2. Bundesliga

Christian Eichner ist ab Sommer nicht mehr KSC-Trainer

Die Hinweise verdichteten sich immer mehr, nun ist es bestätigt: Trainer Christian Eichner wird den Karlsruher SC im Sommer verlassen. Es wird bereits ein Nachfolger gehandelt.

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Von Autor/in Michael Richmann

Christian Eichner hat noch einen Vertrag bis 2027. Trotzdem muss sich der Karlsruher SC für die kommende Saison einen neuen Cheftrainer suchen. Denn Eichner und der KSC gehen ab Sommer getrennte Wege. "Nach intensiven und offenen Gesprächen zwischen den Verantwortlichen um Geschäftsführer Sport Mario Eggimann und Christian Eichner ist die gemeinsame Entscheidung gereift, am Saisonende einen Trainerwechsel zu vollziehen", hieß es in der Pressemittteilung, die der KSC am Mittwochmorgen verschickte. Damit bestätigten die Badener, was sich bereits in den vergangenen Tagen abzeichnete und laut "Bild" und "Badische Neueste Nachrichten" bereits seit Ostermontag (6. April 2026) als beschlossene Sache galt.

KSC ist oberes Mittelmaß der 2. Bundesliga

Der Karlsruher SC steht aktuell im Mittelfeld der Zweitliga-Tabelle (Platz neun mit 37 Punkten) und ist weder in den Abstiegskampf noch ins Aufstiegsrennen involviert. Allerdings war zu erkennen, dass der KSC nach mehreren stabilen Jahren in der 2. Bundesliga in der Entwicklung stagnierte. Besonders nach dem spielerisch desolaten 1:5 beim 1. FC Nürnberg wurde der Ruf nach Veränderung laut. Gerüchten zufolge stand Eichner damals schon kurz vor dem Rauswurf. "Dieser Verein und ebenso diese Mannschaft sind für mich etwas ganz Besonderes. Dementsprechend ist mir die Arbeit extrem ans Herz gewachsen", sagte Eichner, "umso mehr als wir auch schwierige Phasen immer wieder gemeinsam mit viel Einsatz, Leidenschaft und Zusammenhalt bewältigt haben".

Allerdings hatte es schon im Dezember Streit zwischen Eichner und der Vereinsführung gegeben, als sich der KSC überraschend und ohne Angabe von Gründen von Co-Trainer Zlatan Bajramović trennte. Neun Jahre lang hatte Bajramović an der Seite von Eichner gestanden. Der Chefcoach kritisierte seinerzeit den Rauswurf und erklärte, dass er "den wichtigsten Menschen" in seinem direkten Umfeld verloren habe.

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Meinung "Scheidung auf Augenhöhe" zwischen dem KSC und Christian Eichner ist die richtige Entscheidung

Nun steht es fest: Der Karlsruher SC und Trainer Christian Eichner gehen im Sommer getrennte Wege. Die Trennung nach knapp sechseinhalb gemeinsamen Jahren macht Sinn, findet SWR-Sportredakteur Johann Schicklinski.

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Christian Eichner hat den KSC ins Mittelfeld geführt

Christian Eichner war schon als Jugendspieler beim KSC und begann dort auch seine Profi-Karriere. Nach Stationen bei der TSG Hoffenheim, dem 1. FC Köln und dem MSV Duisburg kehrte Eichner 2016 als U17-Trainer zum KSC zurück. Nach nur einem Jahr in der Jugendabteilung wurde er Co-Trainer unter Marc-Patrick Meister und Alois Schwartz. Nach dessen Freistellung im Februar 2020 stieg Eichner zum Cheftrainer des KSC auf.

Er rettete die Karlsruher im Sommer 2020 vor dem Abstieg in die 3. Liga und formte die Badener in den darauffolgenden Jahren zu einem stabilen Zweitligisten, der phasenweise sogar um den Aufstieg mitspielte. Diese Ära endet nun. "Über die Bedeutung von Christian Eichner für den KSC gibt es keine zwei Meinungen. Christian hat sich über die Jahre durch gute Arbeit und Hingabe zu einem Aushängeschild unseres Clubs entwickelt", ließ sich Eggimann in der Mitteilung des Vereins zitieren. "In unserer Verantwortung für den KSC ist es jedoch unsere Aufgabe, die Gesamtsituation zu jeder Zeit zu bewerten und zu hinterfragen. Über die Zeit ist der Eindruck gereift und hat sich immer weiter verfestigt, dass wir nach sechseinhalb Jahren gemeinsamer Arbeit einen Punkt in der Entwicklung erreicht haben, an dem wir für die Zukunft neue Impulse setzen wollen."

Kommt Eichner Nachfolger vom SC Verl?

Laut den "Badischen Neuesten Nachrichten" denkt der KSC über Tobias Strobl als Nachfolger für Christian Eichner nach. Strobl spielt mit dem Drittliga-Vierten SC Verl derzeit um den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

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Michael Richmann
Michael Richmann ist Sportredakteur, Podcast- und Feature-Autor für SWR Sport und SWR Kultur.