Conference League

Gegnercheck Olmütz: Mainz mit Vorfreude auf Sigma, Stadt und Stadionpunkt

Der 1. FSV Mainz 05 ist in der Conference League bei Sigma Olmütz zu Gast. Für die Auswärtsfahrt stehen neben dem Spiel das spezielle Stadion und die barocke Stadt im Fokus.

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Stand

Von Autor/in Ann-Kathrin Rose

Die Meinungen zu Olmütz könnten unterschiedlicher kaum sein. Wer die tschechische Stadt in Reiseführern und auf Urlaubsblogs sucht, findet Tipps für die "barocke Schönheit" oder die "Perle auf dem grünen Kissen" in der Provinz Mähren. Ganz anders – die sportliche Sicht auf Olmütz. Der Gegner des 1. FSV Mainz 05 in der Conference League zunächst im Achtelfinal-Hinspiel am Donnerstag (12. März, ab 21 Uhr in der Audio-Vollreportage) ist bisher nicht ganz so blumig, dafür vom Mainzer Sportvorstand Christian Heidel als "unbequem und widerstandsfähig" beschrieben worden.

Das Stadion

Für alle, die besondere Stadien lieben, fällt das Andrův, das im Stadtteil Nová Ulice liegt, in die Kategorie Schmuckkästchen. Und das nicht nur, weil es gerade einmal Platz für gut 12.000 Fans bietet, sondern weil es mit seiner Architektur – vor allem der elliptischen Tribüne – an die großen Fußball-Tempel Europas erinnert, das Stade Vélodrome in Marseille etwa. Das Stadion ist eng, die Tribünen nah am Spielfeld und auch deshalb dürfte zumindest die Atmosphäre "unbequem" werden.

Die Auswärtsfahrt

Die Reisegruppe Mainz gestaltet sich übersichtlich. Sigma Olmütz hat den Mainzern für das Hinspiel gerade einmal 650 Tickets und damit die von der UEFA vorgegebene Mindestanzahl von fünf Prozent des Gesamtkontingentes zur Verfügung gestellt. Die Zeit bis zum Anpfiff können sich die Fans der 05er mit einer Tour durch die Barockstadt vertreiben. Historische Highlights gibt’s in der Stadt, die einst von enormer Bedeutung im böhmischen Königreich war, fast an jeder Ecke. Sechs Barockbrunnen zählt Olmütz und die Dreifaltigkeitssäule, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Die Historie

Zwar hat Christian Heidel davor gewarnt, Sigma Olmütz zu unterschätzen – die sportlich glanzvollsten Zeiten des Clubs aber liegen schon eine Weile zurück. In den 1990er-Jahren schaffte es der Verein in der heimischen Liga auf Platz drei und qualifizierte sich so für den UEFA-Pokal. Da war erst im Viertelfinale Schluss – Gegner damals: Real Madrid. Nur ein Jahr später hieß der Endgegner auf internationalem Parkett dann Juventus Turin. Olmütz international spielte auch schon gegen deutsche Clubs - Borussia Dortmund und den Hamburger SV. Der größte Coup in der Clubgeschichte gelang Olmütz 2012 mit dem Pokalsieg gegen Sparta Prag.

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Der Gegner

Sigma Olmütz setzt auf eine Mischung aus Tradition und Eigengewächsen. Mit Tomáš Janotka hat der Club einen Trainer, der einst selbst lange für Olmütz spielte, dann den Nachwuchs des Vereins und die tschechische U19 trainierte und seit 2024 als Chefcoach an der Seitenlinie steht. Er setzt bevorzugt auf ein 4-2-3-1-System. Aktuell ist das Team Tabellenfünfter in der tschechischen Liga. Daniel Vasulin ist mit neun Treffern bester Torschütze.