Igor Matanovic setzte nach seinen beiden Treffern zum 2:1-Sieg des SC Freiburg beim FC St Pauli die Unschuldsmiene auf: "Der Verein hat sehr viel für mich getan. Wie ich auch sehr viel für den Verein getan haben", sagte der 22-Jährige. "Ich habe 13 Jahre für den Verein gespielt. Ich habe einfach meine ganze Kindheit hier verbracht, sehr viel hier gelernt, meine ersten Schritte im Fußball und im Profi-Fußball gemacht." Damit meinte er nicht seinen aktuellen Arbeitgeber, sondern seinen Jugendklub am Millerntor.
Freiburg-Stürmer Matanovic schwärmt und trifft
Und je länger er sprach, desto mehr geriet er ins Schwärmen: "Ich finde auch schön, wie die Fans mich hier empfangen haben, als dann auch unsere Namen gerufen wurden. Das zeichnet den Verein aus." Nachdem Danel Sinani jedoch zur Führung des FC St. Pauli traf (24.), war es vorbei mit der Nostalgie: "Trotzdem ist es mein Job, dass ich für den SC Freiburg Tore schieße. Und dann ziehe ich natürlich nicht zurück."
Tor Nummer eins war eher Glückssache. Vincenzo Grifo zog von der Strafraumkante ab, der Ball wurde abgefälscht und prallte von Matanovics Oberschenkel ins Tor. Bis dahin hatte sich der SC Freiburg eher schwergetan. "Dann ist so ein Dosenöffner sehr, sehr glücklich. Und dass das zweite dann so hinterherkommt, freut mich persönlich natürlich sehr."
SC Freiburg krönt eine historische Woche
Da stand er wieder "genau richtig" - als nämlich Pauli-Torwart Nikola Vasilj den Schuss von Cyriaque Irié vor Matanovics Füße abwehrte und der in Hamburg geborene Bosnier nur noch einschieben musste. "Das sind Laufwege, die ein Stürmer eben auch machen muss", lobte Trainer Julian Schuster.
"Vor ein paar Tagen haben wir über zwei Niederlagen gesprochen. Und dann haben wir unter der Woche Historisches erreicht und konnten heute mit einem Auswärtssieg nachlegen", sagte der 40-Jährige in Bezug auf den 5:1-Sieg gegen den KRC Genk und dem damit verbundenen Einzug ins Viertelfinale der Europa League.
SC Freiburg plötzlich wieder im Rennen um den Europapokal
Freiburg steht mit nun 37 Punkten auf Platz acht und profitiert von der 1:2 Derby-Niederlage der Frankfurter Eintracht bei Mainz 05. Denn die Breisgauer haben dadurch nur noch einen Punkt Rückstand auf Platz sieben, der aufgrund der drei potenziellen Europapokal-Teilnehmer im Halbfinale des DFB-Pokals, in dieser Saison für die Conference League reichen könnte.
Nach der Länderspiel-Pause stehen für den SC Freiburg die Highlight-Spiele gegen Bayern München und Celta Vigo an. "Es tut gut, jetzt mal durchzuatmen und etwas Energie zu tanken", sagte Julian Schuster. "Dann freuen wir uns auf den April."