Fußball | Bundesliga

"Mit uns ist auf jeden Fall zu rechnen" - VfB mit breiter Brust zurück

Der VfB Stuttgart meldet sich nach dem 0:5-Fiasko gegen den FC Bayern mit einem souveränen 4:0 in Bremen zurück - und wieder oben an.

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Breit grinsend klatschte Jamie Leweling mit seinen Mitspielern ab, der Kunstschütze des VfB Stuttgart genoss den verdienten Auswärtssieg und die verdiente Auszeichnung zum "Man of the Match" in Bremen in vollen Zügen: "Ich bin froh mal wieder ein Tor zu schießen und dann auch noch zwei vorzulegen. Das freut mich." Vor allem sein Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 aus 32 Metern sorgte für Staunen auf den Rängen.

"Seit ein paar Wochen übe ich den, wirklich", erklärte Leweling am ARD-Mikrofon. "Gestern hab ich nach dem Training noch 20 bis 30 Stück davon geübt. Dass das dann heute so klappt, das freut mich natürlich. Der kann aber natürlich auch übers Stadion gehen." Nicht zuletzt dank Leweling gelang die schwäbische Frustbewältigung im kühlen Norden. Nach drei sieglosen Spielen in Folge meldete sich der Pokalsieger in der Spitzengruppe der Bundesliga zurück und schoss sich eine Woche nach der 0:5-Packung gegen Meister Bayern München wieder ins Rennen um die Champions-League-Plätze. "Mit uns ist auf jeden Fall zu rechnen", kommentierte Leweling nach der Partie grinsend.

El Khannouss bringt VfB in Führung

Nach ruckeligem Beginn brachte Bilal El Khannouss den VfB in Führung (40.), Leweling legte mit seinem Gewaltschuss aus der Distanz noch vor der Pause nach (44.). In der zweiten Hälfte erhöhten Topstürmer Deniz Undav (79.) und der eingewechselte Chris Führich (90.+7). Werders Karim Coulibaly sah zuvor die Gelb-Rote Karte (58.) - eine Entscheidung, die Sportchef Clemens Fritz überhaupt nicht verstehen wollte: "Die zweite Gelbe ist vertretbar, die erste sehr fragwürdig."

Die Bremer schlitterten eine Woche nach der Pleite im Nordderby gegen den Hamburger SV (2:3) tiefer in ihre Ergebniskrise - seit vier Spielen wartet Werder bereits auf einen Sieg in der Liga und muss sich nach unten orientieren. Auch beim VfB hatte es in der Liga zuletzt ordentlich geknirscht. Das 0:5 gegen den FCB hatten die Schwaben zwar bereits beim 4:1 gegen Tel Aviv in der Europa League erfolgreich verarbeitet, trotzdem ging offensiv anfangs nicht viel zusammen. Lediglich Undav, die Stuttgarter Lebensversicherung der vergangenen Wochen, sorgte für Gefahr. Seinem Treffer wurde wegen Abseits aber die Anerkennung verwehrt (23.). Das 113. Bundesligaduell zwischen den beiden Traditionsvereinen blieb ein umkämpftes.

Leweling trifft aus 32 Metern

Als es an der Weser schon stark nach Pausen-Remis roch, schlug der leichte Favorit doppelt zu. Erst sorgte El Khannouss mit seinem gekonnten Kopfball für das 1:0 des VfB, der in den vergangenen sechs Ligaspielen (!) jeweils mit 0:1 in Rückstand geraten war. Dann fasste sich Leweling aus der zweiten Reihe ein Herz - bei seinem Flatterball aus 32 Metern sah Bremens Keeper Mio Backhaus nicht gut aus. Werder drohte wegen dieses Tiefschlafs kurz vor der Pause nun auf eine ungemütliche Weihnachtszeit zuzusteuern.

Nach dem Seitenwechsel mühte sich die Steffen-Elf, im letzten Heimspiel des Jahres noch etwas mitzunehmen, doch durch Coulibalys Platzverweis nach einem Foulspiel wurde es noch komplizierter. Der Innenverteidiger war in der ersten Hälfte wegen einer Unsportlichkeit verwarnt worden. In Überzahl schossen die Stuttgarter Backhaus im Werder-Tor endgültig warm; bei Undavs trockenem Abschluss ins linke obere Eck war er machtlos.

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Pirmin Styrnol

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