Die Faktenlage um Alexander Nübel ist klar: Der Leihvertrag des VfB Stuttgart mit dem FC Bayern München läuft mit Beendigung dieser Saison aus. Stand jetzt wird der Torhüter vorerst zum Double-Gewinner, seinem Stammverein, zurückkehren. In den Personalplanungen an der Isar allerdings, das bestätigte vor dem DFB-Pokalfinale in Berlin auch Bayern-Sportvorstand Max Eberl, spielt Nübel auch in der kommenden Saison keine Rolle.
Bayern-Torhütertrio ist fix
Mit Manuel Neuer, "Kronprinz" Jonas Urbig und Sven Ulreich steht das Torhüter-Trio der Bayern fest, die Verträge mit Neuer und Ulreich wurden in den vergangen Wochen entsprechend bis 2027 verlängert. Trotz eines angeblich mit mehr als zehn Millionen pro Jahr hochdotierten Vertrags noch bis ins Jahr 2030 besitzt Nübel also (vorerst) weiter keine Zukunft in München. Zumindest bis zum mutmaßlichen Karriere-Ende der "Oldies" Neuer und Ulreich im nächsten Jahr.
Warum nicht noch ein Jahr mit Alex Nübel?
Was also tun? Wäre nicht ein neuer Stuttgarter Vertrag mit dem 29-Jährigen für alle Seiten eine naheliegende und die kurzfristig beste Lösung? Einerseits für den VfB vor einer anspruchsvollen Champions-League-Saison mit Dreifachbelastung, weil Nübel in den vergangenen drei Jahren am Neckar konstant seine nationale Spitzenklasse bewiesen hat und ein wichtiger Faktor in der Entwicklung der Schwaben vom Abstiegskandidaten zum Königsklassen-Team war.
Dass der Keeper zudem als WM-Fahrer nominiert wurde, spricht für sich, Nübel würde in Stuttgart weiterhin Stabilität auf hohem Niveau garantieren. Höchstgeschätzt ist er jedenfalls auch von Trainern und Mitspielern.
Bayern müsste erneut "mitfinanzieren"
Auch für Nübel selbst wäre ein Verbleib in Stuttgart nicht nur aus den genannten sportlichen Gründen das Beste. Hier fühlt er sich wohl, hier ist er integriert und anerkannt. Und auch die Bayern hätten eine offene Personalie bestmöglich gelöst.
Natürlich müssten die Münchner den Stuttgartern bei einem Kauf von Alexander Nübel finanziell kräftig entgegenkommen, was den Ausstieg aus dem gut dotierten Langzeit-Vertrag des Torhüters bei den Bayern und auch eine dann fällige Ablösesumme angeht. Was für den Branchen-Krösus aber zweifellos nicht das drängendste Problem wäre. Ein perspektivloser Nübel auf der Tribüne würde niemandem weiterhelfen.
Weitere Erfahrung in Paderborn würde Dennis Seimen guttun
Andererseits würde sich in diesem Fall bekanntlich die Frage stellen: Was wäre dann mit Dennis Seimen? Dem Stuttgarter Eigengewächs und Torhüter-Top-Talent, die erklärte Nummer eins des VfB für die Zukunft? Der könnte mit seinen gerade mal 20 Jahren bei einer Fortsetzung der Leihe beim SC Paderborn reifen und möglicherweise als Bundesliga-Aufsteiger mit den Ostwestfalen ohne den ganz großen medialen Druck weitere wichtige Spielpraxis und Reife in der ersten Liga sammeln. Diese Konstellation würde ihm sicherlich nicht schaden. Denn der Sprung in Stuttgart wäre enorm für ihn.
Die Zeit spricht sowieso für den jungen Seimen. Egal, ob er schon ab Sommer 2026 im Stuttgarter Tor steht oder erst zu einem späteren Zeitpunkt. Der VfB hätte bei dem hochveranlagten Keeper in jedem Fall weiter das Heft des Handelns in der Hand.