"Die Rote Karte nimmt natürlich schon Einfluss auf das gesamte Spiel", sagte Kaiserslauterns Trainer Torsten Lieberknecht nach der 0:2-Auswärtsniederlage am Samstag (27.09.2025) am Sportschau-Mikro: "Aber wir suchen jetzt nicht die Entschuldigung darin – sondern in der Tatsache, dass wir gerade in der ersten Halbzeit nicht in unser Spiel gefunden haben."
Die Roten Teufel waren nach drei teils deutlichen Siegen in Folge mit ordentlich Selbstvertrauen Richtung Ostwestfalen gereist. Dort prägten aber vor allem die Gastgeber das Spielgeschehen, der 2:0-Endstand aus SCP-Sicht resultierte aus einem Doppelschlag durch die Tore von Filip Bilbija (50. Spielminute) und Laurin Curda (53.) kurz nach dem Seitenwechsel.
Der FCK agierte bereits zu diesem Zeitpunkt in Unterzahl, denn mit dem Platzverweis für Gyamfi hatte sich ein Knackpunkt der Partie schon vor der Halbzeitpause ereignet (45.+3). Der Abwehrspieler brachte im eigenen Strafraum Steffen Tigges zu Fall und hinderte den Paderborner so an einem aussichtsreichen Abpraller.
FCK in Paderborn: Rot für Gyamfi ein Knackpunkt
Nach Eingreifen des VAR sowie nach Ansicht der Bilder entschied Schiedsrichter Konrad Oldhafer (Poppenbüttel): Notbremse, Rote Karte und Elfmeter. Den von Bilbija getretenen Strafstoß konnte Lauterns Torwart Julian Krahl abwehren, die Gegentreffer fielen in der Folge dennoch.
"Ich gebe dem Schiedsrichter gar keine Schuld", sagte Lieberknecht hinterher über den Platzverweis: "Aus meiner Sicht ist es eine ganz enge Situation im Fünfmeterraum, wo Zweikämpfe geführt werden. Ja, er zieht am Trikot – aber das ist Sechzehner-Verhalten."
Lieberknecht: "Nicht wie in den letzten Spielen gezeigt"
Dennoch wollte der FCK-Coach weder der Roten Karte noch der anschließenden Unterzahl zu viel Bedeutung beimessen. Lieberknecht und Co. suchten die Fehler stattdessen bei sich selbst.
"Wir haben uns nicht so präsentiert, wie wir uns in den letzten Spielen gezeigt haben", sagte der 52-Jährige, der allen voran das jüngste 4:1 gegen Preußen Münster zum Vergleich heranzog: In Paderborn sei seine Mannschaft nicht so "scharf" auf alle Bälle und Zweikämpfe gewesen wie noch eine Woche zuvor. Weitere Punkte auf der Mängelliste des Trainers: fehlende Wachheit und das Verteidigen in Unterzahl.
Ganz ähnlich klang auch das Fazit von Keeper Krahl: "Es ist natürlich bitter, wenn du in Unterzahl kommst. Aber man muss auch ganz klar sagen, dass wir bis dahin kein gutes Spiel gemacht haben. Es war einfach nicht unser Tag." Eine Aussage, zu der nach 90 Minuten aus FCK-Sicht auch eine Vielzahl an Statistiken passt: 9:24 Torschüsse, nur knapp 37 Prozent Ballbesitz, dazu eine Passquote von 70 Prozent.
Am achten Spieltag der zweiten Fußball-Bundesliga empfängt der FCK am kommenden Samstag (04.10.25, 13 Uhr) den VfL Bochum. Eine erneute Fehlersuche wie in Paderborn ist höchst wahrscheinlich nicht noch einmal vorgesehen.