Er soll den abstiegsbedrohten SSV Ulm 1846 Fußball vor dem Absturz in die Regionalliga retten: Pavel Dotchev. Erfahrung bringt der 60-jährige gebürtige Bulgare mit: Kein anderer Trainer hat mehr Drittliga-Spiele an der Seitenlinie geleitet als er. In Ulm hat er jetzt bis 2027 unterschrieben. Wie er seine neue Mannschaft einschätzt und er das Ruder rumreißen will, erklärt er im SWR-Interview.
SWR Aktuell: Wie haben Sie das erste Training erlebt und wie sehen Sie den Zustand der Mannschaft?
Pavel Dotchev: Die Mannschaft ist für mich in sehr gutem Zustand. Ich habe nicht das Gefühl, dass die Mannschaft nicht fit ist oder keinen Willen hat. Die Jungs haben heute sehr intensives Training gemacht, das freut mich und ich bin sehr zufrieden mit dem Training heute.
Kurzfristig wollen wir natürlich genug Punkte bis zur Winterpause holen, um ein bisschen Winterspeck zu haben.
SWR Aktuell: Welche Ziele haben Sie kurzfristig und mittelfristig mit der Mannschaft?
Pavel Dotchev: Kurzfristig wollen wir natürlich genug Punkte bis zur Winterpause holen, um ein bisschen Winterspeck zu haben. Danach müssen wir in der Vorbereitung noch ein paar Schrauben drehen. Vorher wurde hier ja auch gut gearbeitet. Nur die Ergebnisse haben eben nicht gepasst. Ich muss also gucken, dass die Spieler wieder an sich glauben. Manchmal bringt ein Trainerwechsel schon Impulse.
Fußball | 3. Liga SSV Ulm 1846 Fußball holt Rekordtrainer Pavel Dotchev
Drittligist SSV Ulm setzt inmitten seiner sportlichen Krise auf geballte Erfahrung: Pavel Dotchev, Rekordcoach der 3. Liga, übernimmt den vakanten Trainerposten beim Zweitligaabsteiger.
SWR Aktuell: Was macht Sie nach den schwachen letzten Spielen zuversichtlich für den weiteren Saisonverlauf?
Pavel Dotchev: Es gibt eben Spiele, wo gar nichts funktioniert. Das Spiel gegen Verl zum Beispiel. Gegen Stuttgart ging es dann weiter bergab. Und dann kam Rostock mit breiter Brust, im Aufwind, nach Ulm. Solche Situationen gibt es im Fußball. Es gibt eine negative und es gibt eine positive Spirale. Jetzt ist hier bei uns leider Gottes die negative Spirale. Das müssen wir jetzt schnell abfangen.
Wir werden jetzt fast nur Endspiele haben.
SWR Aktuell: Sie sind der erfahrenste Drittliga-Trainer. Was können Sie der Mannschaft gerade in so einer unruhigen Situation an Erfahrungen mitgeben?
Pavel Dotchev: Ich habe die Situation schon oft erlebt mit mehreren Vereinen. Ich weiß, dass wir jetzt in einer Situation sind, in der wir keinen Raum mehr haben, Fehler zu machen. Wir haben schon genug Fehler gemacht. Wir werden jetzt fast nur Endspiele haben. Wir müssen versuchen an uns glauben, uns auf uns zu konzentrieren, nicht auf die Konkurrenz zu gucken, sondern von Spiel zu Spiel schauen.
Uns kann kein anderer helfen, wir müssen uns selber helfen und wir müssen eng zusammenrücken. Die Mannschaft muss auch an sich glauben. Ich versuche jetzt der Mannschaft diesen Glauben zu schenken.