Fußball | Bundesliga

SC Freiburg hadert: "Das müssen wir uns heute vorwerfen"

Der SC Freiburg muss sich bei Borussia Mönchengladbach mit einem torlosen Remis zufriedengeben. Vor allem offensiv waren die Breisgauer zu harmlos. Doch es gab einen Lichtblick.

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Von Autor/in Michael Richmann

Über diese beiden Szenen wollte Julian Schuster nach dem 0:0 seines SC Freiburg bei Borussia Mönchengladbach dringend nochmal diskutieren: In der 52. Minute kam Jan-Niklas Beste bei einem Zweikampf mit Philipp Sander im Gladbacher Strafraum zu Fall und in der Nachpielzeit hat Gladbachs Jens Castrop im eigenen Strafraum Johann Manzambi ziemlich rüde umgerempelt. Das Ergebnis war beides Mal dasselbe: kein Pfiff von Daniel Schlager, kein Eingriff des VAR.

Der Freiburger Trainer war außer sich. Bis zum Interview mit SWR Sport hatte er sich jedoch wieder beruhigt: "Ich glaube, es waren beides sehr enge Momente. Aber es waren auch beides Momente, in denen ich der Meinung war, dass wir sie besser zu Ende spielen können. Das müssen wir uns heute vorwerfen." Dann wollte Julian Schuster sich jedoch auf die positiven Aspekte der Freiburger Leistung konzentrieren: "Wir haben super gemeinsam verteidigt und wenig zugelassen. Und wenn du das vorne liegen lässt, dann muss hinten wenigstens die Null stehen. Daher Kompliment an die Mannschaft, die das nach Donnerstag [beim 1:1 in Bologna] noch einmal bestätigt hat."

Freiburg kam erst nach der Pause in Schwung

SC-Kapitän Christian Günther bewertete die Situationen ähnlich: "Ich sehe die Szenen auch nur in der Schnelligkeit des Spiels. Da hätte ich auch gesagt: Wahrscheinlich eher ein Foul. Aber der Schiedsrichter hat anders entschieden. Daher brauchen wir uns da hinterher nicht groß aufregen." Statt seinen Frust beim Schiedsrichter abzuladen, nahm er lieber die Mitspieler ins Gebet: "Schade, denn in beiden Situationen wäre tatsächlich auch mehr möglich gewesen, weil wir voll aufs Tor zulaufen und wir in der Mitte sehr gut besetzt waren. Daher ist es natürlich umso bitterer, dass beide Szenen so unterbrochen wurden."

Nach der Einwechslung von Johann Manzambi strahlte der SC Freiburg bei Borussia Mönchengladbach sofort mehr Torgefahr aus.
Nach der Einwechslung von Johann Manzambi strahlte der SC Freiburg bei Borussia Mönchengladbach sofort mehr Torgefahr aus.

Nach der Pause kam der SC Freiburg etwas besser in Schwung. Das lag vor allem am eingewechselten Johan Manzambi. Der 19-Jährige aus der Schweiz war an fast allen gefährlichen Aktionen beteiligt und häufig nur durch Fouls zu stoppen. Er war der große Lichtblick in der etwas lahmen Freiburger Offensive. Doch auch ihm fehlte es im entscheidenden Moment an Präzision. Sein Schuss rauschte knapp über die Latte (66.), seine Flanke war ein Tick zu steil für Junior Adamu (76.). Auch Derry Scherhant traf mit seinem Freistoß nur die Latte. "Gegen Ende des Spiels hätten wir es einen Tick sauberer spielen müssen, dann hätten wir hier drei Punkte mitgenommen", ärgerte sich Günter. "So müssen wir mit dem Punkt leben."

SC Freiburg hat sich nach schwierigem Saisonstart stabilisiert

Mit der Abwehrleistung ist der 32-Jährige, wie sein Trainer, sehr zufrieden: "Wichtig war, dass auf jeden Fall die Null steht. Denn wir wussten, dass Gladbach hohe Intensität mitbringt." Für den SC Freiburg ein zentrales Element. Denn nach zwei Klatschen zum Auftakt - 1:3 gegen den FC Augsburg und 1:4 beim 1. FC Köln - als der Sport-Club laut Günter "auf die Fresse gekriegt" hat, haben sich die Breisgauer nach der ersten Länderspielpause Anfang September stabilisiert und seitdem kein Spiel mehr verloren.

Das freut auch den Trainer: "Uns ist Vieles klar geworden, was unser Spiel angeht. Daran haben wir uns zu orientieren und das tut die Mannschaft. So haben wir es geschafft, zwischen den beiden Länderspiel-Perioden ungeschlagen zu bleiben. Das gibt uns Selbstvertrauen." Dieses Selbstvertrauen wird der SC Freiburg nach der Länderspielpause auch brauchen. Denn am 19. Oktober (ab 15:30 Uhr live im Audiostream auf Sportschau.de) wartet mit Eintracht Frankfurt der Tabellen-Nachbar und große Konkurrent im Kampf um die Europapokal-Plätze.