Bundesliga

Mainz 05 mit guten Aussichten dank starkem Nebel

Mit einem Kraftakt hat sich Mainz 05 drei Big Points im Abstiegskampf gesichert. Paul Nebel avancierte gegen Eintracht Frankfurt mit zwei Toren zum Mann des Spiels.

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Stand

Von Autor/in Michael Richmann

Als Paul Nebel den Ball über die Linie drückte, platzte es aus allen heraus: die Erleichterung, die Freude, das Gefühl des Triumphs. Aus Paul Nebel, aus seinen Mitspielern und aus allen Mainzer Fans im Stadion. Denn just hatte Paul Nebel für Mainz 05 zum 2:1, zum Derby-Sieg und zu drei immens wichtigen Punkten im Abstiegskampf getroffen. Er hatte Eintracht Frankfurt quasi im Alleingang abgeschossen. "Nein!", sagte der 23-Jährige im Interview mit SWR Sport. "Wir haben das schon zusammen gemacht."

Dabei hatte Nebel auch schon den ersten Treffer für Mainz 05 erzielt (6.). Wie schon gegen Bremen entwickelte sich die frühe Führung aus einem Einwurf. Diesmal brauchten die Mainzer jedoch keine Taube, um für Verwirrung in des Gegners Abwehr zu sorgen. Sheraldo Becker schickte Paul Nebel, dessen abgefälschter Schuss senkte sich hinter Michael Zetterer im Tor.

Mainz 05 mit Glück und Willen

Auch bei Nebels Siegtreffer (89.) war sehr viel Glück und noch mehr Willen im Spiel. Kaishū Sano schien den Ball bereits vertändelt zu haben, als er ihn im Fallen zu Kapitän Silvan Widmer spitzelte. Der flankte auf Nelson Weiper. Doch Zetterer konnte Weipers Kopfball mit einem Wahnsinnsreflex abwehren - allerdings genau vor die Füße von Paul Nebel.

Der Rest war pure Freude - und der Run zur Haupttribüne, zu Freunden, zu Familie und zu seinem verletzten Team-Kollegen Nadiem Amiri. "Nadiem hat die letzten Wochen immer wieder gesagt, dass ich häufiger aufs Tor schießen soll", sagte Nebel. "Heute hat es perfekt geklappt"

Mainz 05 baut den Vorsprung aus

Auch auf anderen Plätzen hat es aus Mainzer Sicht ebenfalls perfekt geklappt. "Es sind einige Resultate zu unseren Gunsten gelaufen", sagte Kapitän Silvan Widmer. Denn nach dem Unentschieden zwischen Köln und Gladbach sowie den Niederlagen von Hamburg, Wolfsburg und dem St. Pauli hat Mainz 05 mit 30 Punkten auf Platz elf bereits sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und derer neun auf den ersten direkten Abstiegsplatz. "Der Job ist noch nicht erledigt, wir müssen weiter punkten", sagte Widmer. "Aber wir sind dem Ziel heute deutlich näher gekommen." Es sind also gute Aussichten für Mainz 05. Und Paul Nebel hatte daran entscheidenden Anteil.

Dabei sah es lange Zeit nach einem Unentschieden aus, weil Mainz 05 mit den vielen Chancen geradezu fahrlässig umging: Sano (20.), Nebel (35.), Becker (39.) scheiterten an der Mainzer Ungenauigkeit. Sheraldo Becker, der kurz vor Schluss mit einem Schuss gleich beide Pfosten traf, hatte einfach nur Pech.

Mainz 05 dreht den Spieß mal um

Nachdem Mainz 05 in der laufenden Saison jedoch bekannt dafür ist, sich noch späte Gegentore einzufangen, lief es diesmal umgekehrt. "Späte Tore und späte Siege sind immer cool. Aber nun heißt es: Kopf kurz durchlüften und dann geht es weiter."

Denn nach der Länderspiel-Pause trifft Mainz 05 auf die kriselnde TSG Hoffenheim. Auch dann wieder mit einem klaren Ziel: "30 Punkte reichen noch nicht. Wir müssen sicherlich noch ein, zwei Siege holen", meinte Widmer. "Je schneller, umso besser."