"Das war nicht Betzelike"

"Eine bodenlose Frechheit": Nach Debakel bei Darmstadt 98 fallen beim FCK deutliche Worte

Der 1. FC Kaiserslautern verliert beim SV Darmstadt 98 deutlich und muss sich erst einmal von höheren Ambitionen in der 2. Liga verabschieden. Der Frust ist bei den Pfälzern groß, es fallen deutliche Worte.

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Von Autor/in Johann Schicklinski

Thomas Hengen fand bereits in der Halbzeitpause des Gastspiels des 1. FC Kaiserslautern beim SV Darmstadt 98 Worte, die ein wenig nach Kapitulation klangen. Er habe eine "Nicht-Leistung" der Roten Teufel gesehen, sagte der FCK-Geschäftsführer bei "RTL Nitro" und forderte: "Wir müssen uns bei unseren Fans entschuldigen!"

Die Lilien führten bereits nach 45 Minuten durch die Treffer von Fraser Hornby (5. Minute/Foulelfmeter), Fynn Lakenmacher (29.) sowie Kai Klefisch (45.) mit 3:0. Luca Marseiler (90.+2) sorgte dann in der zweiten Halbzeit für den 4:0-Endstand zugunsten der Hessen.

FCK-Trainer Torsten Lieberknecht ist enttäuscht von seinem Team

"Darmstadt war uns in allen Belangen überlegen", konstatierte der frustrierte FCK-Trainer Torsten Lieberknecht. "Man kann ein Spiel verlieren, aber nicht in der Art und Weise, wie es hier der Fall war. Wir haben die Basics vermissen lassen und nicht das umgesetzt, was wir umsetzen wollten. Wir haben zu keiner Zeit das gezeigt, was man als FCK-Spieler zeigen sollte."

"Man hat meiner Meinung nach mit Darmstadt den ersten Aufsteiger gesehen"

Für den früheren Darmstadt-Coach war es ein "schwacher Trost", dass die Roten Teufel gegen eine Mannschaft gespielt hätten, die "auch als Mannschaft auftritt. Sie spielen nicht nur guten Fußball, sondern sind in der Körpersprache und im Zusammenhalt stark. Deshalb hat man meiner Meinung nach hier den ersten Aufsteiger gesehen".

Die Lilien sind mit nun 41 Punkten vor dem FC Schalke 04 (40) Spitzenreiter. Der FCK liegt nach zwei Niederlagen in Serie mit 31 Zählern auf Rang sieben und muss nach nur zwölf Punkten aus den letzten elf Zweitligaspielen den Kontakt nach oben vorerst abreißen lassen. Der Rückstand auf den Relegationsplatz drei beträgt bereits acht Zähler.

Mit einer Leistung wie in Darmstadt gehöre Kaiserslautern auch nicht zu den Top-Teams der 2. Liga, kritisierte Keeper Julian Krahl. "Die Leistung, die wir als Mannschaft gezeigt haben, war eine bodenlose Frechheit. Da können wir uns nur bei jedem entschuldigen, der den Weg hierhin auf sich genommen hat, um das Spiel zu sehen. So können wir nicht in der 2. Liga Fußball spielen und so können wir auch nicht für den FCK Fußball spielen."

Julian Krahl: "Haufen Scheiße"

Es hätten, so polterte Krahl weiter, die Basics gefehlt, die man zum Fußballspielen brauche: "Zweikämpfe wurden nicht gewonnen, Einsatz war nicht da und wir müssen uns mal richtig auf die Fahnen schreiben, dass das einfach mal ein Haufen Scheiße war."

Thomas Hengen: "Das war nicht Betzelike"

FCK-Boss Hengen meldete sich indes auch nach dem Spiel noch einmal zu Wort. Der frühere Profi hinterfragte, ob "die Ambitionen im Verein für den einen oder anderen zu hoch sind. Es ist ein Phänomen, es ist Samstagabend, Flutlichtspiel, du hast einen direkten Konkurrenten vor der Brust, und der zeigt dir, was es heißt, alles zu geben. Das war nicht Betzelike". Hengen forderte, die Gründe für das Debakel "schnellstmöglich zu klären".

Darauf hofft auch Krahl - und auf eine rasche Wiedergutmachung durch harte Arbeit. "Ich erwarte eine sehr harte Trainingswoche", so der Torwart "weil was anderes haben wir nicht verdient". Es gehe darum, dass sich das Team zusammen aus dem Loch rauskämpfe. "Das kann uns dann zusammenschweißen", sagte Krahl. Man habe die Gelegenheit, es zeitnah besser als in Darmstadt zu machen. Deshalb gab Krahl gleich die Devise für kommende Woche aus: Im Heimspiel gegen Fürth (14.02., 13 Uhr) müsse es "einfach knallen!"

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Johann Schicklinski