Eine Frage der Optionen

Wie reagiert der VfB Stuttgart auf den Seimen-Schock?

Mit Dennis Seimen fällt die neue Nummer eins des VfB Stuttgart bis Ende September aus. Vertrauen die Schwaben auf Ersatzmann Fabian Bredlow oder kommt noch ein neuer Keeper?

Teilen

Stand

Von Autor/in Michi Glang

Eine Verletzung, die zur Unzeit kommt: Dennis Seimen fällt mit einer Muskelverletzung im hinteren Oberschenkel lange aus und wird dem VfB Stuttgart in der ersten Phase der kommenden Saison nicht zur Verfügung stehen.

Zumindest bis zur Länderspielpause wird der 20-Jährige nicht zwischen den Pfosten stehen können. Er verpasst damit wohl die ersten vier Bundesligaspiele, die erste Runde im DFB-Pokal und den Auftakt in die Liga-Phase der Champions League.

VfB lässt Frage nach neuem Keeper offen

Für Seimen, der sich bei seiner Ausleihe zum SC Paderborn mit starken Leistungen die Beförderung zur Nummer eins gesichert hatte, ist es ein schwerer Rückschlag. Für Bredlow, seit Jahren Vertreter des ehemaligen VfB-Torhüters Alexander Nübel, könnte es die Chance sein, sein Können unter Beweis zu stellen.

Die Frage ist, ob die VfB-Bosse dem 31-Jährigen die temporäre Rolle als Stammkeeper zutrauen. Fabian Wohlgemuth ließ am Mittwoch offen, ob die Schwaben auf Seimens Verletzung reagieren. "Auf der Torhüterposition waren unsere Personalplanungen für die kommende Saison bekanntermaßen weitestgehend abgeschlossen. Wir haben auch ohne Dennis viel Qualität in unserem Torhüterteam, dennoch müssen wir in den kommenden Tagen erörtern, ob wir nochmals auf dem Transfermarkt aktiv werden", wird der Sportvorstand zitiert.

Ist Diant Ramaj eine Option?

Für Bredlow sprechen seine Erfahrung und seine Loyalität. Allerdings hat der Keeper in den letzten drei Jahren insgesamt nur elf Pflichtspiele für den VfB absolviert und müsste direkt in den Rhythmus finden. Zudem warten mit Hansa Rostock im DFB-Pokal sowie dem FC Bayern, dem 1. FC Köln, der TSG Hoffenheim und Borussia Dortmund große Herausforderungen in den ersten vier Spielen der Saison. Und auch in der Königsklasse wird sicherlich ein starker Gegner warten. Die Weichen für die Saison werden bereits früh gestellt.

Gut möglich also, dass sich der VfB noch auf dem Transfermarkt umsieht. Die Verpflichtung eines vertragslosen Keepers würde dabei ebenso Sinn ergeben wie eine Leihe ohne Kaufoption. Im letzteren Fall könnte Diant Ramaj ein Kandidat sein. Der 24-Jährige ist gebürtiger Stuttgarter und steht beim BVB unter Vertrag. In der vergangenen Saison stand Ramaj leihweise beim 1. FC Heidenheim zwischen den Pfosten. Weil in Dortmund an Gregor Kobel erstmal kein Vorbeikommen sein dürfte, wäre eine Leihe zum VfB zumindest für den Spieler sicherlich reizvoll - Chance auf Einsätze, auch in der Königsklasse.

Stuttgart

Die neue Nummer eins ist verletzt Schock für den VfB Stuttgart: Dennis Seimen und Justin Diehl fallen vorerst aus

Torhüter Dennis Seimen und OffensivspielerJustin Diehl haben sich Muskelverletzungen zugezogen und stehen dem VfB Stuttgart längere Zeit nicht zur Verfügung.

Ortega, Vasilj oder ein WM-Star?

Bei den vertragslosen Keepern stechen die Namen Stefan Ortega und Nikola Vasilj ins Auge. Ortega hat im Sommer das Kapitel Premier League abgeschlossen, ist nach vier erfolgreichen Jahren bei Manchester City und einer halben Saison bei Nottingham Forest zurück nach Deutschland gezogen und hat mit seiner Familie ein Haus in Hamburg bezogen.

In der Hansestadt wohnte auch Vasilj, der in den vergangenen fünf Jahren beim FC St. Pauli das Tor hütete und bei der WM 2026 für Bosnien-Herzegowina zwischen den Pfosten stand. Wie Ortega dürfte auch der 30-Jährige bei einem neuen Klub mehr als nur die Rolle der temporären Nummer eins anstreben. Laut der "Bild"-Zeitung könnte Vasilj indes zeitnah nach Saudi-Arabien wechseln. Eine Verpflichtung erscheint ohnehin nur möglich, wenn der VfB plötzlich doch einen offenen Konkurrenzkampf für die Rolle des Stammkeepers ausrufen würde - unwahrscheinlich.

Stuttgart

Bundesliga Wo findet Grischa Prömel seinen Platz in der VfB-Zentrale?

Der Neuzugang von der TSG Hoffenheim kommt mit dem Anspruch zum VfB, eine Führungsrolle einzunehmen. Doch wo kann der 31-Jährige den Schwaben am besten helfen?

Eine Frage der Optionen

Ein Torhüter, der bei der WM in den Fokus rückte und ebenfalls ablösefrei zu haben ist, ist Örjan Nyland. Der Norweger zeigte über das Turnier zum Teil überragende Leistungen, patzte dann aber im Viertelfinale gegen England entscheidend und ermöglichte Jude Bellingham in der Verlängerung so den Siegtreffer. Nichtsdestotrotz dürfte der 35-Jährige nach dem Turnier bei einigen, auch großen Klubs auf der Liste stehen.

In Deutschland stehen noch zwei Keeper unter Vertrag, die sportlich interessant sind. Kamil Grabara vom VfL Wolfsburg zählt nach dem Abstieg klar als Verkaufskandidat. Weil die Wölfe aber wohl eine zweistellige Millionensumme aufrufen, ist ein Transfer an den Neckar so gut wie ausgeschlossen. Und was ist mit Michael Zetterer? Der 31-Jährige liefert sich bei Eintracht Frankfurt mit Talent Kaua Santos ein Duell um den Stammplatz. Dem Vernehmen nach soll das Rennen bis zum Ende der Vorbereitung offen sein. Sollte Zetterer den Kürzeren ziehen, könnte sich hier kurzfristig noch eine Chance auftun. Seine Bundesligatauglichkeit hat Zetterer jedenfalls über Jahre bewiesen. Vielleicht wäre die Rolle als Nummer zwei bei einem Champions-League-Club attraktiver als bei den Hessen.

Laut "Sky" plant der VfB keine Neuverpflichtung auf der Torhüterposition - zumindest vorerst nicht. Es wird für Wohlgemuth und Co. letztlich darauf ankommen, ob sich eine wirtschaftlich tragfähige und sportlich Sinn ergebende Option für den VfB eröffnet. Richtig viel Geld werden die Schwaben wohl nicht in die Hand nehmen, um eine Nummer eins für nur einige Wochen zu verpflichten. Es könnte letztlich eine gute Nachricht für Fabian Bredlow sein.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Michi Glang
Michi Glang