Bundesliga

"Igor, der Bestrafer": Zwischen Heiratsantrag, WM und Neustart mit dem SC Freiburg

Bei vielen Fans des SC Freiburg heißt er nur noch "Igor, der Bestrafer". Bei der WM 2026 sorgten seine Haarspitzen für Aufregung, mit Freiburg hat er ambitionierte Ziele.

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Von Autor/in Johann Schicklinski

Der Urlaub ist vorbei - nun wird geschwitzt. Seit Samstag befindet sich auch WM-Fahrer Igor Matanovic im Trainingslager des SC Freiburg in Schruns (Österreich). Noch bis zum 31. Juli bereiten sich die Breisgauer in Vorarlberg auf die anstehende Saison vor.

"Igor, der Bestrafer" ist zurück in Freiburg

In der kommenden Spielzeit will der kroatische Nationalspieler seinem Spitznamen wieder alle Ehre machen: "Igor, der Bestrafer". Wie hat er den Spitznamen aufgenommen? "Überragend. Ich fand es unfassbar lustig", sagt der Angreifer strahlend. "Ich finde es so kreativ, so cool." Den Erfindern des Spitznamens schenkte Matanovic ein Trikot, dazu kam es zu einem persönlichen Treffen. "Da haben wir uns kennengelernt. Es sind sehr entspannte Jungs, sehr lustige Jungs", so Matanovic, "Respekt an die Jungs für ihre Kreativität."

Nach der WM ist vor der Bundesliga

Neben dem Grundlagentraining für die neue Spielzeit geht es für Matanovic auch darum, die Erlebnisse mit der kroatischen Nationalmannschaft bei der WM 2026 zu verarbeiten. "Eine einmalige Erfahrung" - so beschreibt der 23-Jährige seine Zeit bei der WM in Kanada, Mexiko und den USA im Gespräch mit SWR Sport. "Ich habe es extrem genossen. Die besondere Erfahrung werde ich ein Leben lang mit mir tragen, sie wird mich ein Leben lang auch prägen."

Prägend war auch das Zustandekommen des Ausscheidens von Kroatien aus der WM 2026.. Beim K.o. im Sechzehntelfinale gegen Portugal (1:2) hatte der Stürmer eine Hauptrolle gespielt. Der vermeintliche Ausgleichstreffer von Josko Gvardiol in der 13. Minute der Nachspielzeit war nach langer Überprüfung aberkannt worden, weil Matanovic den Ball vorher mit den Haarspitzen verlängert hatte - und somit eine Abseitssituation entstand. Der Technik-Chip im Ball 'erkannte' die Berührung und verhinderte so den Ausgleichstreffer. "Die Richtung des Balles hat sich keinen Zentimeter geändert", beschreibt der Freiburger Stürmer die entscheidende Szene. "Wenn du so rausfliegst, obwohl du eigentlich nichts mit dieser Situation zu tun hattest, tut das natürlich sehr weh."

Im Verlauf der Saison 2025/2026 immer wichtiger geworden

Trotz dieser Enttäuschung nimmt Matanovic Selbsbewusstsein aus dem Welt-Turnier mit zum SC Freiburg - wo er seine Entwicklung aus der abgelaufenen Saison fortsetzen will. Gekommen war Matanovic im Sommer 2025 von Eintracht Frankfurt als große Sturm-Hoffnung, die aber noch reifen muss. Dementsprechend war er zunächst meist Joker, steigerte sich aber im Verlauf der Spielzeit und war in der Rückrunde unumstrittener Stamm- und Startelfspieler. 31 Bundesligaspiele mit elf Toren und zwei Assists, dazu 15 Partien in der Europa League (3/1) und vier Einsätze im DFB-Pokal (1/1) belegen die starke Entwicklung des 23-jährigen Mittelstürmers.

Igor Matanovic vom SC Freiburg bejubelt ein Tor
Igor Matanovic erzielte elf Tore in seiner ersten Bundesliga-Saison für den SC Freiburg IMAGO / Zoonar

Dass der SC Freiburg sich über die Bundesliga für die Conference League qualifizierte und in der Europa League das Finale gegen Aston Villa erreichte (0:3) - daran hatte Matanovic großen Anteil. In seinem persönlichen Ranking der Highlight-Momente liegen aber noch zwei Erlebnisse aus den vergangenen Monaten vor dem Europapokal-Finale. "Wenn ich eine Sache nicht auf der eins nennen würde, darf ich glaube ich nicht mehr nach Hause", sagt Matanovic lachend. "Auf der eins steht der Heiratsantrag. Das ist ein sehr schöner Schritt für mich gewesen. Meine Verlobte ermöglicht mir, dass ich das alles erleben darf: Dass ich vor der Kamera stehe, dass ich im Rampenlicht bin und auf dem Platz stehe. Sie supportet mich unfassbar im Hintergrund, da war es für mich selbstverständlich den Schritt zu gehen, das Ding fest zu machen", so Matanovic weiter. Zudem sei die WM ein Kindheitstraum gewesen und landete deshalb auf der zwei.

Igor Matanovic formuliert offensive Ziele mit dem SC Freiburg

Beim SC Freiburg gab man sich über viele Jahre sehr bescheiden, was die Ziele für die neue Spielzeit angeht. Es war lange auch noch vom Klassenerhalt als Ziel die Rede, obwohl man das DFB-Pokalfinale erreicht und mehrfach europäisch vertreten war. Welche Ziele steckt sich Igor Matanovic? "Bescheidenheit ist die wichtigste Tugend im Fußball. Aber man sollte nicht bescheiden sein in den Zielen", so der gebürtige Hamburger. Damit sei der SC Freiburg auch immer gut gefahren. Aber: "Wir haben ein super Team, ein super Trainer-Team. Für die Qualität, die wir haben, ist das Ziel 'nur' Klassenerhalt zu wenig. Für mich ist das klare Ziel, die vermeintlichen Favoriten, die verdient über uns standen in der vergangenen Saison, noch mehr zu ärgern", sagt Matanovic.

Wichtig zu sein, in der Startelf zu stehen und regelmäßig zu treffen - mit diesen Zielen war Matanovic von der Eintracht zum SC Freiburg gewechselt. Das hat der Angreifer alles erreicht. Nun will er die nächste Stufe zünden. Und vor allem die großen Gegner immer wieder ärgern - im besten Fall sogar 'bestrafen'.

Erstmals publiziert am
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Das Interview führte
Anna Klär
Autor/in
Johann Schicklinski