Im siebten Pflichtspiel der Saison hat es den SC Freiburg "erwischt". Nach der zuvor makellosen Bilanz mit sechs Siegen musste sich der Sport-Club bei Eintracht Frankfurt mit einem 2:2 (1:2) begnügen.
Dass die Breisgauer am Ende einen Punkt mitnahmen, war zu einem guten Teil Derry Scherhant zu verdanken. Der 23-Jährige unterstrich zwei Tage nach seiner erstmaligen Nominierung für die Nationalmannschaft seine aktuelle Top-Form. Der gebürtige Berliner traf selbst zum 1:1 und legte den Treffer zum Endstand mustergültig auf.
Scherhant erlebte surreale Woche
"Es ist das Selbstbewusstsein, dass sich step by step aufbaut, wenn die Sachen funktionieren", sagte Scherhant nach dem Spiel im Sportschau-Interview. "Es läuft irgendwie gerade. Und darüber bin ich happy. Seit dem Anruf von Jürgen Klopp umso mehr. Das hat mir einen Push gegeben." Er erlebe eine "surreale Woche", staunte der Linksaußen. "Ich kann das noch gar nicht so richtig fassen, noch gar nicht so richtig greifen."
Scherhant korrigierte in Frankfurt zwei Unaufmerksamkeiten in der Defensive: Beim frühen Rückstand zeigte sich die Abwehr des Sport-Clubs nicht wach genug. Der Ex-Freiburger Ritsu Doan wurde von Jonny Burkardt bedient, sein Querpass fand den ebenfalls angehenden Nationalspieler Younes Ebnoutalib, der keine Mühe hatte, das 1:0 zu erzielen (10. Minute).
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SC Freiburg gleicht in Frankfurt aus
Scherhant sorgte zwar nach einer guten halben Stunde für den Ausgleich, als er Ex-Kollege Noah Atubolu aus zwölf Metern überwand (34.). Zwei Minuten später rannte der Sport-Club aber wieder einem Rückstand hinterher: Burkardt durfte im Anschluss an einen Eckball eine Bogenlampe aus der Luft pflücken und aus drei Metern unbedrängt einschießen - ein äußerst vermeidbarer Gegentreffer.
Nach dem Wechsel kamen die Breisgauer schnell zum Ausgleich. Nach überlegter Flanke von Scherhant über den gesamten Abwehrblock drückte Yuito Suzuki den Ball am zweiten Pfosten mit viel Wucht in die Maschen (48.). Es sollte der letzte Treffer der Begegnung bleiben, obwohl sich beiden Team weitere Chancen boten.
Scherhant vor DFB-Debüt
Das Ergebnis ging am Ende aus Scherhants Sicht in Ordnung, auch wenn die Freiburger über das gesamte Spiel gesehen die besseren Gelegenheiten gehabt hatten. "Es ging hin und her. Beide Mannschaften hatten ihre Chancen. Wir wussten, dass es hier in Frankfurt kein einfaches Spiel wird. Wir haben versucht, uns darauf einzustellen. Auf die Zweikämpfe und das, was uns erwartet", sagte der 23-Jährige. "Es ist natürlich bitter, dass wir zweimal hintenliegen. Aber umso besser, dass wir dann zweimal zurückkommen. Ich denke, dass wir damit zufrieden sein können."
Mit nun neun Scorerpunkten aus sieben Pflichtspielen hat Scherhant einen perfekten Start in die Saison erwischt. Er gehört zum zweiten Teil des Kaders des DFB-Team, der die Nations-League-Spiele gegen Serbien (1. Oktober) und in Griechenland (4. Oktober) bestreiten wird. Scherhant, der beim Sport-Club Rekordtorschütze Vincenzo Grifo vorübergehend den Stammplatz abgeluchst hat, kann es kaum erwarten: "Ich freu' mich drauf." In der aktuellen Form dürfen sich aber auch die Anhänger der Nationalmannschaft auf Derry Scherhant freuen.