Sportmomente 2025

Der VfB Stuttgart wird Pokalsieger und Nick Woltemade tröstet die Gegner

Der VfB Stuttgart holt sich gegen Bielefeld den DFB-Pokal und macht eine durchwachsene Saison doch noch zu einer historischen. Aber einer dachte dabei erstmal an die Gegner, wie sich Désirée Krause erinnert.

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Von Autor/in Désirée Krause

Das DFB-Pokalfinale. Ein Tag voll mit Emotionen und mit so vielen schönen Momenten. Auch für mich als Reporterin ist dieses Spiel, das größte im deutschen Fußball, etwas ganz Besonderes. Die Euphorie der unzähligen Fans, die friedliche Party in der Stadt, die Wahnsinns-Choreographien auf den Tribünen, die Gänsehaut bei der Nationalhymne, die Freudentränen der VfB-Anhänger, der Stolz bei Arminia Bielefeld, die lustigen Gespräche in der Straßenbahn. Ich könnte immer und immer weiter aufzählen. Aber es gab auch diesen einen Moment, der irgendwie anders und besonders war. Weil er nicht vorhersehbar war. Und der genau deshalb mein Sportmoment des Jahres ist. Und für den sorgte Nick Woltemade.

Woltemade Höhepunkt seiner Karriere

Der erst 23-jährige VfB-Stürmer war beim Pokalsieg wohl auf dem bisherigen Höhepunkt seiner Karriere. Zwei Tage zuvor nominierte ihn Bundestrainer Julian Nagelsmann erstmals für die A-Nationalmannschaft. Woltemade machte im Finale das 1:0 und leitete damit den ungefährdeten Sieg und die lange Party der Stuttgarter ein. Er holte den ersten großen Titel seiner Karriere.

Auch wenn ich mir vorstellen kann, dass da noch der ein oder andere dazukommt: Den ersten vergisst du nie. Und das mit 23. Ich kann mir nur vorstellen, wie viele Glückshormone nach Abpfiff durch seinen Körper geflossen sein mussten. Aber während alle seine Mannschaftskollegen sich euphorisch in den Armen lagen und gemeinsam zu ihren Fans sprinteten, war Nick Woltemade wo anders: Bei den Gegnern von Arminia Bielefeld.

Erst Respekt und Trost, dann Party

Direkt nach Abpfiff ging Woltemade zu den Bielefelder Spielern, klatschte mit ihnen ab, nahm sie in Arm, tröstete und gratulierte. Bielefeld war wenige Tage vorher wieder in die zweite Liga aufgestiegen und hatte mit der Pokalsaison auch ohne Titel eine Sensation geschafft. Und das würdigte der VfB-Stürmer:

"Da wollte ich einfach nochmal gratulieren. Ich finde, das gehört sich so. Und ich habe noch genug Zeit, mit den Fans, meiner Familie und meiner Mannschaft zu feiern. Aber ich wollte jedem einzelnen nochmal gratulieren"

So viel Mitgefühl und Größe im bedeutendsten Moment der eigenen Karriere, das finde ich nicht selbstverständlich. Aber genau das macht Sport für mich aus. Und danach ging es auch für Woltemade zu seinen Mitspielern und den Fans und es wurde eine lange Partynacht.

Fair-Play-Medaille für Nick Woltemade

Der Deutsche Fußball-Bund zeichnete Woltemade später mit der Fair-Play-Medaille aus - für ein "Zeichen echten Sportsgeists". Und genau das war es für mich auch. Schon an diesem Abend und heute rückblickend immernoch. An einem Abend voller unglaublicher Momente war Nick Woltemade mit seiner Empathie mein Sportmoment 2025.

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