Fußball | 2. Bundesliga

Torsten Lieberknecht: "Ziehe viel Energie aus Gesprächen mit Fans"

FCK-Coach Torsten Lieberknecht hofft langfristig darauf, die Roten Teufel zurück in die Bundesliga führen zu können. Das sagte der Cheftrainer am Sonntag (10.08.25) bei SWR Sport.

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Von Autor/in Pirmin Styrnol

Den knappen 1:0-Sieg seiner Lauterer gegen den FC Schalke 04 hat FCK-Trainer Torsten Lieberknecht mittlerweile verkraftet. Auch wenn es nach dem packenden Kampf am vergangenen Samstag eine ganze Weile gedauert habe, um "runterzukommen", wie er bei SWR Sport am Sonntagabend zugibt: "Ich habe mir die Roland-Kaiser-Mania im Fernsehen angeschaut, weil ich nicht einschlafen konnte. Ich war hin und weg", sagt er grinsend.

Irgendwann habe es mit dem Einschlafen dann aber doch geklappt. Der 52-Jährige wirkt gelöst und gut gelaunt. Nach dem ersten Sieg im zweiten Spiel der noch jungen Saison scheint der größte Druck zumindest für kurze Zeit abgefallen zu sein. Die Sorge vor einem völligen Fehlstart besteht nicht mehr.

"FCK-DNA über die gesamte Spielzeit gezeigt"

"Es war für uns das erwartet stressige Spiel, aber darauf haben wir uns gut eingestellt", fasst Lieberknecht die Partie zusammen. "Das Entscheidende war, dass wir die FCK-DNA über die gesamte Spielzeit gezeigt haben. Vor allen Dingen die defensive Bereitschaft der Spieler - das war eine Top-Einstellung von den Jungs", so Lieberknecht.

Auch offensiv sieht er sein Team auf dem richtigen Weg - wenn auch noch ordentlich Luft nach oben bestehe. Etwas mehr Mut im Umschaltspiel würde seiner Mannschaft zwar guttun, gibt er zu. Doch insgesamt sei er mit der Entwicklung sehr zufrieden.

Torsten Lieberknecht: "Die Fans sind immer da"

Zufrieden zeigt sich Lieberknecht auch und vor allem mit den Anhängern des 1. FC Kaiserslautern. "Ich ziehe viel Energie aus Gesprächen mit den Fans", sagt er. "Sie sind es, die auf dem 'Betze' die Choreo machen, die die Spieler verabschieden, die bei Wind und Wetter und bei Niederlagen immer da sind", weiß Lieberknecht zu schätzen.

Als Spieler oder Trainer sei man hingegen häufig nur Gast bei einem Verein. Daher sei es ihm wichtig, sich nicht von der Basis abzunabeln: "Die nehmen so viel auf sich, da gehört es dazu, dass man Nähe zulässt." Und dass man manchmal auch schwierige Diskussionen aushalte - so lange sie sich in gewissen Rahmen bewegen würden, findet Lieberknecht.

Auch wenn der Fußball längst ein hochprofessionelles Business sei, Lieberknecht möchte sich "diese Romantik nicht nehmen lassen." Vielleicht habe es deshalb bislang ausschließlich Angebote für Trainerstationen bei Traditionsvereinen gegeben, fragt sich der Übungsleiter lachend.

Mit Eintracht Braunschweig, MSV Duisburg, SV Darmstadt 98 und dem 1. FC Kaiserslautern stehen tatsächlich nur Fußball-Urgesteine im Lebenslauf von Torsten Lieberknecht. Und dennoch, der FCK, für den er auch als Spieler einst die Schuhe geschnürt hatte, bleibe etwas ganz Besonderes für ihn.

Langzeitziel: Aufstieg in die Bundesliga

"Als ich zum ersten Mal ins FCK-Museum gegangen bin, da war das für mich etwas Bewegendes", erinnert er sich. Seine Ziele mit der neuen, alten Liebe sind dabei durchaus hoch gesteckt: "Für mich wäre es ein Lebenstraum, den FCK in die 1. Liga zurückzuführen."

"Ich weiß, wie schwer das ist und wie viele Leute etwas dafür tun müssen. Nicht nur die Spieler, der ganze Club."

Auch beim Blick auf die kommenen Wochen freut sich Lieberknecht auf einen besonderen Leckerbissen: Die Steak-Brötchen in Babelsberg, wo der FCK am kommenden Sonntag (17.08.2025) in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den Oberligisten RSV Eintracht 1949 aus Stahnsdorf treffen wird. "Die Steak-Brötchen dort sind eine Sensation", empfiehlt er allen mitreisenden Fans.

"Fußballromantiker" Lieberknecht freut sich auf den DFB-Pokal

Auch ansonsten sei das Spiel gegen den Fünftligisten mal wieder eine Partie ganz nach dem Geschmack des Fußballlehrers: "Da haben wir sie wieder, die Fußballromantik", lächelt er, bevor er wieder ernst wird: "Da ist Fakt: Wir müssen eine Runde weiterkommen", blickt er voraus. Alles andere sei fehl am Platz.

Trotzdem sei es wichtig, mit Respekt an die Sache heranzugehen. Und diesen Respekt erweise man am Besten mit Leistung, findet Torsten Lieberknecht. Und die Steak-Brötchen in Kaiserslautern seien sowieso noch etwas besser als in Babelsberg, grinst er wieder verschmitzt.