Er ist schon lange der Dauerbrenner des 1.FC Heidenheim. Jetzt ist er auch der Rekord-Feldspieler der Bundesliga: Patrick Mainka stand kurz vor Weihnachten gegen den FC Bayern im 83. Spiel hintereinander über die volle Spielzeit auf dem Platz. Ohne auch nur eine einzige Minute oder Sekunde zu fehlen. Neue Bestmarke!
Das sind stolze 124 Stunden oder 7.470 Minuten am Stück. Ohne Verletzungspause, ohne Belastungssteuerung, ohne Gelb- oder Rotsperre. Heidenheims Kapitän, immer dabei und unverzichtbar: "Da gehört viel Disziplin dazu", beantwortet Patrick Mainka die Frage von SWR Sport nach dem Erfolgsgeheimnis seiner außergewöhnlichen Beständigkeit, "Vorbereitung und Nachbereitung".
Mainka, der Musterprofi. Mit den 83 Spielen ist er an Freiburgs Christian Günter (82 / 2020-2022) vorbeigezogen. Weltmeister Philipp Lahm steht bei 79 Spielen (2009-2011).
"Geschenk und keine Selbstverständlichkeit"
Die 83 Spiele in Serie binnen zweieinhalb Jahren seit dem Bundesliga-Aufstieg des FCH im Sommer 2023 sind für den Innenverteidiger "ein Geschenk und keine Selbstverständlichkeit". Patrick Mainka genießt "jede Minute und jedes einzelne Spiel in der Bundesliga". Denn er weiß genau, wo er herkommt. "Vor ein paar Jahren", sagt er, als er noch in den Niederungen der 2. Liga kickte, da hätte er noch "sehr viel für ein einziges Bundesligaspiel gegeben. Jetzt sind es noch mehr geworden. Und ich hoffe, es kommen noch ein paar mehr dazu".
Duelle mit Bayern und Harry Kane sind "ein Wahnsinn"
Beispiel Bayern. Das letzte Spiel Kalenderjahr am 21. Dezember gegen den Meister aus München (0:4), sein Rekordspiel, das Duell mit den Fußball-Stars von der Isar: "Dass ich einem Harry Kane gegenüberstehen darf, mich mit ihm messen darf, darauf habe ich meine ganze Karriere hingearbeitet", zeigt sich Mainka, der gebürtige Gütersloher, der über die Stationen Bielefeld, Bremen und Dortmund erst mit dem 1.FC Heidenheim den Sprung in die Erstklassigkeit schaffte, begeistert.
Nach 0:4-Pleite gegen Bayern Heidenheim überwintert auf Abstiegsplatz: "Werden bis zum Ende um Bundesliga kämpfen"
Heidenheim kassiert in der Bundesliga die meisten Niederlagen und Gegentore, hat das rettende Ufer aber weiter im Blick. Coach Schmidt und Kapitän Mainka geben sich kämpferisch.
"Und deshalb", sagt er, "ist es immer noch Wahnsinn. Auch wenn es eine schwierige Situation ist, sollte man doch die Aufgabe mit einem Lächeln angehen, das muss man dann auch genießen, weil es auch für Heidenheim ein Wahnsinn ist".
Das Fußballjahr 2025 hat "viele Nerven gekostet"
Erfolg oder Misserfolg, ganz egal: Die unbändige Fußballlust ist bei Patrick Mainka, dem Bundesliga-Spätberufenen, nicht zu bremsen. In wenigen Tagen geht auch für den FCH-Kapitän wieder ein turbulentes Fußballjahr zu Ende. Zwölf Monate voller Emotionen, zwischen Hoffen und Bangen, zwischen ständigem Abstiegskampf, erfolgreicher Relegation mit Last-Minute- Klassenerhalt und erneutem Rutsch in den Tabellenkeller.
"Das Jahr hat extrem viele Nerven gekostet, weil es ein ständiges Auf und Ab war", gibt Patrick Mainka einen Blick in sein Seelenleben 2025 preis, "vor allem die Relegation war absolut nervenaufreibend. Erst Rückschläge, dann wieder obenauf".
Sportmomente 2025 Last-Minute-Rettung: Heidenheim schafft Klassenerhalt in der Relegation
Der 1. FC Heidenheim hat es in der vergangenen Saison lange spannend gemacht - in der Relegation dann aber spät gejubelt. Ann-Kathrin Rose über den Last-Minute-Klassenerhalt.
Die Winterpause genießen
Jetzt genießt Mainka, aktuell mit Heidenheim auf Abstiegsplatz 17, die kurze Winterpause bis zum ersten Spiel im neuen Jahr am 10. Januar daheim gegen den 1.FC Köln. "Die Pause tut gut am Ende des Jahres, um mal durchzuschnaufen. Und um sich für 2026 auch neu ausrichten zu können", sagt er.
Dauerbrenner und Rekordspieler Mainka jedenfalls ist sich sicher, "dass es bis Ende Mai wieder viele Emotionen gibt. Positive wie negative". Mit dann im besten Fall erneut dem Klassenerhalt für den 1. FC Heidenheim in der Tasche.