Der SSV Ulm hat das Duell der Abstiegskandidaten gegen Alemannia Aachen mit 1:3 (0:1) verloren. Gindorf brachte die Gäste auf die Siegerstraße (22.), in der zweiten Hälfte bauten Loune (58.) und Ademi (75.) die Führung aus. Ulms Anschlusstreffer durch Löder (83.) kam zu spät, und so bleibt der SSV im Tabellenkeller der dritten Liga stecken.
Muntere Anfangsphase mit Chancen auf beiden Seiten
Ulm-Coach Pavel Dotchev tauschte im Vergleich zu 1:2-Niederlage in Mannheim nur auf einer Position: Linksverteidiger Niklas Kölle rückte für Lukas Mazagg in die Startelf. Das Hinspiel in Aachen hatten die Spatzen mit 3:1 gewonnen, und mit diesem Wissen im Hinterkopf legten die Hausherren mutig los: Stürmer Abu-Bekir El-Zein nahm den Ball im Anschluss an eine Ecke aus spitzem Winkel volley, doch sein Schuss rauschte knapp über die Latte (4.). Kurz darauf meldeten sich auch die Gäste in der Offensive an. Joel da Silva Kiala zog von der rechten Seite mit Tempo nach innen, sein Abschluss touchierte allerdings nur das Außennetz.
Es entwickelte sich ein munteres Spiel im Donaustadion, in dem die Gastgeber in der 11. Minute erneut an der Führung schnupperten: SSV-Kapitän Dennis Dressel drehte 25 Meter vor dem Aachener Tor stark auf und schloss wuchtig ab, doch der Ball ging knapp am linken Pfosten vorbei.
Gindorf schlenzt Aachen in Führung
Danach verflachte das Geschehen auf dem Rasen ein wenig. Erst Mitte des ersten Durchgangs wurde es wieder gefährlich im Aachener Strafraum, doch nach einer Flanke verpassten sowohl Marcel Seegert als auch Mirnes Pepic die Kugel. Auf der Gegenseite nahm sich Aachens Topscorer Lars Gindorf ein Herz und verfehlte das Tor um einen Meter - nur um es wenige Sekunden später besser zu machen: Der 24-jährige zeigte seine ganze technische Finesse, behauptete den Ball erst stark gegen drei Ulmer und schlenzte ihn dann aus sechzehn Metern in den Winkel - nicht zu halten für Ulms Keeper Max Schmitt. Für Gindorf war es bereits sein 16. Saisontor.
Ulm war in der Folge um eine Antwort bemüht, aber aus dem Spiel heraus agierten die Hausherren zu ideenlos. Aachen dagegen bestätigte seine aufsteigende Form mit zuletzt drei ungeschlagenen Spielen am Stück und übernahm zunehmend die Kontrolle über die Partie. Zehn Minuten vor der Halbzeit hätte Gindorf beinahe seinen Doppelpack geschnürt, doch der Offensivmann zielte binnen kurzer Zeit zwei Mal zu ungenau. Auch die Abschlüsse von Mika Schroers und Pierre Nadjombe landeten neben dem Kasten der Ulmer, die nach gutem Beginn immer harmloser wurden und froh sein konnten, dass es nur mit dem 0:1-Rückstand in die Kabinen ging.
Kaum Ulmer Offensivaktionen - Ademi entscheidet die Partie
SSV-Trainer Dotchev reagierte und brachte für die zweiten 45 Minuten Stürmer Lucas Röser für Kapitän Dennis Dressel, der angeschlagen in der Kabine blieb. Auf dem Platz änderte sich aber zunächst wenig. Immerhin kamen die Spatzen durch Leon Dajaku mal wieder zu einem Torabschluss, der allerdings zu unpräzise geriet. Aachen arbeitete derweil weiter am 2:0. Ein paar Konter spielten die Gäste allerdings zu unsauber aus oder scheiterten daran, dass ein Ulmer noch seine Beine dazwischen bekam.
Nach einer Stunde war es dann aber passiert: Der bärenstarke Gindorf behauptete sich im Ulmer Strafraum, über Schroers landete der Ball bei Mehdi Loune, der den Ball überlegt an seinem Gegenspieler vorbei ins lange Eck schob (58.). Wieder war Schmitt mit den Fingerspitzen am Ball. Doch abermals war der Torwart der Spatzen machtlos. Bei der Dotchev-Elf schien der Glaube an ein Comeback zu schwinden, während Aachen weiter aufs nächste Tor drängte - und sich für seinen Offensivdrang belohnte: Nach einem Freistoß von Gianluca Gaudino schraubte sich Faton Ademi im Strafraum hoch und köpfte die Kugel überlegt ins lange Eck (75.).
Ulms 1:3 kommt zu spät
Es roch nach Entscheidung im Donaustadion, doch in der 83. Minute schöpfte der SSV noch einmal Hoffnung: Nach einer Ecke stand der eingewechselte Elias Löder am zweiten Pfosten völlig frei und nahm den Ball direkt - nur noch 1:3. Ulm warf noch einmal alles nach vorne, doch der Treffer kam zu spät. Aachen feierte einen hochverdienten Auswärtssieg und ist nun seit vier Spielen ungeschlagen.
Ulm dagegen blieb über die gesamte Spieldauer zu harmlos, kassierte bereits die 16. Niederlage in dieser Saison und verpasste es, sich vorerst in der Abstiegszone etwas Luft zu verschaffen. In der Tabelle bleiben die Spatzen auf dem 18. Platz. Bereits am kommenden Samstag (21. Februar) haben die Ulmer jedoch die Chance, es gegen den nächsten direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt besser zu machen: Um 16:30 Uhr empfängt der SSV den 1. FC Saarbrücken.