum des Clubs durchlief er fast alle Jugendmannschaften und spielte von 2004 bis 2014 für den Verein, bevor er zur Saison 2014/15 in den Nachwuchs von RB Leipzig wechselte. Der HSV war damit über Jahre sein sportliches Zuhause. Dort legte Demirovic die Grundlagen für seine spätere Karriere. Nun trifft er als Profi des VfB Stuttgart erstmals in der Bundesliga auf seinen früheren Club.
Dass dieses Wiedersehen heute in der Bundesliga stattfindet, war allerdings keineswegs selbstverständlich, denn der Karriereweg von Demirovic lief alles andere als gradlinig. Er schaffte es nicht auf direktem Weg vom Jugendfußball in Hamburg in die Bundesliga, sondern musste sich seinen Platz über mehrere Stationen und einige Umwege hart erarbeiten.
Über Spanien, Frankreich und die Schweiz zurück in die Bundesliga
Nach seiner Zeit in Leipzig zog es den 28-Jährigen 2017 nach Spanien zu Deportivo Alavés. Dort sammelte er erste Erfahrungen im Profifußball und spielte sowohl für die erste Mannschaft in der LaLiga als auch für die zweite Mannschaft in der 4. spanischen Liga. Der große Durchbruch gelang ihm dort jedoch nicht. Stattdessen folgten weitere Leihstationen, in Frankreich bei Sochaux-Montbéliard und in Spanien bei UD Almería. Wirklich angekommen war Demirovic in dieser Phase noch nicht, auch wenn er wichtige Spielpraxis sammeln konnte und sich in verschiedenen Ligen behaupten musste. Erst in der Schweiz nahm seine Karriere richtig Fahrt auf. Beim SC St. Gallen wurde er Stammspieler, Leistungsträger und Torjäger. Mit 14 Toren in 28 Spielen zeigte Demirovic gute Leistungen in der Super League und machte so auf sich aufmerksam.
2020 folgte der Wechsel zum SC Freiburg und damit der Schritt in die Bundesliga. Dort etablierte er sich auf hohem Niveau und entwickelte sich weiter zu einem Angreifer, der nicht nur mitarbeitet, sondern auch verlässlich Tore schießt. Nach zwei Jahren ging es dann weiter zum FC Augsburg. Seit 2024 spielt er nun beim VfB Stuttgart, wo er bei seiner bislang erfolgreichsten Station in seiner Karriere angekommen ist. Mit dem VfB gewann er in der Saison 2024/25 den DFB-Pokal und spielte Champions League. In dieser Saison ging es ins Europaleague Achtelfinale und in der Bundesliga steht er aktuell mit dem VfB auf Platz 4.
Für Stuttgart zählt am Sonntag vor allem der Sieg. Für Demirovic ist das Duell mit dem HSV aber auch ein emotionales Spiel und eine Reise zurück in seine fußballerischen Anfänge.