Es war eine Nachricht, die viele überrascht und einige auch traurig gemacht hat: FCK-Urgestein Jean Zimmer beendet seine Profikarriere beim FCK. Stattdessen gehört Zimmer ab sofort als Führungsspieler zur U21 der Roten Teufel. Der Unterschied ist auf den ersten Blick gar nicht so groß. "Grundsätzlich hat sich nur verändert, dass ich nicht ins Trainingslager gefahren bin. Und die Anfahrt ist ein bisschen eine andere. Von der Intensität, von der Anzahl der Trainingseinheiten, unterscheidet es sich nicht wirklich", berichtet Jean Zimmer im SWR Sport Podcast "Nur der FCK".
Doch auch, wenn der Tagesablauf sehr ähnlich ist, fühlt sich das neue Leben für Jean Zimmer deutlich anders an. In der Kabine ist er ab sofort der Zweitälteste, nach Hendrick Zuck, der ebenfalls den Schritt in die U21 gemacht hat. Zuck befindet sich aktuell nach einem erneuten Kreuzbandriss aber noch in der Reha. Alle anderen im Oberliga-Team sind deutlich jünger. "Ich hatte großen Respekt davor, wie die Jungs mich aufnehmen. Ob die denken, was will der alte Mann von mir, was erzählt der mir", so Zimmer. "Aber sie haben mich sehr offen empfangen, hören zu und wollen auch meinen Rat. Das ist schön und macht unglaublich viel Spaß."
Krönender Abschluss: Mit den Kindern auf dem Betze einlaufen
Dass es für Zimmer im Zweitliga-Team des FCK nicht weitergeht, hatte sich bereits gegen Ende der Saison abgezeichnet. Weil er ahnte, was auf ihn zukommt, bereitete sich der Abwehrspieler darauf vor: "Ich habe dann am letzten Heimspieltag organisiert, dass meine Kinder mit mir einlaufen können." Ein bewegender Moment für den Pfälzer, den er nicht wieder vergessen wird. Nachdem der FCK ihm endgültig signalisiert hatte, dass es für ihn nicht weitergehe, setzte sich Zimmer mit seiner Familie und seinem Berater zusammen. "Es gab diverse Optionen, auch in der zweiten Liga, die sehr spannend und interessant waren."
Entscheidung fürs Herz und gegen die Profi-Karriere
Es stellte sich die Frage: alleine umziehen und nochmal bei einem neuen Verein angreifen, oder die Familie mitnehmen? Ein großer Punkt für Zimmer war, dass seine älteste Tochter im kommenden Jahr in die Schule kommt und er sie nicht aus ihrem gewohnten Umfeld und von ihren Freunden wegreißen wollte. Klar war auch, dass der Lebensmittelpunkt der Zimmers langfristig die Pfalz bleiben soll. Es folgten weitere Gespräche und schließlich die jetzige Lösung: Zimmer wird als Führungsspieler in die U21 integriert, bekommt aber gleichzeitig auch Einblicke in die Bereiche Management und das Training.
Jean Zimmer hätte gerne als Profi beim FCK weitergemacht
Wenn man mit Jean Zimmer über seine Situation spricht, wird zwar klar, dass er inzwischen mit der Entscheidung im Reinen ist. Er macht aber auch kein Geheimnis daraus, dass er sich das alles etwas anders vorgestellt hatte: "Ich war auf jeden Fall enttäuscht. Ich hätte gerne auf Topniveau weitergespielt, konnte mir aber dann auch nicht mehr vorstellen, ein anderes Trikot zu tragen. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich zu 100 Prozent hinter dem stehen muss, was ich mache." Nochmal bei einem anderen Verein zu spielen, sei deshalb keine Option gewesen: "Ich hätte das nicht so gefühlt, in einem anderen Stadion, mit anderen Fans."
Dem FCK bleibt Jean Zimmer also erhalten. In der zweiten Mannschaft quasi als verlängerter Arm des Trainers. Und als Fan in der Kurve: "Ich freue mich drauf, ins Stadion gehen zu können, egal ob bei Heimspielen oder auswärts, wenn es mein eigener Spielplan zulässt." Zum ersten Mal dann beim Jubiläumsspiel zu 125 Jahren FCK gegen den italienischen Traditionsklub AS Rom.
Warum Jean Zimmer die Entscheidung, mitten im Abstiegskampf der 3. Liga zurückzukehren, immer wieder treffen würde, was er den Nachwuchsspielern der Roten Teufel vermitteln will und von welchen emotionalen Nachrichten er bei der Aufzeichnung überrascht wurde - das hören Sie jetzt in der neuen Folge des SWR Sport Podcasts "Nur der FCK".
Fußball | Podcast Nur der FCK
Nur der FCK - der SWR Sport Podcast über den 1. FC Kaiserslautern. Alle zwei Wochen reden wir über alles rund um den FCK - mit Spielern und Fans.