Der 1. FC Heidenheim hat trotz eines klaren Chancenplus einen Befreiungsschlag in der Fußball-Bundesliga verpasst. Trotz großer Moral reichte es auch im Heimspiel gegen Werder Bremen am Ende nur zu einem 2:2 (0:0). "Wir hätten keinen guten Sonntag gehabt, wenn wir dieses Spiel verloren hätten", sagte Tim Siersleben nach der Partie am ARD-Mikrofon. "Selbst ein Unentschieden ist für uns eigentlich heute zu wenig." Man habe sich "super viele Torchancen erarbeitet", so Siersleben weiter.
Heidenheim mit 31 Torschüssen und Liga-Rekord
Ähnlich formulierte es FCH-Trainer Frank Schmidt nach der Partie: "Es war fast unmöglich mit dieser Anzahl der Chancen, das Spiel zu verlieren." In der Tat: 31 Schüsse brachte Heidenheim auf das Bremer Tor, das war ligaweiter Rekord in dieser noch jungen Saison. Nur die Versuche von Stefan Schimmer (67.) und Jonas Föhrenbach (83.) fanden allerdings den Weg ins Tor. Es war jeweils der mit viel Moral erkämpfte Ausgleich. Marco Grüll (50.) und Jens Stage (69.) trafen für die Gäste.
Das Spiel war von Beginn an recht einseitig. Heidenheim war mutig im Pressing, zweikampfstark und ballsicher. Schnell gab es Torgelegenheiten, Mio Backhaus im Werder-Tor hatte über das ganze Spiel gut zu tun. "Wir müssen an der Effektivität arbeiten, wir müssen unsere Chancen verwerten - es sind sehr gute und viele Chancen", analysierte Schmidt. Als "das beste Spiel der Saison" wollte der Fußballlehrer die Partie jedoch nicht gewertet wissen. "Das beste Spiel wäre es gewesen, wenn wir noch das 3:2 machen", so Schmidt.
"Es ist extrem ärgerlich, dass wir heute nicht mit drei Punkten vom Platz gehen", fasste Niklas Dorsch die Gefühlslage zusammen. "Aber wenn wir weiter so machen und uns weiter so viele Chancen erarbeiten, dann platzt auch der Knoten." Weiter hart arbeiten und die Energie mitnehmen, gab er als Losung für die nächsten Spiele aus - mit dem Ziel, die nächsten Erfolge in der Liga einzufahren.
Verunglückter Heidenheim-Fan "auf dem Weg der Besserung"
Heidenheims bisher einziger Liga-Sieg war von einem tragischen Unfall überschattet worden. Vom Fan, der vor drei Wochen (27.09.2025) beim 2:1 gegen den FC Augsburg in den Innenbereich gestürzt und anschließend per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht worden war, gebe es nach Angaben eines FCH-Clubsprechers jedoch gute Nachrichten. Der Zuschauer sei demnach "den Umständen entsprechend auf dem Weg der Besserung" und in "keinem kritischen Zustand" mehr.
Die Freude über das Erfolgserlebnis sei durch das Unglück getrübt gewesen, hatte Frank Schmidt zuletzt berichtet. Er wollte von seiner Mannschaft daher gegen Bremen einen couragierten Auftritt sehen, um mit den eigenen Anhängern etwas nachholen zu können - zumal er die Lage des FCH im Kampf um den Ligaverbleib als "schwierig" beschrieb.
Heidenheim nicht mehr Tabellenletzter
Denn Heidenheim steckt weiter tief im Abstiegskampf. Mit vier Punkten ist der FCH Tabellenvorletzter, einen Zähler vor Schlusslicht Borussia Mönchengladbach. Schmidts Spieler bemühten nach dem erkämpften Punkt gegen Bremen den Optimismus: "Es sind noch einige Spieltage bis zum 34.", sagte Siersleben. "Die Leistung macht Mut, darauf können wir aufbauen." Am nächsten Samstag (25.10., 15:30 Uhr / live in SWR1 Stadion) geht es für die Heidenheimer in den Kraichgau. Dort treffen sie auf die TSG Hoffenheim, die bislang im eigenen Stadion noch keinerlei Punkte holen konnte.