2. Bundesliga

Endspurt oder Abschenken? Der FCK vor dem großen Charaktertest

Der Aufstieg ist für den FCK nach der desolaten Vorstellung in Nürnberg kein Thema mehr, das Restprogramm wird zum Charaktertest. Fünf Fragen, wie es bei den Roten Teufeln nun weitergeht.

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Von Autor/in Michi Glang

Der Aufstieg ist für den FCK nach dem 0:3 beim 1. FC Nürnberg abgehakt. Statt mit Optimismus gingen die Pfälzer mit einem echten Stimmungskiller in die Länderspielpause. Weiter geht es am Ostersamstag (4. April) mit dem Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf.

Was sind die größten Probleme beim FCK?

Da gibt es zwei, die sich in Nürnberg beide deutlich zeigten. Einerseits die chronische Auswärtsschwäche: Gerade einmal zwölf Punkte haben die Roten Teufel in fremden Stadien erspielt. Zum Vergleich: Der Tabellenletzte Preußen Münster hat nur einen Zähler weniger geholt. Immerhin: Die Chancen stehen gut, dass es noch mehr Punkte werden als in der vergangenen Saison (13). Trotzdem sind die Roten Teufel mit bereits sieben Auswärtsniederlagen weit von einem Spitzenteam entfernt.

Dazu kommt "das Virus", wie Trainer Torsten Lieberknecht es nennt: Der FCK bekommt einfach keine Konstanz in seine Auftritte. So folgte auf den zurecht gefeierten Sieg im Derby gegen den Karlsruher SC in Nürnberg eine Leistung, die sich nur schwer erklären lässt. "Wenn du immer wieder mal ein super Spiel machst und daraufhin zwei schlechte, dann kommst du nicht weit", stellte FCK-Kapitän Marlon Ritter fest. "Das ist momentan die Realität und da muss sich jeder selbst hinterfragen." Zumindest bleiben dem FCK durch die Länderspielpause zwei Wochen Zeit, um den enttäuschenden Auftritt in Franken aufzuarbeiten.

Wo landet der FCK am Saisonende?

Das offizielle Saisonziel am Betzenberg lautete "besser als in der Vorsaison". Das bedeutet, Platz sechs oder besser sollte am Ende für die Roten Teufel herausspringen. Die endgültige Platzierung spielt letztlich aber überhaupt nicht mehr die entscheidende Rolle. Der FCK sollte es dagegen schnellstens abstellen, Tausende von mitgereisten Fans derart zu enttäuschen wie in Nürnberg.

In den letzten sieben Spielen stehen die Roten Teufel nun auch vor dem Charaktertest. Lassen sie die Spielzeit austrudeln oder bringen sie die Saison mit Anstand zu Ende, wie es Ritter in Nürnberg einforderte. Das Programm ist dabei wie gemacht für einen Charaktertest: Neben dem Spiel gegen Hertha BSC geht es gleich gegen sechs Teams, die um den Klassenerhalt kämpfen. Entsprechend eklig werden die Kontrahenten zu Werke gehen und es wird sich zeigen, ob und wie der FCK diese Herausforderung annimmt.

FCK versagt in Nürnberg - DEIN FCK #186 | SWR Sport

Was macht Hoffnung beim FCK?

Wie immer: der Betzenberg. Im heimischen Fritz-Walter-Stadion liefert der FCK mit wenigen Ausnahmen ordentliche bis sehr gute Leistungen ab, die Unterstützung der Anhänger ist auch in dieser Spielzeit wieder fantastisch. Die Punkteausbeute zuhause (28) ist dann auch auf Augenhöhe mit den Aufstiegskandidaten.

Zudem macht die Integration von Nachwuchsspielern Hoffnung. So gehört Linksverteidiger Mika Haas zum Stammpersonal des Zweitligisten. Der gebürtige Lautrer stand in 24 Spielen auf dem Platz, erzielte zwei Treffer und bereitete einen vor. Leon Robinson kommt zwar auf etwas weniger Spielzeit, doch auch der Defensiv-Allrounder ist fester Teil des FCK-Teams. Mit dem erst 16-jährigen Dion Hofmeister, Owen Gibs und Erik Müller konnten drei konnten drei weitere Talente aus der Region schon Zweitliga-Luft schnuppern.

Bleibt Torsten Lieberknecht Trainer beim FCK?

Die kritischen Stimmen rund um den Betzenberg mehren sich zwar, für einen Trainerwechsel gibt es aber aktuell keine Anzeichen. Legt man die Fakten zugrunde, gibt es dafür auch keinen Grund - schließlich ist das gesteckte Ziel ja noch in Reichweite.

Doch alleine die Platzierung wird Lieberknechts Job langfristig nicht sichern - auch die grundlegende Entwicklung des Teams wird in den kommenden Wochen unter Beobachtung stehen. Ob sich dabei spielerisch so viel herauslesen lassen wird, ist offen. Wie oben beschrieben, wird in den restlichen Saisonspielen wohl häufig kein Schönheitspreis zu gewinnen sein. Stattdessen wird es viel um die sogenannten Basics gehen. Szenen wie in Nürnberg, als Gegenspieler bei Standardsituationen einfach nicht verfolgt wurden, gilt es für Lieberknecht und sein Trainerteam schnellstens abzustellen.

Kaiserslautern

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Wie geht es im Sommer beim FCK weiter?

Klar ist: Wenn man jedes Mal, wenn "nur" ein einstelliger Tabellenplatz erreicht wird, den Trainer austauscht, wird sich keine Kontinuität einstellen. So wird es auch mit der ersehnten Rückkehr in die Bundesliga schwer. Der FCK verfügt qualitativ nicht über einen Kader, bei dem man sagen könnte: 'Wir stellen jetzt Trainer XY ein und der bringt uns sofort den Aufstieg.'

Stattdessen gilt es für Geschäftsführer Thomas Hengen und Sportdirektor Marcel Klos, das Aufgebot der Roten Teufel im Sommer so anzupassen, dass es (noch) besser zum Spielsystem von Lieberknecht passt. Dass der Trainer Mannschaften zum Aufstieg führen kann, hat er in Braunschweig und Darmstadt hinlänglich bewiesen - weil er dort die Zeit bekommen hatte, etwas aufzubauen.

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Michi Glang
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