Der SSV Ulm 1846 Fußball verlor sein Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II mit 1:3 und bleibt in der 3. Liga auf einem Abstiegsplatz. André Becker hatte die Gastgeber zunächst in Führung geschossen (19. Minute), ehe die Stuttgarter die Partie drehten. Noah Darvich schoss noch vor der Pause zunächst den Ausgleich (29.), ehe Mansour Ouro-Tagba nach schweren Ulmer Abwehrfehlern den VfB II zum Sieg schoss (46. und 54. Minute).
Spatzen-Trainer Moritz Glasbrenner hatte sein Team gegenüber dem 0:5 in Verl auf vier Positionen verändert. Für David (Kreuzbandriss), Kölle, Westermeier und Scholze standen Görlich, Boller, Meier und Becker in der Startelf. Gleich sechs Mal rotierte VfB-Coach Nico Willig: Hellstern hütete den Kasten für Draband. Köhler, Sessa, Meyer, Catovic und Korkut spielten für Glück, Majchrzak, Herwert, Penna und Olivier von Beginn an.
Große Kulisse beim Württemberg-Duell
Die Ränge im Donaustadion waren mit 15.000 Fans im "kleinen" Württemberg-Derby prall gefüllt, die Stimmung zu Spielbeginn bestens. Nach drei Niederlagen in Serie und dem Absturz auf einen Abstiegsplatz versuchten die Ulmer die Partie schnell zu kontrollieren. Die erste gute Aktion der Gastgeber folgte nach drei Minuten: Der schnelle Leon Dajaku, früher im VfB-Trikot, entschied das Laufduell im Konter gegen Kapitän Sessa für sich. Seine Hereingabe aber wurde von der Stuttgarter Abwehr noch zur Ecke geklärt.
Stuttgart zeigte sich nach 15 Minuten erstmals gefährlich, als Nico Sessa nach einem perfekten Vertikalpass von Efe Korkut frei vor Ulms Keeper Christian Ortag noch die Fußspitze dran hatte, der Ball aber Zentimeter am rechten Pfosten vorbeikullerte.
SSV-Führung durch Becker nach 19 Minuten
Der VfB-Talentschuppen war in dieser Phase das bessere Team mit den feineren Angriffsaktionen. Die Führung aber gelang dann doch den Ulmern. Chessa und Görlich kombinierten sich über die rechte Seite durch, und die flache Hereingabe drückte André Becker zum 1:0 über die Linie (19. Minute). Das dritte Saisontor für den großgewachsenen Mittelstürmer, der vor der Saison vom SV Waldhof an die Donau gewechselt war. Und es folgten gleich die nächsten sehenswerten Angriffe der Gastgeber: Chessa scheiterte mit seinem Schuss an Hellstern, Dressel köpfte knapp übers Tor.
Darvich mit dem 1:1 für den VfB Stuttgart II
Der Stuttgarter Ausgleich war dann aber verdient. Sessa chipte zunächst noch einen Freistoß knapp über die Latte (25.), ehe Noah Darvich vier Minuten später das 1:1 gelang. Das Stuttgarter Top-Talent, der gebürtige Freiburger, war im Sommer aus Barcelona gekommen, staubte nach einer gelungenen Kombination über Sessa und Ouro-Tagba ab und traf flach ins Ulmer Tor. Auch für den 19-jährigen Darvich war es der dritte Drittliga-Treffer.
Bis zur Pause spielten die Stuttgarter weiter gefälliger, drückten auch mit einem Freistoß von Yannik Keitel (45.+1) auf den Führungstreffer. Die Ulmer verteidigten aber das 1:1 in einer sehenswerten weil flotten Partie zur Pause mit viel Kampf und Einsatz.
Doppelter Patzer der Ulmer nach der Pause
Kurz nach dem Wiederanpfiff zwei ganz bittere Nackenschläge für den SSV. Kapitän Dressel wollte den Ball zu seinem Keeper Christian Ortag zurückspielen, übersah dabei aber Stuttgarts Mansour Ouro-Tagba. Der VfB-Angreifer umkurvte Ulms Keeper und schoss zum 2:1-Führungstreffer für die Gäste ein (46. Minute). Der wuchtige 20-Jährige war erst im August vom 1. FC Köln zu den Schwaben gekommen.
Ouro-Tagba schnürt den Doppelpack
Und die Ulmer patzten kurz danach gleich nochmal. Unfassbar der leichte Ballverlust von Jan Boller im eigenen Sechzehner, nachdem der Angriff von Ouro-Tagba bereits geklärt schien. Der Stuttgarter schnappte sich erneut den Ball und schoss den VfB nach 54 Minuten mit 3:1 in Führung. Es war bereits das vierte Saisontor für "Matchwinner" Mansour Ouro-Tagba. Zwei unerklärliche Gastgeschenke der Ulmer Verteidigung.
Verdienter 3:1-Sieg für den VfB II
Der VfB Stuttgart ließ mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken weiter geschickt den Ball laufen und hatte weitere Chancen, um die Führung im Donaustadion auszubauen. Ulm zeigte sich nach den schweren Abwehrfehlern konsterniert, frustriert und letztlich in der zweiten Hälfte mit einem ganz schwachen Auftritt ohne Chance gegen die hochbegabten Gäste. Am Ende ein hochverdienter 3:1-Auswärtssieg für die Drittliga-Mannschaft der Stuttgarter, die sich im vorderen Tabellendrittel eingruppieren. Der Zweitliga-Absteiger SSV 1846 dagegen geht als Vorletzter und mit vier Niederlagen in Serie schweren Zeiten entgegen. Die Angst vor dem erneuten Abstieg geht um.