Semih Sahin kam aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus. Erster Treffer für den 1. FC Kaiserslautern, dann auch noch im heimischen Fritz-Walter-Stadion vor der Westkurve, sein Premierentor brachte kurz vor Schluss die Entscheidung gegen Verfolger Hannover 96 und den Betze zum Beben. Besser geht's nicht. Bestens gelaunt und voller Freude lief er nach Abpfiff über den Platz und zu den feiernden FCK-Fans. "Das ist eine extreme Erleichterung für uns, dass wir das Spiel überhaupt gewinnen konnten. Es sah bis zur 90. Minute lange nicht so aus", erklärte der Offensivspieler.
Sahins Moment zum Einrahmen
Doch dann kam der Moment, auf den der Neuzugang von der SV Elversberg so lange gewartet hatte. Beim Spielstand von 1:1 traf der 26-Jährige in der Nachspielzeit zum zwischenzeitlichen 2:1 für Kaiserslautern. "Ich freue mich, dass ich der Mannschaft mit meinem Tor helfen konnte. In der zweiten Halbzeit auf unsere Westkurve - das war ein richtiges Betze-Spiel."
Sein erstes FCK-Tor wird sich der gebürtige Mannheimer zumindest "emotional einrahmen. Ich glaube, das gehört zu den besten Toren, die ich geschossen habe. Der Zeitpunkt war einfach perfekt", schwärmte er.
Und der anschließende Jubel kannte danach keine Grenzen. Auf der Tribüne, aber auch auf dem Platz. Fast hätte man sich bei der pfälzischen XXL-Jubeltraube Sorgen um den Torschützen machen müssen, der unter gefühlt 20 brüllenden Teamkollegen lag. "Ich und Marlon (Ritter, Anm. d. Red.) waren ganz unten, wir haben schwer Luft bekommen, aber haben es noch überlebt", lachte Sahin nach der Partie im Interview mit SWR Sport.
Plötzlich auf der Bank - kein Problem
Sahins Treffer ebnete nicht nur den Sieg zum Rückrundenauftakt, sondern hatte für ihn persönlich auch etwas Erlösendes. Nach einer starken Saison bei der SV Elversberg erlebte der Neuzugang, der mit großen Erwartungen gekommen war, eine nicht einfache Hinrunde in der Pfalz, obwohl er in allen 17 Partien immer in der Startelf stand. Gegen Hannover bekam er die überraschende Nachricht von Torsten Lieberknecht: "Bankplatz."
Der FCK-Trainer gilt jedoch als Förderer von Sahin, der sich auch trotz kurzer Enttäuschung nicht frustrieren ließ und nach seiner Einwechslung nach einer knappen Stunde lieferte. Auch deshalb gab es anschließend ein Sonderlob für den Torschützen vom Chef. "Für ihn hat es mich sehr gefreut, weil er schon seit er hier ist ein ganz großes 'Betze-Herz' zeigt. Dass er sich mit einem Tor belohnt hat, hilft ihm und hilft uns", sagte Lieberknecht.
Semih Sahin: "Müssen auf uns schauen" - Fokus auf Schalke 04
Der Heimsieg zum Auftakt gegen Hannover 96 war ein klares Signal an die Konkurrenz. "Das war enorm wichtig. Vor allem weil es ein Heimspiel war. Es ist immer wichtig da gut reinzustarten," analysierte Sahin.
Denn für den FCK stehen intensive Wochen an. Mit Schalke, Eversberg und Darmstadt treffen die Roten Teufel auf Mannschaften die aktuell vor ihnen in der Tabelle stehen. Allzu weit vorausschauen möchte Sahin aber nicht: "Wir schauen jetzt von Woche zu Woche. Nächste Woche geht es gegen Schalke (25.01., 13:30 Uhr, Anm. d. Red.), alles andere interessiert uns aktuell nicht. Wenn wir auf uns und auf unsere Leistung gucken, wird sich alles andere ergeben."
Semih Sahin und der 1. FC Kaiserslautern wollen weiter zeigen, dass sie in Sachen Aufstiegskampf noch ein Wörtchen mitreden.