Heidel hat den entlassenen Trainer Bo Henriksen auf einer Pressekonferenz am Donnerstag (04.12.) mit emotionalen Worten verabschiedet. "Bo ist in einer Art und Weise gegangen, wie wohl noch niemand", sagte Heidel einen Tag nach der Freistellung des Dänen: "Er hat 70 Menschen umarmt, es sind viele Tränen geflossen."
Henriksen, einst als Retter gefeiert, musste bei den Mainzern aufgrund der schwachen Ausbeute in dieser Saison gehen. Der Klub steht nach zwölf Spieltagen auf dem letzten Bundesligaplatz und hatte zuletzt 0:4 beim SC Freiburg verloren.
"Das ist nicht Mainz 05"
"Die Trennung von Bo Henriksen ist so stilvoll wie möglich abgelaufen", sagte der 62-Jährige weiter. "Die Forderungen, dass wir Bo schon auf der Autobahn hätten entlassen müssen - das ist nicht Mainz 05." Man habe sich die nötige Zeit für Beratungen genommen, erklärte Heidel: "Wir haben uns am Montag zusammengesetzt und haben dann einen Tag darüber nachgedacht. Wir wollten herausfinden, ob es die Möglichkeit gibt, die Trennung zu umgehen und weiter zusammenzuarbeiten. Am Mittwoch haben wir einvernehmlich entschieden, dass es nicht weitergeht. Uns war wichtig, dass beide Seiten mit dieser Entscheidung leben können."
Fußball | Bundesliga Der FSV Mainz 05 trennt sich von Trainer Bo Henriksen
Wenige Tage nach dem 0:4 beim SC Freiburg hat der Bundesliga-Tabellenletzte 1. FSV Mainz 05 reagiert und sich von Trainer Bo Henriksen getrennt.
Ein dauerhafter Nachfolger für Henriksen soll bereits am Wochenende präsentiert werden. "Interimstrainer Benjamin Hoffmann bekommt das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach (Freitag, 20:30 Uhr/Audiostream und Liveticker auf sportschau.de). Da haben wir großes Vertrauen in Benni. Am Wochenende werden wir dann einen neuen Trainer präsentieren", kündigte Heidel an, ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen.
Christian Heidel: "Es kommt nicht Bo 2.0"
"Wir haben eine sehr, sehr konkrete Idee", verriet der Sportvorstand immerhin: "Wir sind uns sehr, sehr sicher, dass wir einen Trainer gefunden haben." Medien bringen unter anderem den früheren Union-Coach Urs Fischer mit den Rheinhessen in Verbindung. "Es kommt nicht Bo 2.0", sagte Heidel: "Aber wir haben ein Trainerprofil, dass der neue Mann voll erfüllt."
Übergangsweise betreut U23-Trainer Hoffmann die Mannschaft gegen Mönchengladbach. "Es war absolut aufregend. Ich habe mit meinem Trainerteam erst Offenbach für die Regionalliga vorbereitet", sagte Hoffmann auf seiner ersten Pressekonferenz: "Dann bin ich im Laufe des Vormittags nach oben gerufen worden, dass ich erstmal das Training leiten soll und im Laufe des Tages hat es sich konkretisiert, dass das Spiel auch dabei sein wird."
"Mannschaft ist Bo Henriksen etwas schuldig"
Hoffmann kündigte an, in der Kürze der Zeit vor allem im mentalen Bereich mit der Mannschaft arbeiten zu wollen. "Es gilt, die Köpfe freizukriegen und am Freitagabend nicht nur für Mainz 05 zu spielen, sondern auch für den Menschen Bo Henriksen", sagte der Interimscoach: "Ich glaube, dass die Mannschaft ihm da etwas schuldig ist."