Bundesliga

"Lange darauf hingearbeitet": Eric Martel und sein traumhafter Einstand beim FSV Mainz 05

Erstes Spiel, erstes Tor, erster Sieg - beim Auftritt des 1. FSV Mainz 05 bei Borussia Mönchengladbach war Rückkehrer Eric Martel der Mann des Spiels.

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Stand

Erstes Spiel, erster Sieg, erstes Tor - es war ein Samstag wie gemalt für den Mainzer Mittelfeldspieler Eric Martel. "Ja, das kann man so sagen", sagte er am Sonntag im Interview mit SWR Sport und blickte auf den 4:3-Auswärtssieg der Rheinhessen bei Borussia Mönchengladbach zurück. "Ich habe aber auch lange darauf hingearbeitet, so einen Moment mal wieder zu erleben. Es freut mich natürlich, dass ich so reinstarten konnte."

Martels zwischenzeitliches 3:2 (78. Minute) kippte das ereignisreiche Spiel in Richtung der Mainzer. Seine Einwechslung war überraschend, denn der 24-Jährige, der im Sommer vom 1. FC Köln zu den Nullfünfern gewechselt war, hatte wegen einer Innenbandverletzung lange gefehlt und war erst vor wenigen Tagen voll ins Training zurückgekehrt.

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Ein Ex-Kölner ärgert Gladbach

Aber "er hat sich seinen Einsatz verdient", sagte der Mainzer Trainer Urs Fischer. Daher hatte der ausgelassene Jubel nichts mit seiner Vergangenheit beim Gladbacher Erzrivalen Köln zu tun: "Das waren einfach die Gefühle, die raus mussten. Das hatte nichts mit dem Gegner zu tun. Klar: Im Nachhinein ist es als Ex-Kölner nochmal ein bisschen schöner, in Gladbach das Tor zu schießen. Aber wenn man sieht, wie man sich zurückgearbeitet hat, dann ist es echt schön, so einen Moment zu haben."

Die Mainzer Joker stechen

Chefcoach Fischer hatte den Sieg quasi eingewechselt. Denn Martel und Danny da Costa beim Stand von 2:2 die beiden Joker ins Spiel gebracht, die in der Schlussphase mit ihren Toren die Bundesliga-Partie entschieden. Doch von Selbstgefälligkeit ist Fischer weit entfernt. Dementsprechend untermalte der Coach des FSV Mainz 05 nach dem turbulenten Erfolg in Gladbach die Aussage über sein goldenes Händchen mit einem für ihn typischen Grinsen: "Schön, wenn es am Ende so aufgeht. Da hat der Trainer alles richtig gemacht mit seinen Einwechslungen."

Neben Martel und da Costa (89.) trafen auch wieder die beiden Stürmer Phillip Tietz (18.) und Sheraldo Becker (45.+1). Da ließen sich auch die drei Gegentore durch Florian Neuhaus, Isac Lidberg und Shuto Machino verkraften. "Wir sind super zurückgekommen und haben dann in der zweiten Halbzeit nicht geschafft, das umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben", sagte Martel. "Wir haben die Gladbacher kommen lassen und haben so ein bisschen um den Ausgleich gebettelt. Haben wir dann auch kassiert." Nämlich durch den Schweden Lidberg in der 59. Minute.

Mainz 05 ist gut in die Saison gestartet

Dann bewiesen die Rheinhessen aber doch Moral und entschieden das Spiel für sich. Durch den Sieg springen die Mainzer in die obere Tabellenhälfte. Ein Zeichen für die neue Stabilität, die Coach Fischer zu den Rheinhessen gebracht hat. Denn für die sieben Punkte, die die Mainzer jetzt schon auf dem Konto haben, hat der Club unter Fischer-Vorgänger Bo Henriksen in der vergangenen Saison noch 14 Spieltage gebraucht. "Unser Wille und die Mentalität waren heute Schlüssel, immer wieder ins Spiel zurückzufinden. So ist es nach vier Spielen ein guter Start, was gerade vor der langen Länderspiel-Pause wirklich gut tut", sagte Sportdirektor Niko Bungert.

Mainz-05-Stürmer Tietz bleibt ohne "die Kirsche auf der Sahnetorte"

Angesichts des fulminanten Starts mit unter anderem einem 5:0-Erfolg beim Hamburger SV überraschte es ein wenig, dass Bundestrainer Jürgen Klopp in Nadiem Amiri nur einen Spieler seines Ex-Clubs in seinen XXL-Kader für die Nations League berief. Angreifer Tietz ist zwar schon 29 Jahre, hat aber mit vier Toren aus vier Spielen einen starken Start in die Saison hingelegt.

Auf die Frage, ob er enttäuscht sei, sagte der Stürmer bei DAZN: "Was heißt enttäuscht? Es ist aller Ehren wert, dass ich überhaupt in den Medien genannt werde. Das ist für mich eine Auszeichnung, dass ich überhaupt da infrage komme und sämtliche Medien über mich schreiben." Eine Nominierung wäre "die Kirsche auf der Sahnetorte" gewesen, beteuerte Tietz. Für Mainz geht es nach der Pause gegen Bayer Leverkusen weiter.

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Michael Richmann
Michael Richmann ist Sportredakteur, Podcast- und Feature-Autor für SWR Sport und SWR Kultur.