Nach drei aberkannten Treffern

VfB-Stürmer Ermedin Demirovic frustriert: Du darfst schon gar nicht mehr jubeln"

Ermedin Demirovic ist frustriert: In drei Tagen hat der Stürmer dreimal für den VfB Stuttgart getroffen - doch keiner der Treffer zählte.

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Von Autor/in Michael Richmann

Ermedin Demirovic verstand die Welt nicht mehr. Der Stürmer hatte beim wilden 3:3 (2:2) des VfB Stuttgart bei Schlusslicht 1. FC Heidenheim vermeintlich zum zwischenzeitlichen 2:1 und 3:2 für den aktuellen DFB-Pokalsieger getroffen - doch beide Male wurden die Tore nach Videobeweis aberkannt. "Extrem bitter", sagte der 27-Jährige im Interview mit SWR Sport.

Demirovic bekam drei Tore in drei Tagen aberkannt

Schon beim 4:1 in der Europa League bei Celtic Glasgow am Donnerstag stand Demirovic für einen kurzen Moment auf der Anzeigetafel und wurde nach VAR-Intervention wieder gestrichen. "Da hast du so das Gefühl: Wenn du ein Tor machst darfst du schon gar nicht mehr jubeln, denn immer ist irgendwas."

In Heidenheim war es doppelt bitter. Denn das Foul von Maximilian Mittelstädt an Heidenheims Eren Dinkci im Stuttgarter Strafraum bedeutete nicht nur, dass Demirovics Treffer wieder zurückgenommen wurde, sondern dass Arijon Ibrahimovic Heidenheim stattdessen vom Elfmeterpunkt mit 2:1 in Führung schießen konnte (33.). Dabei war die Elfmeter-Entscheidung von Schiedsrichter Sascha Stegemann korrekt.

Hat der VAR die falsche Abseitslinie gezogen?

Zudem ärgerlich aus Sicht des Angreifers: Die vom Video-Assistenten genutzte kalibrierte Abseitslinie soll bei Demirovics zweitem Treffer beim falschen Heidenheimer Spieler angelegt worden sein. "Ich habe es eben kurz im Fernsehen gesehen: Wenn das wirklich stimmt, dann ist das wirklich totaler Quatsch, was wir hier alles machen", schimpfte Demirovic bei "DAZN".

Tatsächlich legen TV-Bilder nahe, dass Heidenheims Omar Traoré im Moment der Ballabgabe etwas näher zum eigenen Tor stand als Stefan Schimmer, bei dem die Abseitslinie aber gezogen wurde. Referee Stegemann, den Demirovic explizit in Schutz nahm, hatte das Tor nach Intervention des Kölner Kellers nicht gegeben (73.).

DFB verteidigt Stegemanns Entscheidung

Der Deutsche Fußball-Bund veröffentliche am Montag den Screenshot, anhand dessen der Videoassistent die Abseitsentscheidung traf. Demnach hatte Stegemann nach Intervention des VAR völlig zurecht auf Abseits entschieden: "Es war mitnichten so, dass ein Spieler übersehen wurde. Der Eindruck täuschte", sagte Alexander Feuerherdt, Pressesprecher der DFB Schiri GmbH.

Diese Aufnahme beweist laut DFB-Schiri GmbH, dass die Linie bei Ermedin Demirovics Treffer beim 1. FC Heidenheim korrekt gezogen war und der Stürmer im Abseits stand.
Diese Aufnahme beweist laut DFB-Schiri GmbH, dass die Linie bei Ermedin Demirovics Treffer beim 1. FC Heidenheim korrekt gezogen war und der Stürmer im Abseits stand. DFB Schiri GmbH

VfB Stuttgart konnte wenigstens noch einen Punkt mitnehmen

So mussten die Stuttgarter froh sein, dass Deniz Undav nach Sirlord Contehs Führungstreffer für den FCH kurz vor Schluss noch zum 3:3 ausgleichen konnte. So haben die Schwaben im Kampf um die Champions-League-Plätze wenigstens einen Punkt von der Schwäbischen Alb mitgenommen.

Am Ende war "viel Kampf, viele lange Bälle, viele Zweikämpfe, kein einfaches Spiel", sagte Demirovic. "Heidenheim macht es gut. Sie kämpfen mit dem letzten Stück, das sie noch an Hoffnung haben." Dennoch meint Demirovic: "Am Ende ist es natürlich bitter, dass wir das Spiel nicht gewinnen können."

Stressige Wochen für den VfB Stuttgart

Schon am Donnerstag muss der VfB Stuttgart wieder in der Europa League gegen Celtic Glasgow antreten (ab 18:45 Uhr live im Audiostream auf SWR Sport). "Als Fußballer lebst du genau für diese Momente", freute sich Demirovic. "Du hast zwar nur drei, vier Tage Zeit, zum Regenerieren. Aber genau diese Tage reichen dir im Notfall auch, weil du nicht mehr viel machst und dich nur noch darauf fokussierst, die Kräfte aufzutanken." Am Sonntag (ab 15:30 Uhr live im Audiostream auf Sportschau.de) kommt der VfL Wolfsburg.

Dann will auch Demirovic mal wieder feiern und sich nicht vom VAR zurückpfeifen lassen: "Wir werden da wieder rauskommen, ich werde aus dieser Situation rauskommen. Irgendwann zählt der schon wieder und dann werde ich auch wieder jubeln können."

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Autor/in
Michael Richmann
Michael Richmann ist Sportredakteur, Podcast- und Feature-Autor für SWR Sport und SWR Kultur.

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