Beim Abpfiff von Schiedsrichter Sören Storks gingen auf der Bayern-Bank die Fäuste gen Himmel. Durch den 4:2 (3:1)-Sieg gegen den VfB Stuttgart feierte der FC Bayern München seine 35. Deutsche Fußballmeisterschaft. Die anschließenden Feierlichkeiten fielen nicht sonderlich euphorisch aus, war doch die Meisterschaft schon seit Wochen nur noch eine Frage der Zeit und vermutlich geistern schon andere Titel in den Köpfen vieler Spieler.
Dass der FC Bayern die Meisterschaft aber schon am 30. Spieltag gegen den VfB Stuttgart feiern durfte, schien nach 30 Minuten Spielzeit fraglich. Der VfB war in der 21. Minute durch Chris Führich in Führung gegangen, war gut im Spiel und verteidigte griffig - aber eben nur bis zur 30. Minute. Dann zogen die Bayern kurz das Tempo an, erwischten den VfB in einer minutenlangen Schlummerphase und entschieden die Partie mit drei Toren in sechs Minuten.
Bundesliga VfB verliert in München - FC Bayern Deutscher Meister
Nach einem deutlichen 4:2 (3:1)-Sieg gegen den VfB Stuttgart ist der FC Bayern München schon nach dem 30. Spieltag zum 35. Mal Deutscher Meister in der Fußball-Bundesliga.
Atakan Karazor bemängelt fehlende positive Körpersprache
VfB-Kapitän Atakan Karazor zollte im Sportschau-Interview nach dem Spiel dem Deutschen Meister Respekt. "Glückwunsch an die Jungs drüben", gratulierte Karazor. Für die Niederlage machte er vor allem "eigene Fehler" verantwortlich. Insbesondere bei den Gegentoren zwei und drei zeigte sich die VfB-Verteidigung unkonzentriert und luftig. "Das Problem ist, dass wir dann leicht negativ wurden auf dem Platz", sagte der VfB-Kapitän. "Die Köpfe haben auf einmal gehangen und die Körpersprache hat nicht mehr ganz gestimmt."
Trainer Sebastian Hoeneß findet Spielverlauf ärgerlich
Auch VfB-Trainer Sebastian Hoeneß sprach davon, dass seiner Mannschaft das Spiel nach 30 Minuten "aus den Händen geglitten" sei. "Das kann passieren in München. Trotzdem war es natürlich, wie es dann passiert ist, ärgerlich", resümierte der Trainer.
Nach dem 4:1 durch Harry Kane nach der Pause (52. Spielminute) ging es dem VfB laut Hoeneß auch darum, das gute Torverhältnis (aktuell 62:42) abzusichern. Ein weiteres Tor gelang den Bayern trotz guter Chancen nicht mehr. Stattdessen stellte der VfB durch ein Traumtor von Chema noch auf 2:4 (88.).
Sebastian Hoeneß erwartet ein heißes Spiel im DFB-Pokalhalbfinale
Am Donnerstag steht für den VfB mit dem DFB-Pokalhalbfinale zu Hause gegen den SC Freiburg dann ein Highlight für Fans und Spieler an (23.04., 20:45 Uhr, live im Ersten und im Audiostream auf swr.de/Sport). "Wir haben jetzt die Möglichkeit, ein zweites Mal nach Berlin zu fahren. Und dafür werden wir alles tun", sagte Hoeneß. Er erwartet ein heißes Spiel gegen eine Freiburger Mannschaft, die "auch eine riesen Saison spielt".
Sollte der VfB den Sport-Club schlagen, bestünde im Finale in Berlin die Chance auf eine Revanche mit dem FC Bayern. Doch das spielt für Hoeneß aktuell noch keine Rolle: "Welche Mannschaft dann da auf der anderen Seite steht, wir werden sie schlagen wollen. Da kann es ja kein anderes Ziel mehr geben." Der FC Bayern kämpft gegen Bayer 04 Leverkusen um das Finalticket.