Der Karlsruher SC hat am 29. Spieltag der 2. Bundesliga Arminia Bielefeld mit 4:1 (1:1) besiegt. Für Eichner war das Spiel Teil eins seiner sechsteiligen Abschiedstournee. Der 43-Jährige betreut das Teams seit über sechs Jahren, nach der Saison ist Schluss.
"Wir haben schwere Tage hinter uns, das war nicht einfach für die Mannschaft", sagte Eichner im SWR-Interview. "Die erste Halbzeit war sehr verhalten. Man hatte schon das Gefühl, dass da noch was in den Kleidern steckt. Ich habe mich nach dem Spiel bei der Mannschaft bedankt, weil das heute ein sehr besonderer Tag für mich ist." Der KSC sei wie "Familie", momentan ist es "schwer vorstellbar", etwas anderes zu tun. "Ich fürchte, es werden noch ein paar schwere Momente kommen."
Nicht nur bei Eichner war die Erleichterung nach dem Schlusspfiff groß. "Ich freue mich riesig für die Mannschaft und auch für 'Eiche'. Das war ein wichtiges Spiel, jetzt haben wir 40 Punkte, die sind psychologisch wichtig", sagte KSC-Geschäftsführer Mario Eggimann. "Nach so einer Woche tut das allen gut, das ist schön."
Wanitzek mit Dank an KSC-Trainer Eichner
Besonders emotional zeigte sich KSC-Kapitän Marvin Wanitzek. "Man darf nicht vergessen, wie lange er (Eichner) im Verein ist und ich glaube, wir sind es ihm alle schuldig, ihm in den letzten fünf, sechs Wochen (...) den bestmöglichen Abschied zu bereiten", sagte der 32-Jährige. Eichner sei der Trainer, der ihn zu dem Spieler gemacht habe, der er heute ist: "Das war die schönste Zeit."
Dabei hatte gegen Bielefeld zunächst nicht viel auf einen erfreulichen Abend für die Karlsruher hingedeutet. Robin Knoche hatte die Gäste früh in Führung gebracht (11. Minute). Zwar glich Louey Ben Farhat nach einem sauber vorgetragenen Konter nach toller Vorarbeit von Wanitzek schnell aus (18.), doch insgesamt waren die abstiegsbedrohten Bielefelder in den ersten 45 Minuten das deutlich aktivere und auch bessere Team. "Wir waren 45 Minuten lang zu verhalten und haben uns beeindrucken lassen von einer guten Mannschaft auf der anderen Seite", sagte Eichner.
Im zweiten Abschnitt agierte der KSC dann aber wie verwandelt und setzte die Gäste unter Druck: Christoph Kobald drehte das Spiel mit seinem Treffer (63.). Kapitän Marvin Wanitzek erhöhte auf 3:1 (77.), Shio Fukuda setzen den Schlusspunkt (89.). "Wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort und haben in den Phasen, wo wir dran waren, auch die Tore gemacht". erklärte Eichner.
Meinung "Scheidung auf Augenhöhe" zwischen dem KSC und Christian Eichner ist die richtige Entscheidung
Nun steht es fest: Der Karlsruher SC und Trainer Christian Eichner gehen im Sommer getrennte Wege. Die Trennung nach knapp sechseinhalb gemeinsamen Jahren macht Sinn, findet SWR-Sportredakteur Johann Schicklinski.
Eichners Vorfreude auf die letzten Wochen beim KSC
Am Ende eines emotionalen Abends herrschte dann bereits Vorfreude auf die letzten gemeinsamen Wochen mit Trainer Eichner. "Wir haben häufig Spiele zuhause, die wir noch drehen, das spricht für die Mannschaft", sagte Eggimann. "Ich freue mich jetzt auf die kommenden Wochen, wir haben noch schwere Gegner vor uns." Auch Eichner fiebert den letzten fünf Spielen, die er noch als KSC-Cheftrainer an der Seitenlinie stehen wird, entgegen.
Und dann? Eichner ist auf jeden Fall mit sich im Reinen: "Eine Möglichkeit zu haben in diesem Profigeschäft, in fünf Wochen vor vielleicht ausverkauftem Haus 'danke' zu sagen: Da fällt mir außer dem großen Christian Streich und Frank Schmidt keiner ein."