2. Fußball-Bundesliga

"No-Go" und der Blick in den "Rückspiegel": Karlsruher SC hadert mit spätem Remis in Dresden

Rückschlag für den Karlsruher SC: Bei Dynamo Dresden verspielten die Badener kurz vor Schluss den fast schon sicher geglaubten Sieg. Anschließend ist der Frust groß.

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Stand

Von Autor/in Johann Schicklinski

Das 3:3 zwischen Dynamo Dresden und dem Karlsruher SC war ein echtes Spektakel - und Christian Eichner haderte nach der turbulenten Partie mit dem Ergebnis. Denn als Trainer der Badener haben dem 42-Jährigen gleich mehrere Aspekte missfallen.

Zum einen, dass seine Mannschaft, die den Sachsen fußballerisch und individuell überlegen war, sich überhaupt auf den wilden Schlagabtausch eingelassen und die Kontrolle über das Spiel trotz zweimaliger Führung nie so wirklich hatte. Zum zweiten ärgerte Eichner sich über den Zeitpunkt des späten Dresdner Ausgleichstreffers, der in der Nachspielzeit fiel. Und zum dritten erzürnte den KSC-Coach, dass sein Team danach fast noch das vierte Tor kassiert hätte.

Christian Eichner: "Müssen zum Schluss noch glücklich sein"

Dementsprechend fiel Eichners Fazit nach dem Spiel aus. "Wir hätten in der ersten Halbzeit aufgrund der Überlegenheit mehr Chancen kreieren und dementsprechend mehr Tore erzielen müssen. Wir haben den Gegner ganz leicht nach der Pause zurückgeholt, wo wir das Umschalten ausgestellt haben. Das ist ein No-Go für mich", resümierte der Trainer. "Zum Schluss musst du - das ist typisch 2. Liga - noch glücklich sein, dass du einen Punkt mitnimmst. Wir haben teilweise sehr naiv verteidigt."

KSC leistet sich in der Defensive zu viele Aussetzer

Marcel Beifus (11. Minute), Lilian Egloff (39.) und Fabian Schleusener (61.) trafen für den Karlsruher SC. Für Dynamo waren Nils Fröling (8.), Christoph Daferner (52.) und in der Schlussphase Jakob Lemmer (90.+1) erfolgreich. Die Gäste spielten in der Offensive gefällig und ließen teilweise leichtfertig weitere gute Chancen liegen, leisteten sich in der Abwehr aber zu viele Aussetzer.

Marvin Wanitzek: "Es ist bitter"

"Der KSC hat sein Spektakel wieder", bilanzierte Eichner mit süß-saurer Miene. "Falls sich da einer Sorgen gemacht hat, dass das nicht mehr passiert. Wir sind wieder zurück." Ebenso ärgerte sich Kapitän Marvin Wanitzek. "Wir haben alles reingehauen. Du schießt drei Tore, das sollte normalerweise für den Sieg reichen", sagte der Mittelfeldspieler bei Sky: "Es ist natürlich bitter, kurz vor Schluss den Ausgleich zu kassieren."

"Es war wichtig, hier was mit nach Hause zu nehmen"

Coach Eichner war indes bemüht, bei aller Kritik auch die positiven Dinge zu betonen. "Zumindest haben wir drei Tore geschossen", sagte er und schaute trotz der bislang guten Saison des KSC nach hinten: "Wir haben stabile 15 Punkte und du solltest dir wenige Pausen gönnen. Wenn du zwei, dreimal nicht punktest, solltest du den Rückspiegel geputzt haben, da es sehr, sehr eng ist. Deswegen war es wichtig, hier was mit nach Hause zu nehmen."

Klar ist aber: Mit ebendiesen 15 Zählern gehört der Karlsruher SC derzeit zur erweiterten Spitze der 2. Liga, zu Rang eins fehlen aktuell nur zwei Punkte. Nicht die schlechteste Ausgangsposition in einer Saison, in der Schwergewichte wie der HSV oder Köln weg sind und es - zumindest bislang - noch keine Übermannschaft zu geben scheint.

Nun kommt der 1. FC Kaiserslautern in den Wildpark

Das Glas ist für den KSC also eher halb voll als halb leer. Weiter geht es nach der Länderspielpause mit dem Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern (18.10., 13 Uhr). Die Roten Teufel weisen ebenfalls 15 Punkte auf, es geht für beide Teams darum, an der Spitze dranzubleiben - ein echtes Verfolgerduell also.

Eines, in das der KSC trotz des kleinen Rückschlags in Dresden mit breiter Brust gehen wird, so Abwehrspieler Beifus: "Wir werden jetzt regenerieren und wollen den Kopf frei kriegen. Dann werden wir uns heiß machen fürs Derby - das wird ein geiles Spiel!"