Schön war es nicht, etwas glücklich angesichts des Spielverlaufs auch, doch hinterher war es allen beim Karlsruher SC egal: Das Eichner-Team setzte sich nach einer lange Zeit durchwachsenen Leistung mit 2:0 bei Preußen Münster durch und feierte den ersten Ligasieg seit dem 1. November. Damals hatte der KSC den FC Schalke 04 zuhause mit 2:1 geschlagen - es folgten sechs sieglose Spiele in Serie mit lediglich einem Zähler.
Christian Eichner: "Kann nicht in Worte fassen, wie erleichtert ich bin"
"Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie erleichtert ich bin", sagte Coach Eichner am ARD-Mikrofon. "Im November und Dezember sind wir schon zu kurz gekommen. Jeder kann sich vorstellen, dass Siege durch nichts zu ersetzen sind. Deswegen war das wichtig."
Doppelpack von Marvin Wanitzek
Es war einmal mehr Marvin Wanitzek, der das Spiel auf die Karlsruher Seite zog. Der Kapitän traf per feinem Freistoßtor (79. Minute), ehe er durch einen verwandelten Foulelfmeter (87.) den Deckel auf den Auswärtssieg machte. Unmittelbar vor dem ersten Gegentreffer hatte Münsters Paul Jaeckel (77.) für eine Notbremse die Rote Karte gesehen.
Dabei waren die Gastgeber von Beginn an das bessere Team, doch Zidan Sertdemir (18.) und Marcel Benger (21., 22.) ließen eine mögliche Führung für die Westfalen teils fahrlässig liegen. Der KSC durfte sich bei Keeper Hans Christian Bernat bedanken, dass es torlos in die Pause ging. In der zweiten Hälfte spielten die Badener besser - und nutzten ihre Chancen eiskalt.
"Hätten uns nicht beschweren dürfen, wenn wir hinten gelegen hätten"
"Der Gegner ist unter den Top drei der Liga, was das fußballerische angeht", erklärte Eichner. "Wir hätten uns nicht beschweren dürfen, wenn wir hinten gelegen hätten. In der zweiten Halbzeit hatten wir dann Kleinigkeiten angepasst und Dinge wie die Rote Karte für den Gegner provoziert. Und dann gibt es Individualisten, von denen Trainer und Mitspieler abhängig sind. Und das war heute Marvin Wanitzek."
Marvin Wanitzek: "Tut einfach gut"
Der Doppel-Torschütze selbst rückte die Mannschaftsleistung in den Vordergrund. "Das Wichtigste war, dass wir in den nicht einfachen letzten Wochen zusammengehalten haben", sagte der Mittelfeldspieler. "Wir sind noch enger zusammengerückt, hatten wirklich ein super Trainingslager und jetzt tut es einfach gut, hier als Sieger vom Platz zu gehen."
Für Wanitzek ist aber auch klar, dass "das nur ein erster Schritt war. Wir wissen, dass noch nicht alles perfekt war. Aber wir werden weiter arbeiten und haben noch 16 Spiele vor uns, um unsere Ziele zu erreichen".
Durch den erlösenden Sieg haben die Karlsruher nun erst einmal komfortable sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang 16 und dürfen kurz durchatmen. Weiter geht es nächste Woche gegen Hertha BSC (24.01., 13 Uhr). "Da müssen wir so weitermachen - nur so funktioniert es", blickte Wanitzek voraus. "Wir freuen uns auf ein tolles Heimspiel nächste Woche gegen Berlin."