Gegen Eintracht Frankfurt

Emotionale Achterbahnfahrt für Freiburg: Feines Füßchen, spätes Remis

Für Julian Schuster war das Spiel des SC Freiburg gegen Eintracht Frankfurt eines mit vielen Emotionen: vom frühen Jubel über zwischenzeitlichen Ärger bis zum späten Glück.

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Stand

Von Autor/in Ann-Kathrin Rose

53 Minuten waren gespielt, da legte Freiburgs Coach Julian Schuster seine Stirn in tiefe Falten und schüttelte den Kopf – erst kaum merklich, dann fast vehement. Dabei hatte der Nachmittag für den Trainer der Breisgauer gar nicht schlecht begonnen. Schließlich hatte Schuster erstmals Derry Scherhant in die Startformation beordert. Eine von vier Änderungen in der Freiburger Anfangsformation gegen die Frankfurter Eintracht. Und eine, die sich auszahlen sollte. Denn Scherhant traf zur Führung für den SC nach nicht einmal zwei Minuten. "Es war perfekt, wie wir gestartet sind", sagte Schuster.

Zwei Gegentore, ein schlechtes Gefühl

Für die Freiburger war der Treffer das schnellste Tor seit fast vier Jahren. Die Eintracht schien das allerdings nur wenig zu beeindrucken. Denn Jonathan Burkhardt traf eine gute Viertelstunde nach der Freiburger Führung. Dass dem Ausgleich eine unglückliche und unabsichtliche Vorlage von Lucas Höler vorangegangen war, dürfte auch Schuster nicht entgangen sein. Und – es sollte nicht die letzte Einladung seines Teams für die Eintracht gewesen sein.

Vor dem zweiten Treffer der Frankfurter misslang Jordy Makengo ein Klärungsversuch – die Eintracht schaltete schnell um, Burkardt veredelte den Konter zum 2:1 (38.). Schusters Gesichtszüge sprachen Bände. "Mit einem Rückstand in die Halbzeit zu gehen, das fühlt sich nicht gut an. Da rattert der Kopf", verriet der SC-Coach.

Grifo mit Auge und Zauberfuß gegen Eintracht Frankfurt

Gestik und Mimik des Trainers spiegelten auch in der zweiten Halbzeit lange ein ambitioniertes, aber vor allem in der Offensive harmloses Spiel der Freiburger wider. Bis zur 87. Minute – und dem direkt verwandelten Freistoß von Vincenzo Grifo, der eingewechselt worden war. Der Routinier mit Frankfurter Vergangenheit, allerdings nicht bei der Eintracht, sondern beim FSV, traf wunderschön zum 2:2.

"Ich habe den Torwart nochmal einen Schritt nach rechts machen sehen und gedacht, das muss ich wagen", so Grifo. "Wenn du es nicht probierst, können solche Tore nicht entstehen." Genau so sicherte er dem Sportclub einen Punkt und verriet: "Der Fuß ist eingestellt."

Freiburgs Trainer Schuster lobt Reaktion

Für Schuster machte nicht nur Grifos feines Füßchen den Unterschied. "Die Reaktion ist entscheidend. Und die hat gestimmt", sagte der Coach und lobte sein Team auch dafür, dass es noch einmal zurückgekommen ist. "Es ist das richtige Ergebnis. Wäre es weniger gewesen, hätte ich mich doch sehr geärgert", so Schuster. "Damit es mehr hätte sein können, hätten wir nicht so einfache Gegentore bekommen dürfen." Nach dem Abpfiff huschte ihm dann aber doch noch ein Lächeln über das Gesicht.