Fußball | 2. Bundesliga

"Das kann nicht sein": KSC bricht nach Rückstand in Hannover ein

Der Karlsruher SC kassiert bei Hannover 96 die dritte Niederlage in Serie. Dabei hatten die Badener dem Aufstiegsaspiranten über weite Strecken ein ausgeglichenes Duell geliefert.

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Von Autor/in Michi Glang

Noch Anfang November hatte es so ausgesehen, als könnte sich der KSC in der Spitzengruppe der 2. Liga etablieren. Nach dem 2:1 gegen Tabellenführer gegen den FC Schalke 04 war der Jubel groß rund um den Wildpark. Doch statt eines goldenenen Herbsts wurde es ein grauer November zum Vergessen für den Zweitligisten.

Es folgten Niederlagen bei Arminia Bielefeld (0:4), gegen die SV Elversberg (2:3) und nun am Freitagabend bei Hannover 96. Nach dem Schlusspfiff stand ein klares 0:3 aus KSC-Sicht auf der Anzeigetafel. Drei Spiele, null Punkte und 2:10 Tore - eine harte Landung in der Realität.

Wanitzek lässt die Führung liegen

Nach dem Spiel gegen Elversberg hatte KSC-Trainer Christian Eichner noch von einer der verdientesten Niederlagen seiner Trainerkarriere gesprochen. Mit dem Auftritt in Hannover war er über weite Strecken aber einverstanden. ""Ich habe heute 70 Minuten ein ausgeglichenes Spiel gesehen mit wenig Torraumaktionen auf beiden Seiten. Der Gegner wirkt immer etwas gefährlicher, weil er mehr den Ball hatte", sagte Eichner im Sportschau-Interview.

Marvin Wanitzek schätzte die Leistung ganz ähnlich ein. "Wir haben bis zur 60. Minute versucht, das umzusetzen, was das Trainerteam uns mit auf den Weg gegeben hat", sagte der Kapitän. Knackpunkt des Spiels war die 66. Minute, als Wanitzek nach Vorarbeit von Fabian Schleusener aus 14 Metern freistehend den Führungstreffer verpasste, sein Schlenzer strich am Pfosten vorbei. Fast im Gegenzug bestraften die 96er das, indem Husseyn Chakroun das 1:0 markierte (68.). "Das ist die Situation bei uns momentan", sagte Eichner.

KSC kann das Spiel nicht offenhalten

Danach ging praktisch nichts mehr bei den Badenern. Benedikt Pichler legte schon zwei Minuten für Hannover nach. "Mit dem 0:2 war der Stecker gezogen", sagte Wanitzek. "Aber ich glaube, dass es kein 3:0-Spiel war." Wurde es aber trotzdem: Den Endstand markierte Mustapha Bundu, nachdem Dzenis Burnic zuvor ein kapitaler Fehlpass unterlaufen war (77.).

Es war bereits das sechste Spiel, in dem der KSC drei oder mehr Treffer kassiert. Dabei stand die Defensive der Badener zu Saisonbeginn noch recht stabil. Der Grund dafür ist einfach. "Wir haben in den vergangenen Wochen im individuellen Bereich im Verteidigungsspiel nachgelassen", stellte Eichner fest.

Vor allem der zweite und dritter Gegentreffer wurmten Eichner. "Wir schaffen es aktuell nicht, so ein Spiel dann auch nochmal bis zur 85. Minute offen zu halten, um dann noch mal 'all in' zu gehen", sagte der 43- Jährige. "Das Spiel war heute in neun Minuten entschieden. Das kann nicht sein."

Eichner bleibt optimistisch

Am kommenden Spieltag steht für die Karlsruher die nächste schwere Aufgabe an. Am Samstagabend um 20:30 Uhr tritt der KSC dann beim SV Darmstadt 98 an. Eichner geht trotz der klaren Niederlage in Hannover erneut optimistisch in die Woche.

"Hoffnung machen mir 68 ordentliche Minuten bei einer Mannschaft, die aufsteigen will", sagte der KSC-Coach. "Wir müssen Ruhe bewahren und Stärke ausstrahlen. Und das machen wir mit der Mannschaft. Dann werden wir nächste Woche wiederkommen und vielleicht ein gelungeneres Interview geben können, was das Ergebnis anbelangt."

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Michi Glang
Michi Glang
Das Interview führte
Tom Gerntke