Pleite beim HSV

Undav nimmt Slapstick-Gegentor auf seine Kappe - VfB Stuttgart verpasst Sprung auf Platz vier

Die Enttäuschung war groß bei den Spielern des VfB Stuttgart nach der 1:2-Niederlage gegen den Hamburger SV und einem kuriosen Gegentreffer in der Nachspielzeit. Daran änderte auch die Bestmarke von Angreifer Deniz Undav nichts.

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Stand

Von Autor/in Nikolaus Rhein

Es liefen die letzten Sekunden im Hamburger Volksparkstadion, als sich dem VfB Stuttgart noch einmal die Chance auf den Sieg bot, um in der Tabelle wieder auf einen Champions-League-Platz zu springen.

Doch Angelo Stillers Idee, den Freistoß auf der rechten Seite nahe der Strafraumkante in den Rückraum zu legen, hatte der VfB-Taktgeber exklusiv. Der eigentlich an Deniz Undav adressierte Ball landete im Nirgendwo, und statt der Chance auf das 2:1 wurde der VfB in der letzten Minute ausgekontert. Maximilian Mittelstädt versuchte das Unheil noch zu verhindern, konnte den davoneilenden Baldé jedoch nicht stoppen - und musste wie die anderen Akteure der Schwaben mit ansehen, wie Fabio Vieira den HSV zum Sieg schoss.

Missverständnis zwischen Undav und Stiller leitet Niederlage ein

"Das sieht natürlich scheiße aus. Es war eine Misskommunikation, das nehme ich auf meine Kappe", sagte Stuttgarts Deniz Undav nach dem Abpfiff über die verunglückte Freistoßvariante. Der 29-Jährige sprach von einem "unnötigen Tor", lobte aber auch den Gegner für die spielentscheidende Szene: "Das machen die dann gut."

Wir wollten kreativ sein, das hat nicht funktioniert. Und dann verlierst du so ein Ding, wo du normalerweise einen Punkt mitnimmst.

Dass Stuttgart im Vergleich zum 4:0-Sieg gegen die Go Ahead Eagles Deventer unter der Woche in der Europa League mit gleich sieben Veränderungen in der Startelf ins Spiel gegangen war, wollte Undav nicht als Ausrede gelten lassen. Bei der Total-Rotation Ende Oktober gegen Mainz (2:1-Sieg für den VfB) habe es ja auch geklappt. "Die Energie war einfach nicht da. Wir haben es nicht hingekriegt, vor dem Tor gefährlich zu sein", so Undav.

VfB-Coach Hoeneß bemängelt Spielweise in Überzahl

Vor allem nach dem Platzverweis gegen den Hamburger Rössing-Lelesiit in der 81. Minute habe man sich "nicht schlau verhalten", so Undav. "Wir hätten den Ball viel besser laufen lassen können, hatten viele unnötige Dribblings." Sein Trainer Sebastian Hoeneß schlug am ARD-Mikrofon in dieselbe Kerbe: "Wenn du in Überzahl bist, musst du es smarter spielen. Wir hatten zu viele Kontakte und haben die Überzahl nicht sichtbar werden lassen."

Wir sind sehr enttäuscht und haben nicht mehr damit gerechnet, das Spiel zu verlieren. Wir haben eher gedacht: Wir gewinnen noch. Viel brutaler geht's nicht, aber wir müssen es akzeptieren.

Undavs Bestmarke als schwacher Trost

Aus Sicht des VfB-Coaches sei die erste Halbzeit hauptverantwortlich für die Niederlage gewesen. "Wir waren nicht aktiv genug gegen einen tief stehenden Gegner. Wir hatten nicht das Mindset, das es braucht um anzugreifen." In der Tat kamen die Schwaben vor der Pause kaum einmal gefährlich vor das HSV-Tor, nachdem Hamburgs Glatzel den Aufsteiger in der 17. Minute in Führung geschossen hatte. Zwar entwickelte Stuttgart nach dem Seitenwechsel mehr Zug zum Tor, belohnte sich mit dem Ausgleich und drängte danach auf auf den zweiten Treffer. Doch der war den Gastgebern vergönnt.

Für VfB-Torschütze Undav blieb nur der schwache Trost, eine neue Bestmarke aufgestellt zu haben: Mit seinem Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 erzielte der Nationalspieler das sechste Stuttgarter Tor in Folge und stellte damit den Vereinsrekord von Jürgen Klinsmann aus dem Jahr 1986 ein.

Es war Undavs achte direkte Torbeteiligung im November - kein Spieler in den europäischen Top-5-Ligen hat mehr vorzuweisen als der Stürmer, der sich aktuell in Topform befindet - und nach der bitteren Pleite bereits auf das Pokalspiel beim VfL Bochum am kommenden Mittwoch (03.12, 18 Uhr) vorausblickte: "Das ist ein Flutlichtspiel, da müssen wir 90 Minuten on point sein, nicht so wie heute."

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