Fußball-Bundesliga

Mainz-Neuzugang Phillip Tietz: "Völlig überzeugt, dass wir das Ruder rumreißen können"

Neuzugang Phillip Tietz soll Mainz 05 dabei helfen, den Klassenerhalt in der Bundesliga zu schaffen. Im Interview mit SWR Sport spricht der Angreifer ausführlich über seinen Wechsel zu den Rheinhessen und warum er Stefan Bell schon etwas länger kennt.

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Stand

Am Samstag startet der 1. FSV Mainz mit dem Auswärtsspiel bei Union Berlin (15:30 Uhr im Audiostream und Liveticker auf sportschau.de) in die Mission Klassenerhalt. Mit dabei: Phillip Tietz, der vom FC Augsburg verpflichtet wurde.

SWR Sport: Phillip Tietz, Sie kennen die Region schon aus Ihrer Zeit beim SV Wehen Wiesbaden. Was ist denn an Mainz schöner als an Wiesbaden?

Phillip Tietz: Vieles, muss ich ehrlich sagen. Allgemein die Stadt, ich bin ein Fan von Altstadt. Wo ich gestern durch die Stadt gelaufen bin, habe ich mich umschauen müssen und dachte: 'Wow, das ist wirklich richtig schön'. Ich glaube, im Sommer ist es nochmal schöner, wenn das Wetter mitspielt.

Dann auch das Rheingebiet am Wasser, wenn du dort spazieren gehst, wunderschön. Ich glaube, die Stadt wird halt auch gut belebt von den ganzen Studenten. Es ist immer was los. Die laufen freudig durch die Gegend und das steckt einfach an und das habe ich gestern zu spüren bekommen und bin wirklich glücklich, dass ich jetzt hier bin.

Es gab ja auch Gerüchte um einen Wechsel zu einem anderen Verein. Auch Übersee war im Gespräch. Warum wurde es am Ende Mainz 05? Die Situation ist ja kritisch.

Klar war es mir bewusst, dass das eine andere Situation ist als vielleicht bei anderen Vereinen, wo ich hätte unterschreiben können. Aber ich bin völlig davon überzeugt, dass wir das Ruder hier rumreißen können und dass wir alles in eine andere Richtung einschlagen werden.

Ich hatte super Gespräche mit Herrn Heidel und mit Herrn Bungert, wo ich auch gemerkt habe, die wollen mich wirklich ganz dolle haben. Als sie angeklingelt haben, habe ich schnell gesagt, dass ich nur zu Mainz 05 möchte. Das habe ich direkt gespürt gehabt, dass es einfach passen wird und ich bin jetzt immer noch guter Dinge. Und habe jetzt einfach Bock, dass ich jetzt hier bin und freue mich auf das erste Spiel.

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Spielt es auch eine Rolle, dass Sie die Region einfach schon kannten?

Es spielt eine Rolle, aber eine kleine. Es hat nicht nur damit zu tun. Ich muss wirklich da die Geschäftsführung einfach hervorheben und sagen, dass die der Grund waren, genau wie der Verein an sich. Ich verbinde ja den FSV Mainz 05 mit der Bundesliga und nicht damit, wo wir jetzt stehen. Und da will ich einfach helfen, den Fans helfen, der Mannschaft helfen, dem Verein helfen. Und da bin ich sehr guter Dinge, sonst hätte ich das auch nicht gemacht.

Sie haben bei den Augsburger Anhängern große Beliebtheit genossen. Worauf dürfen sich denn die Mainzer Fans freuen? Was sind Sie für ein Typ auf dem Platz? Aber vielleicht auch daneben?

Wenn ich Angebote von Vereinen habe, dann gucke ich als erstes immer, ob ich mich mit dem Verein überhaupt identifizieren kann. Wenn ich es nicht kann, dann bin ich nicht so weit, dass ich sage, ich gehe den Schritt. Aber ich kann mich komplett mit Mainz 05 identifizieren. Ich werde alles daran setzen, dass ich mich mit dem Verein so weit weiterentwickle, dass wir gemeinsam was reißen können. Ich bin sehr nahbar, würde ich sagen. Also mich kann jeder anhauen, jeder anquatschen. Da braucht ihr keine Scheu haben. Ich habe immer ein offenes Ohr, nehme mir viel Zeit für die Fans, für die Kids.

Und auf dem Platz?

Ich arbeite akribisch an mir, damit ich am Wochenende die bestmögliche Leistung abrufen kann. Und deswegen können sich die Fans auf einen Spieler freuen, der alles immer raushauen wird, alles geben wird und auch weiß, wo das Tor steht.

Im Vorstellungsvideo von Mainz 05 sah die Begrüßung mit Stefan Bell recht herzlich aus. Kennen Sie sich aus Duellen, die sie schon hatten oder gibt es da einen anderen Hintergrund?

Wir kennen uns ein Stück weit durch meinen Berater. Aber das erste Mal, wo wir uns richtig kennengelernt haben, war in der Reha in Mainz-Mombach (zu Tietz' Zeit beim SV Wehen Wiesbaden, Anm. d. Red.). Da haben wir zusammen die Reha-Phase verbracht, und dann kam man sich da mal ein bisschen näher. Da haben wir auch Tischtennis gegeneinander gespielt, wo ich das ein oder andere Mal besser aussah als er. Und dann blieb halt der Kontakt durch die Spiele, die wir gegeneinander hatten, wo wir ein bisschen gequatscht hatten.

Die Ablösesumme soll bei vier Millionen Euro liegen. Ist das ein Punkt, der Sie irgendwie beschäftigt oder ist das völlig egal?

Beschäftigen tut mich das nicht. Egal ist es aber auch nicht. Ich merke einfach, dass Mainz 05 mich unbedingt haben wollte und das weiß ich zu schätzen. Deswegen werde ich auch definitiv alles geben auf dem Platz und diesen Transfer auch rechtfertigen wollen. Aber Druck oder sonstiges mache ich mir nicht, definitiv nicht.

Kurz zu Ihrer Rolle. Sie sind ein echter Stürmer vorne drin. Was ist Ihnen lieber: Alleine vorne drin spielen oder mit einem zweiten Stürmer um Sie herum?

Das geht beides, ich habe beides schon gehabt - auch über eine eine längere Zeit. Komplette Saisons über hatte ich mal mit zwei Stürmern gespielt, mal mit einem Stürmer gespielt, mal mit zwei Zehnern oder Achtern, die sehr variabel und schnell waren. Deswegen: Das hat der Trainer zu entscheiden, ich könnte alles spielen und werde mich darauf einstellen, was der Trainer sagt.

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Einer, der um Sie herum spielen könnte, ist Silas, der ebenfalls verpflichtet wurde. Kennen Sie ihn aus der Bundesliga und freuen Sie sich auf das Zusammenspiel?

Silas kennt man schon. Ein super Eins-gegen-Eins-Spieler, der eine gewisse Dynamik und Schnelligkeit mitbringt und auch die Bundesliga schon kennt. Ich glaube, auf den können wir uns auch extrem freuen.

Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Marius Rinkel
Onlinefassung
Michi Glang
Michi Glang