Bundesliga

Es wird düster beim 1. FC Heidenheim

Der 1. FC Heidenheim hat bei Werder Bremen kein gutes Spiel gemacht und erneut verloren. War es das nun für das Team von der Ostalb?

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Stand

Von Autor/in Michael Richmann

Der 1. FC Heidenheim ist am Boden. Wieder so ein wichtiges Spiel und wieder setzt es einen Nackenschlag. Wie schon in Augsburg, gegen den HSV, bei Mainz 05 oder gegen Köln oder in Augsburg, wo es immerhin noch einen Punkt gab. Doch dieses 0:2 bei Werder Bremen war für Heidenheims Kapitän Patrick Mainka "sehr ernüchternd" und für Trainer Frank Schmidt "wenig bundesligatauglich".

Heidenheim nun mit acht Punkten Rückstand

Um die acht Punkte auf den Relegationsplatz aufzuholen, müsste Heidenheim in den noch anstehenden zehn Bundesliga-Spielen den Run des Jahrtausends starten oder wenigstens "mehr Punkte aufholen, als wir im Schnitt bis jetzt geholt haben, und diese Rechnung sagt schon alles", meinte Schmidt. Für Mainka ist es "eine relativ aussichtslose Situation".

Mainka ärgerte sich nicht nur über das Ergebnis: "Wir kamen heute nicht für viel mehr infrage. Wir hatten in der ersten Halbzeit vor allem Glück, dass wir nicht schon zurücklagen. Und ich glaube, das ist das, was heute am ernüchterndsten ist." In der ersten Halbzeit war es für Mainka "ein sehr nervöses Spiel mit ganz, ganz einfachen Fehlern auf beiden Seiten. Da haben wir ja sogar Glück gehabt."

Heidenheim lässt zu viele Großchancen zu

Und das ist wirklich defensiv formuliert. Dass Schiedsrichter Florian Badstübner Olivier Demans Tor (26.) für nichtig erklärte, hatte mit Glück noch nichts zu tun. Die Entscheidung war völlig korrekt. Bremens Jovan Milosevic stand erst im Abseits und rannte Heidenheims Keeper Frank Feller, der den kranken Diant Ramaj vertrat, dann auch noch um.

Anschließend ließ sich Omar Haktab Traoré von Romano Schmid abkochen. Keeper Feller war nach Schmids Querpass bereits geschlagen. Doch Jovan Milosevic traf aus zwei Metern das leere Tor nicht (36.).

Heidenheim verliert die entscheidenden Zweikämpfe

Danach ließ sich die Heidenheimer Abwehr von einem verlängerten Kopfball aushebeln. Der herausgelaufene Feller konnte Schmidt nicht stoppen. Doch auch der 26-jährige Österreicher traf das leere Tor nicht. Sein erster Schuss klatschte an den Pfosten, sein zweiter Schuss ans Außennetz. "Wir hatten große Probleme gehabt im Defensiverhalten auf ein paar Positionen und haben dann auch die entscheidenden Zweikämpfe verloren."

Heidenheim hatte zwar auch seine Chancen - Arijon Ibrahimovic (37. & 41.), Traoré (44.),
Stefan Schimmer (48.). Doch all diesen Versuchen fehlte die Präzision. "Wenn du diese Phase hier überstehst, kannst du die Stimmung im ganzen Stadion komplett verändern", sagte Schmidt. "Aber dann musst Du mit den drei Chancen, die wir haben, in Führung gehen."

Der Rückschlag in der Drang-Phase

Stattdessen kam der Rückschlag: "Das ist, was sich ein bisschen durch unsere Saison zieht, dass wir in relativ guten Phasen, dann den Rückschlag kassieren", sagte Mainka. "Und damit können wir anscheinend nicht umgehen." Erst traf Milosevic (57.) und zu allem Überfluss entschied Hennes Behrens das Spiel mit einem Eigentor in der Nachspielzeit (90.+7). "Wir haben hochverdient verloren", ärgerte sich Schmidt. Lag es vielleicht an den lauten Bremer Fans? "Ne, das lag an uns. Wir sind an uns gescheitert und nicht an der Kulisse."

Und was jetzt? "Das wäre jetzt irgendeine Durchhalteparole, wenn ich jetzt sagen würde, wir haben eine große Chance, das noch zu schaffen", sagte Trainer Frank Schmidt. "Jeder kann die Tabelle lesen, jeder kann sehen, wie schwierig es gerade ist", ergänzte Mainka.

Heidenheim mit Durchhalteparolen

Doch der Kapitän ließ dann doch noch ein wenig Trotz durchschimmern: "Es bleibt dabei: Wir haben jetzt noch zehn Spiele in der Bundesliga vor uns und jedes Wochenende ist es ein Geschenk, als Fußballer diese Bühne zu haben. Und das wird unsere Aufgabe sein, in den nächsten Spielen immer wieder an den Sieg zu glauben und dann so viel daraus zu machen, wie es geht."

Als nächstes kommt die TSG Hoffenheim auf den Heidenheimer Schlossberg. Am Samstag, um 15:30 Uhr, können Mainka und Co. den Worten Taten folgen lassen: "Das kleine Fünkchen Hoffnung - wir sind heute noch nicht abgestiegen - das muss natürlich am Leben bleiben. Aber dafür müssen wir natürlich erstmal zusehen, dass wir Leistungen bringen, um wieder für Siege infrage zu kommen."