Erfolg im Verfolger-Duell

"Eine Wahnsinns-Leistung": Euphorie beim FCK nach Sieg über Hannover 96

Auftrag erfüllt: Der 1. FC Kaiserslautern ist mit einem Sieg gegen den direkten Konkurrenten Hannover 96 ins neue Fußballjahr gestartet. Insbesondere die Art und Weise des Erfolgs sorgt für Euphorie - und könnte Kräfte freisetzen.

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Von Autor/in Johann Schicklinski

Lange Zeit sah es so aus, als ob der 1. FC Kaiserslautern das neue Pflichtspieljahr so beginnen würde, wie er das alte beendet hat: Ordentlich, bemüht, aber der letzte Tick fehlte. In der Nachspielzeit des Verfolger-Duells gegen Hannover 96 sicherten sich die Roten Teufel dann durch zwei späte Tore doch noch den Sieg - und der Betzenberg bebte wieder einmal. Ein Erfolg, der in der Rückrunde der 2. Liga wichtige Kräfte freisetzen könnte. Dort liegt der FCK nach dem 18. Spieltag auf Rang fünf.

Luca Sirch: "Zuhause eine Macht"

"Das hat sehr viel Spaß gemacht - und es war harte Arbeit. Am Ende war es ein verdienter Sieg", resümierte FCK-Defensivspieler Luca Sirch. "Wie wir nach dem unnötigen Gegentreffer zurückgekommen sind, war enorm wichtig. Mit den Fans im Rücken sind wir daheim eine Macht."

Die FCK-Joker stechen

Kapitän Enzo Leopold hatte Hannover 96 zunächst in Führung gebracht (67. Minute). Der eingewechselte Ivan Prtajin, der wegen eines Muskelbündelrisses wochenlang gefehlt hatte, glich per Kopf mit seinem neunten Saisontor für den FCK aus (74.). Kurz nach dem 1:1 musste Hannover mit zehn Mann weiterspielen, da Waniss Taibi wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote-Karte sah (76.). Der ebenfalls eingewechselte Semih Sahin (90.+2) und Naatan Skyttä (90.+5) sorgten schließlich für den umjubelten Heim-Dreier.

FCK-Trainer Torsten Lieberknecht: "Das erwartet schwere Spiel"

Für FCK-Trainer Torsten Lieberknecht war es "das erwartet schwere Spiel". Hannover 96 habe einige Profis auf "Bundesliga-Niveau" im Kader, so der Coach der Pfälzer: "Wir mussten die Stärken von Hannover 96 in den Griff bekommen. Das ist uns gelungen - wenn auch auf Kosten der eigenen Kreativität. Zum Schluss hin hat man gesehen, dass wir unbedingt gewinnen wollen. Endlich mal gegen einen direkten Konkurrenten einen Dreier holen - das haben wir geschafft. Das war eine Wahnsinns-Leistung."

Sonderlob für Semih Sahin

Der Schlüssel, so Lieberknecht weiter, sei auch die nötige Geduld gewesen. "Wir wissen, dass wir nach vorne eine gewisse Wucht entwickeln können", sagte er. Für den Torschützen Sahin hatte der FCK-Coach ein Sonderlob. "Für ihn hat es mich sehr gefreut, weil er schon seit er hier ist ein ganz großes 'Betze-Herz' zeigt", so Lieberknecht. "Dass er sich heute mit einem Tor belohnt hat, hilft ihm und hilft uns."

Sahin selbst war "extrem erleichtert" nach seinem Premierentreffer für die Roten Teufel. "Es sah bis zur 90. Minute nicht so aus", sagte der Offensivspieler. "Ich freue mich, dass ich der Mannschaft mit meinem Tor helfen konnte. In der zweiten Halbzeit auf unsere Westkurve - das war ein richtiges Betze-Spiel."

Semih Sahin: "Wir müssen auf uns schauen"

Der Heimsieg zum Re-Start der 2. Liga sei wichtig gewesen, so Sahin weiter: "Wir schauen jetzt von Woche zu Woche. Nächste Woche geht es gegen Schalke (25.01., 13:30 Uhr, Anm. d. Red.), alles andere interessiert uns aktuell nicht. Wenn wir auf uns und auf unsere Leistung gucken, wird sich alles andere ergeben."

Ähnlich sah es Sirch: "Das war enorm wichtig. Die nächsten Spiele sind ein Gradmesser dafür, wo wir stehen. Wir können heute feiern, morgen auch, und dann liegt der Fokus auf Schalke. Wir fahren dahin, um zu gewinnen."

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Johann Schicklinski