Nach 0:4-Pleite gegen Bayern

Heidenheim überwintert auf Abstiegsplatz: "Werden bis zum Ende um Bundesliga kämpfen"

Heidenheim kassiert in der Bundesliga die meisten Niederlagen und Gegentore, hat das rettende Ufer aber weiter im Blick. Coach Schmidt und Kapitän Mainka geben sich kämpferisch.

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Frank Schmidt versuchte am Ende dieses auch für ihn so schwierigen Jahres, Zuversicht auszustrahlen. Er sei überzeugt, dass der 1. FC Heidenheim eine Chance auf den Verbleib in der Fußball-Bundesliga habe - wenn der Club den Weg denn geschlossen weitergeht und die Mannschaft an sich glaubt. Nach der "kurzen, knackigen" Winterpause, so Schmidt, wolle der FCH in den verbleibenden zwei Hinrunden-Partien im Januar "die Weichen stellen" für eine bessere Rückrunde.

"Wir werden uns schon Gedanken machen, was wir zu tun haben, dass wir am 10. Januar zuhause gegen Köln einen Schritt weiter sind", kündige Schmidt am ARD-Mikrofon an. Dann soll die Aufholjagd beginnen - im Rennen um mindestens ein viertes Bundesliga-Jahr in Serie auf dem Schlossberg.

Flut an Niederlagen und Gegentoren

"Es kommen die Spiele gegen Mannschaften, die näher an uns dran sind. Obwohl wir wenig Punkte haben, ist der Abstand nicht so groß, dass man keine Fantasie haben könnte, dass wir nicht noch ein, zwei, drei Plätze nach vorne rutschen könnten", so Schmidt. Aufsteiger 1. FC Köln (Samstag, 10.01.) und Tabellenschlusslicht FSV Mainz 05 (Dienstag, 13.01.) sind die ersten Gegner der Heidenheimer nach dem Jahreswechsel.

"Wir stecken den Kopf nicht in den Sand", bemühte auch Kapitän Patrick Mainka eine klassische Fußballparole. "Ein schwieriges, ein schwaches Jahr 2025 ist vorbei und ganz banal: Neues Jahr, neues Glück! Wir werden im Januar wieder Anlauf nehmen und dann gut in die englische Woche starten."

Kein Zweifel: Die vergangenen zwölf Monate haben bei den Heidenheimern Spuren hinterlassen. Nach der dramatischen Last-Minute-Rettung gegen die SV Elversberg in der Relegation in der Vorsaison gerieten sie auch in der neuen Spielzeit direkt ins Hintertreffen. Zehn Niederlagen stehen nach 15 Spieltagen bereits zu Buche. 34 Gegentore kassierten die Schwaben schon - und damit mehr als alle anderen Erstligisten. Das Ergebnis ist der 17. Tabellenplatz.

Schwächster Angriff, schwächste Abwehr

"Wir müssen uns steigern. Wir sind nicht zufrieden mit dem Jahr", sagte Coach Schmidt nach dem 0:4 (0:2) gegen den FC Bayern München am Sonntag. Das am Ende einen Tick zu hohe Resultat passte zur derzeitigen Situation des FCH. "0:4 hört sich dann brutal an, so war das Spiel dann nicht", analysierte Schmidt. Dass die Bayern verdient gewonnen hätten, da gäbe es keine Zweifel. "Wenn wir noch was Verrücktes hätten machen wollen, dann hätten wir den Anschlusstreffer machen müssen. Da waren schon zwei, drei richtig gute Möglichkeiten dabei. Ärgerlich, aber passt ein bisschen zur ganzen Saison bis jetzt", so Schmidt.

Patrick Mainka wollte die schwache Chancenverwertung - vor allem aus der zweiten Halbzeit - jedoch nicht als einzige Erklärung stehen lassen. "Wir sind der schwächste Angriff UND die schwächste Abwehr, deswegen kann man das nicht nur auf die Chancenverwertung schieben. Wir müssen eine bessere Balance finden. Wir müssen uns in allen Bereichen steigern."

Mögliche Verstärkung in der Winterpause?

Immerhin: Obwohl sie erst elf Punkte geholt haben, liegen die Heidenheimer nur einen Zähler hinter dem Relegationsrang und drei hinter Platz 15. "Wir werden bis zum Ende um die Bundesliga kämpfen", versprach der Kapitän und Dauerbrenner, der in den 15 Bundesliga-Partien vor der Winterpause keine einzige Minute verpasst hatte. Es sei nicht selbstverständlich, dass in Heidenheim mit dem FC Bayern "der Rekordmeister zu Gast ist. Das sollte man auch mit einem Lächeln sehen, auch wenn die Situation weh tut. Wir wollen das so und deswegen machen wir weiter!"

Um die ebenfalls schwächelnde Konkurrenz zu überflügeln, soll in der Winterpause womöglich personell verstärkt werden - so weit es der finanzielle Rahmen eben zulässt. Am 2. Januar nehmen Schmidt und seine Heidenheimer das Training wieder auf - und einen neuen Anlauf Richtung rettendes Ufer.

Erstmals publiziert am
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Sophie Salmen

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