Hängende Köpfe nach dem Abpfiff, und der Mainzer Benedict Hollerbach ist "extrem bedient". Diesen Bundesligastart ins neue Jahr hatten sich die Mainzer anders vorgestellt. "Es wäre einfach wahnsinnig wichtig gewesen für uns. Aber letzten Endes muss man das jetzt einfach wieder abhaken. Es bringt nichts, darüber nachzudenken, auch wenn es extrem wehtut."
Amiri und Hollerbach treffen für Mainz 05
Es sah aus Mainzer Sicht so gut aus: Nadiem Amiri brachte die Mainzer in der 30. Minute nach einem genialen Pass von Jae-sung Lee in Führung. Nach der Pause erhöhte der ehemalige Unioner Benedict Hollerbach in der 69. Minute mit seinem ersten Mainzer Bundesliga-Tor zum 2:0. Doch dann kamen die Eisernen in der Schlussviertelstunde zurück: Woo-yeong Jeong (77.) und Marin Ljubičić (86.) trafen für Union Berlin.
Fußball | Bundesliga Mainz 05 verspielt bei Union Berlin eine Zwei-Tore-Führung
Zum Re-Start der Bundesliga holt Mainz 05 mit Trainer Urs Fischer bei dessen altem Klub einen Punkt - aber es war mehr drin.
Comeback-Qualitäten: Mainzer waren eigentlich gewarnt
Nach 65 Spielen für Union Berlin wusste nicht nur Benedict Hollerbach von der Stärke der Unioner, wenn sie ins Spiel kommen. "Ich wusste auch nach dem 2:1, dass sie jetzt natürlich mit dem Stadion einfach eine brutale Wucht haben und mit ihrer körperlichen Größe, dass es da einfach extrem gefährlich wird, und dann ist demnach auch das 2:2 passiert." Dabei kritisiert der 24-Jährige, die Mainzer hätten nicht abgezockt genug verteidigt und zu viele Ballverluste gehabt.
Hollerbach: Tor gibt Hoffnung
Angesprochen auf sein erstes Bundesligator für die Mainzer konnte sich Benedict Hollerbach im Sportschau-Interview gar nicht richtig freuen: "Gerade bin ich mental nicht bei dem Tor, sondern einfach dabei, dass wir Tabellenletzter sind und dass wir heute leider nicht gewonnen haben, obwohl wir 2:0 führen. Das tut extrem weh, aber ja, das Tor macht Hoffnung, dass wir und ich auch persönlich jetzt auf einem guten Weg sind und in Zukunft bessere Spiele machen als bisher."
Urs Fischer: "Drei Punkte hätten sehr gut getan"
Auch für Mainz-Trainer Urs Fischer war das Auswärtsspiel in Berlin eine Reise zu seiner alten Wirkungsstätte. Sein Team sei an einem Sieg "sehr nah dran" gewesen. "Am Schluss müssen wir die Führung auch über die Ziellinie bekommen, das ist uns leider nicht gelungen", sagte er im Sportschau-Interview. "Normalerweise sollte man sich eigentlich freuen, wenn man einen Punkt hier mitnimmt, aber in unserer Situation hätten uns drei Punkte heute wirklich sehr gut getan."
Und ganz persönlich kam am Ende bei Urs Fischer auch noch etwas Freude auf, aber nur über das Wiedersehen mit ehemaligen Weggefährten an der alten Försterei: "Es war ein schönes Wiedersehen. Viele Leute, die ich jetzt doch für eine gewisse Zeit nicht mehr gesehen habe, mit denen ich fünfeinhalb Jahre zusammengearbeitet und viel erlebt habe, das verbindet auch." Trotz aller Erinnerungen fügte Urs Fischer dann hinzu: "Am Schluss geht es für Mainz um den Klassenerhalt. Dann muss man das Sportliche und dieses Nostalgische schon versuchen zu trennen."
SWR Sport | 19.04. ab 21:45 Uhr SWR Sport mit Hoffenheims Andi Schicker und der Meisterfrage in der Bundesliga
Entscheidet sich am Wochenende die Meisterschaft zugunsten des FC Bayern? Hoffenheim könnte gegen Dortmund Schützenhilfe leisten. Studiogast bei SWR Sport ist TSG-Geschäftsfühter Andi Schicker.
Mainz bleibt Tabellenletzter
In der Tabelle bleiben die Mainzer unter Fischer auf dem letzten Platz und warten nun seit zwölf Ligapartien auf einen Sieg. Der Rückstand auf den 1. FC Heidenheim auf Rang 17 beträgt weiter drei Punkte. Drei sind es nun auch auf den 1. FC St. Pauli, der wegen der wetterbedingten Absage ein Spiel weniger hat, auf dem Relegationsplatz. Jetzt bleibt nur wenig Zeit für die Mainzer, die Enttäuschung abzuschütteln. Schon am kommenden Dienstag (13.1.) empfängt Mainz 05 den Nachbarn aus dem Tabellenkeller, 1. FC Heidenheim.