Es läuft sportlich derzeit nur wenig rund beim Zweitligisten Karlsruher SC. Fünf Niederlagen mussten die Badener in den vergangenen Wochen verdauen, zudem verlor das Team von Cheftrainer Christian Eichner beim jüngsten 0:4 gegen den SC Paderborn auch noch zwei Spieler durch einen Platzverweis. Sowohl Stürmer Fabian Schleusener als auch Abwehr-Routinier Marcel Franke wurden mit Gelb-Rot vom Platz gestellt und verpassen somit den Jahresabschluss in der 2. Bundesliga beim VfL Bochum (Samstag, 13 Uhr). Aufgrund einer Wadenverletzung muss Eichner zudem auf Innenverteidiger Christoph Kobald verzichten. "Personell ist es wieder ein bisschen schattiger geworden", sagte der Trainer.
Dank eines erfolgreichen Saisonstarts stehen die Karlsruher in der Tabelle immer noch auf einem soliden achten Platz (21 Punkte), haben aber den Anschluss an die Top-Teams der Liga verloren. Damit der KSC nicht noch weiter in Richtung des unteren Tabellendrittels rutscht, braucht das Team dringend ein Erfolgserlebnis. Dafür gibt es vor der Weihnachts-Pause noch eine Chance - im Auswärtsspiel in Bochum.
KSC-Trainer Christian Eichner fordert Mut
Dort hofft Eichner auf eine Reaktion seiner Mannschaft. Entscheidend sei vor allem die Haltung, meinte der 43-Jährige. "Wir brauchen insgesamt wieder eine andere Kultur im Verteidigen", sagte Eichner und forderte mehr Mut. Beim Tabellennachbarn in Bochum sieht sich der KSC zwar in der Rolle des Außenseiters, genau daraus zieht der Chefcoach aber Zuversicht. "Aus dieser Rolle kann ich mir auch ein bisschen was zum Vorteil machen", sagte er.
VfL Bochum mit umgekehrter Formkurve
Genau andersherum als beim KSC verlief die aktuelle Saison für den VfL Bochum. Nach einem schwachen Start mit sieben Niederlagen aus den ersten acht Zweitliga-Spielen hat sich das Team unter dem neuen Trainer Uwe Rösler gefangen und von den weiteren acht Ligapartien nur eine verloren. Bochum hat sich aus dem Tabellenkeller herausgekämpft und als Neunter nur noch einen Punkt Rückstand auf den KSC.
In Karlsruhe hatte es zuletzt auch einen Trainerwechsel gegeben. Allerdings nicht auf der Position des Chefs, sonder der des Co-Trainers. Zlatan Bajramovic wurde nach vielen Jahren in Diensten des KSC freigestellt, Christian Eichner verlor nach eigener Aussage "den wichtigsten Menschen" in seinem sportlichen Umfeld. Für Bajramovic rückte der ehemalige KSC-Verteidiger Daniel Gordon ins Trainerteam nach.
Volles Vertrauen in Christian Eichner
Nach der 0:4-Niederlage gegen Paderborn äußerte sich KSC-Geschäftsführer Mario Eggimann zur Frage, ob nach der Freistellung von Zlatan Bajramovic auch eine Veränderung auf der Cheftrainer-Position bevor stehe. Die klare Antwort von Eggimann: "Wir stellen Christian Eichner bei unserer Analyse nicht in Frage. Auch nicht nach diesem Spiel. Wir wollen mit ihm erfolgreich sein." Eichners Reaktion: "Das freut mich natürlich. Die jetzige Situation ist für mich erklärbar. Dadurch wird es allerdings nicht besser. Wir müssen versuchen, jetzt eine gute Woche zu haben."
Eine gute Woche, die aus Sicht des KSC bestenfalls mit einem Punkt oder drei Punkten in Bochum abgeschlossen werden soll. Denn nur so würde es für die Beteiligten in eine versöhnliche Weihnachtswoche gehen.