"1. FC Kaiserslautern - unzerstörbar" - so stand es auf einem Banner in der Gästekurve des Max-Morlock-Stadions. Nach den 90 Minuten der 0:3-Niederlage des FCK beim 1. FC Nürnberg muss man festhalten: Zerstört wurden die Roten Teufel zwar nicht, aber mal wieder viel zu einfach besiegt.
"Schlechter kannst du nicht in ein Spiel starten", sagte FCK-Kapitän Marlon Ritter angesichts des frühen Gegentreffers von Luka Lotschoshwili in der 2. Minute. "Auch danach haben wir nicht das gezeigt, was wir uns vorgenommen haben." Das stimmte und fand Ausdruck in den weiteren Treffern von Adam Markhiev (58./Foulelfmeter) und erneut Lotschoshwili (83.). "Wenn du solche Leistungen zeigst, brauchst du nicht vom Aufstieg träumen", sagte Ritter im Sportschau-Interview.
Es bleibt dabei, der 1. FC Kaiserslautern agiert in fremden Stadien einfach nicht gut genug, um sich in der Spitzengruppe der Liga zu etablieren. Gerade einmal zwölf Punkte haben die Pfälzer auswärts gesammelt, das ist die Bilanz eines Abstiegskandidaten, nicht die eines Top-Teams. Trainer Torsten Lieberknecht störte sich vor allem am mangelnden Defensivverhalten seiner Mannschaft: "Da werden die Jungs auch mal ein anderes Gesicht von mir kennenlernen."
Nürnberg dem FCK "in allen Belangen überlegen"
Wie also kann der FCK es schaffen, mehr Konstanz in seine Leistungen zu bringen - gerade auch auswärts? "Das ist eine gute Frage. Wir müssen es auf jeden Fall schnell hinbekommen. Wenn du ein super Spiel machst und dann immer zwei schlechte: Dann kommst du nicht weit", sagte Ritter. "Das ist aktuell die Realität und da muss sich jeder selbst hinterfragen."
In Nürnberg wurde eine Woche nach dem umjubelten Derbysieg gegen den Karlsruher SC erneut deutlich, dass der FCK auswärts ein anderes Gesicht hat als auf dem Betzenberg. Lediglich in den zehn Minuten vor der Halbzeitpause waren die Pfälzer das aktivere, auch bessere Team. "Nürnberg war uns in allen Belangen überlegen. Das ist die Diskrepanz, die wir haben. Letzte Woche haben wir genau das auf den Platz gebracht. Und eine Woche später gar nichts aus diesem Derbysieg mitzunehmen, das ist schwer in Worte zu fassen und macht erstmal nachdenklich", sagte Trainer Lieberknecht.
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Beim FCK herrscht Frust
Es sei wie "ein Virus", dass es die Mannschaft nicht hinbekommt, "so eine Leistung dann auch mal zu bestätigen", sagte Lieberknecht. Denn der Rest der Spielzeit wurde klar von den Nürnbergern bestimmt, die ihrem Trainer Miro Klose so einen auch in der Höhe verdienten Erfolg gegen den Ex-Klub bescherten. Mehr noch: Am Ende war der FCK mit dem Ergebnis noch gut bedient. Alleine die 21:6 Torschüsse zugunsten des FCN sprechen eine klare Sprache.
"Ich kann es mir nicht erklären, ich weiß nicht, woran es liegt", sagte Ritter ratlos. "Aber wenn du so in die Zweikämpfe gehst und mit dir machen lässt, was der Gegner will, dann brauchst du dich am Ende nicht wundern, wenn du so verlierst." Die Enttäuschung war dem Kapitän genauso anzumerken wie dem Trainer. "Ich bin stark frustriert, weil hier auch 5.000 Fans aus Kaiserslautern mitfahren. Das ist nicht normal. Als 1. FC Kaiserslautern darf man sich nicht ausruhen auf einem Derbysieg, du musst den Leuten einfach auch eine viel bessere Haltung zeigen", sagte Lieberknecht.
Nächstes Heimspiel für den FCK am Ostersamstag
Durch die Länderspielpause können die Lautrer nach dem Rückschlag in Nürnberg frische Kräfte sammeln und auf Spurensuche für die schwache Vorstellung gehen. Das nächste Zweitligaspiel steht am Ostersamstag gegen Fortuna Düsseldorf auf dem Programm (4. April, 13 Uhr). Zu Hause auf dem Betzenberg, dort wo der FCK tatsächlich wie ein Spitzenteam auftritt.