Auf das ungewohnte Gefühl folgte ein ungewohntes Gefühl. Nach langer Durststrecke einen Bundesligasieg zu erringen ist das eine, ihn zu feiern nochmal etwas komplett anderes.
Heidenheim ringt Union nieder - auch dank Mathias Honsak
"Das war schon lange nicht mehr der Fall", sagte Mathias Honsak nach dem 3:1 (2:0) des 1. FC Heidenheim gegen Union Berlin. Zum Zeitpunkt des Interviews mit SWR Sport hatte der Doppeltorschütze und Matchwinner noch nicht bei seinen Mannschaftskollegen in der Kabine vorbeigeschaut: "Ich bin gespannt, wie es da abgeht."
Bundesliga Sieg gegen den Hexenschuss - Heidenheim sendet Signal im Abstiegskampf
Nach 15 Spielen ohne Sieg hat der 1. FC Heidenheim gegen Union Berlin ein Lebenszeichen aus dem Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga gesendet. Schmerzen bereitet Trainer Frank Schmidt nur sein Rücken.
Gründe für eine angemessene Party gab es aus Honsaks Sicht in diesem Moment gleich doppelt: zum einen das Ende der quälend langen Sieglos-Serie von 15 Ligaspielen, zum anderen seine ersten beiden Saisontore sowie sein erster Doppelpack in der Bundesliga. Am ersten Sieg des FCH seit dem Nikolaustag 2025 hatte der Flügelspieler mit eingebautem Offensivdrang großen Anteil.
"Der Sieg steht an vorderster Stelle", sagte 'Honsi', wie Honsak genannt wird, hinterher: "Dass ich mit meinen ersten zwei Saisontoren gleich einen Doppelpack machen und so der Mannschaft zum Sieg verhelfen konnte, macht mich umso glücklicher."
Honsak: "Manchmal bist du der Held, manchmal..."
In der Tat waren am vergangenen Samstag (11.04.2026) sowohl die Freude über das Erfolgserlebnis an sich als auch die Erleichterung über das Ende von Honsaks Torflaute spürbar. Der 29-Jährige musste bis zum 29. Spieltag warten, ehe er mit seinem 29. Abschluss in dieser Saison endlich das gegnerische Tor traf. Eine Erleichterung sei das gewesen, wie er anschließend feststellte.
"Aber so ist das halt im Fußball manchmal: Manchmal bist du der Held, manchmal bist du der Zero", so der Österreicher: "Ich bin froh, dass es geklappt hat. Besser spät als nie. So können die nächsten Wochen ruhig weitergehen." Eine Hoffnung, die rund um sowie auf dem Heidenheimer Schlossberg noch mehr Menschen haben dürften.
Bundesliga: Heidenheim kann noch hoffen
Durch den Heimsieg gegen Union und die jüngste 0:5-Niederlage des FC St. Pauli gegen Fast-Meister Bayern München hat der FCH den Rückstand zum Relegationsplatz auf sechs Punkte verkürzt. Am übernächsten Spieltag (25.4.) treffen beide im direkten Duell aufeinander.
Mit Ausnahme des Auswärtsspiels bei Rekordmeister FC Bayern (02.05.) stehen die Baden-Württemberger vor einem Restprogramm, das ihnen zumindest auf dem Papier den einen oder andere Punkt bescheren könnte: Die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt spielt zudem noch in Freiburg (19.04.), in Köln (10.05.) und gegen Mainz 05 (17.05.). Die Heidenheimer Hoffnungen sind leise – aber sie existieren. Und sie sind auch mit dem Tore-Timing von Angreifer Honsak verknüpft.
Patrick Mainka: "Schwierige Monate für Honsi"
"Es waren für Honsi schwierige Monate. Man hat ihm angemerkt, dass er kein Tor geschossen hat", sagte Kapitän Patrick Mainka über Honsak, der seit knapp zwei Jahren für den FCH kickt und in den vergangenen fünf Spielzeiten im Schnitt mehr als drei Treffer pro Saison markierte – inklusive Zweitliga-Zeiten bei Darmstadt 98 und Holstein Kiel.
"Man sieht, dass man geduldig sein und arbeiten muss – das hat er über die letzten Monate getan", erzählte Abwehrchef Mainka über seinen Mitspieler von der linken Außenbahn: "Endlich konnte er sich belohnen. Das tut ihm gut, das tut uns gut. Ich bin mir sicher: Mathias Honsak wird bis Saisonende nicht bei zwei Toren stehenbleiben."