Das ausführliche Statement zur unschönen Situation kam am Sonntagabend aus der KSC-Zentrale: „Eine Leistung wie in Nürnberg ist indiskutabel. Ich verstehe die Enttäuschung der Fans und den Wunsch nach Veränderung. Auch der Verein weiß, dass etwas passieren muss. Trotzdem gilt es, keine emotionalen und gegebenenfalls überstürzten Entscheidungen zu treffen", so Sport-Geschäftsführer Mario Eggimann in einer Vereinsmitteilung.
Eggimann: "Gemeinsam mit Christian Eichner angreifen"
Eggimann weiter: "Wir haben uns mit Christian Eichner und der Mannschaft zusammengesetzt, die Situation genau analysiert und von der inneren Einstellung bis zum tatsächlichen Einsatz auf dem Platz zahlreiche Punkte besprochen, bei denen Handlungsbedarf besteht. Es waren intensive Tage, die zu dem Entschluss geführt haben, auch gegen Kiel mit Christian Eichner gemeinsam anzugreifen und alles in die Waagschale zu werfen".
Letzte Chance gegen Kiel?
Das heißt also unterm Strich: Christian Eichner, immerhin seit mehr als sechs Jahren Cheftrainer des KSC, wird am nächsten Samstag (21.02./13.00 Uhr) im Heimspiel gegen Holstein Kiel auf der Bank sitzen. Möglicherweise ist es die letzte Partie auf Bewährung für den Trainer, denn die finale Aussage von Mario Eggimann vom Sonntagabend ist eindeutig formuliert und lässt keinen Interpretationsspielraum: "Jedem Einzelnen – vom Trainerteam über den Staff bis zur Mannschaft – muss klar sein, dass am kommenden Spieltag eine deutliche Reaktion erfolgen muss".
Sollte der Karlsruher SC also auch gegen Kiel eine ähnliche Vorstellung abliefern wie zuletzt bei der Pleite am Freitagabend in Nürnberg, dann dürfte Christian Eichner im Wildpark wohl nicht mehr länger zu halten sein.
Sport-Geschäftsführer Eggimann war nach dem Nürnberger 1:5 (0:3) emotional geladen und hatte ein Bekenntnis zu seinem Coach zunächst vermieden: "Ich bin stinksauer, die ersten 60 Minuten gehen gar nicht. Ich erwarte ganz schnell ein anderes Gesicht. Ich erwarte von allen, dass sie sich zu 100 Prozent einsetzen, wenn sie dieses Trikot anhaben", so Eggimann.
Heftige Niederlage für den KSC Freitag, der 13. - Albtraum im Max-Morlock-Stadion
Der Karlsruher SC ist beim 1. FC Nürnberg unter die Räder gekommen. Schlimmer als das Ergebnis: Der KSC spielte zaghaft, ideenlos und mit Beinen schwer wie Blei.
Viel Frust nach der Pleite von Nürnberg
Noch am Samstag sagte der Schweizer laut den Badischen Neuesten Nachrichten: "Wir werden uns heute zusammensetzen und ganz viele Gespräche führen. Dann werden wir am Ende schauen, was passiert. Stand jetzt wird Christian auch gegen Kiel auf der Bank sitzen."
Auch Trainer Christian Eichner zeigte sich nach der neunten Saisonniederlage "maximal frustriert. Wir haben uns bei den Gegentoren dilettantisch angestellt", kritisierte er. Er habe ein Abwehrverhalten gesehen, "das nicht zweitligatauglich war". So sei es in dieser Liga "nicht möglich, um Punkte zu spielen".
Karlsruher SC: Abstiegs- statt Aufstiegskampf?
Jetzt also ist in der Tat im Heimspiel am kommenden Samstag gegen Holstein Kiel Wiedergutmachung gefordert. Von der Mannschaft und vom Trainerteam um Christian Eichner. Eine Art letzte Chance zur Kehrtwende.
Statt im Aufstiegskampf mitzumischen, geht es für die Badener nun um Schadensbegrenzung und die notwendigen Punkte für den Klassenverbleib. Die Karlsruher haben in den vergangenen elf Partien nur einen Sieg geholt und nur noch vier Punkte Vorsprung vor dem Abstiegs-Relegationsplatz.