Der FCK wollte besser abschneiden als Platz sieben, am Ende wurde es Platz sechs. Geschäftsführer Sport Thomas Hengen zeigt sich im Podcast zufrieden, aber längst nicht satt. "Wir haben uns definitiv stabilisiert. Wir haben ein gutes Fundament", sagt Hengen mit Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre. Nach Platz neun, Platz 13 und Platz sieben, sei Platz sechs der nächste Schritt gewesen. Auch der Altersdurchschnitt sei gesunken, dazu hätten deutlich mehr junge Spieler Einsatzzeiten bekommen.
Trotzdem kann Hengen nachvollziehen, dass viele Fans mehr erwartet haben: "Natürlich. Tausend Prozent, das wollen wir alle."
Analyse der FCK-Saison: Umschaltspiel gut, Standards schlecht
In der Analyse mit dem Trainerteam um Torsten Lieberknecht und Sportdirektor Marcel Klos, sei der FCK laut Hengen "wirklich in der Tiefe" gewesen. Vieles sei gut gewesen, manches nicht gut – und einige Dinge schlecht. Hengen betont vor allem die Standards. Die offensive Standardausbeute sei "viel zu dünn" gewesen.
Auch spielerisch sieht Hengen noch Luft nach oben. Der FCK sei im Umschaltspiel stark gewesen und habe häufig hoch gepresst. Künftig brauche die Mannschaft aber mehr Ballbesitz und bessere Lösungen, wenn Gegner den Lauterern den Ball überlassen. Gerade auf dem Betzenberg müsse das in der neuen Saison öfter passieren.
FCK hat deutlich zu viele Gegentore kassiert
Dazu kommt die Baustelle in der Defensive. "Eine Saison mit so vielen Gegentoren, die möchte ich nicht nochmal haben." Der FCK müsse weniger Gegentore bekommen, besser in der Box verteidigen und weniger Flanken zulassen. Auch deshalb soll das Trainerteam breiter aufgestellt werden, meint Hengen.
Transfers: Vorne und hinten will der FCK nachlegen
Im Mittelfeld sieht Hengen den FCK gut aufgestellt – unter anderem mit Marlon Ritter und Naatan Skyttä. Bei der Kaderplanung nennt Hengen zwei zentrale Bereiche: "Ich glaube, unsere Baustellen sind vorne und hinten". Für die Innenverteidigung kehren, Stand jetzt, Jan Elvedi (Fürth) und Jannis Heuer (Münster) von ihren Leihen zurück. Bei Jan Elvedi ist laut Hengen "alles offen". Der FCK habe ihn im Winter eigentlich gar nicht abgeben wollen, der Spieler habe aber regelmäßig spielen wollen. Die Situation müsse nun neu bewertet werden.
Keine Rückkehr von Dominique Heintz zum FCK
In den vergangenen Jahren und auch zuletzt war immer wieder über eine Rückkehr von Ex-FCK-Spieler Dominique Heintz als Verstärkung für die Lauterer Abwehr spekuliert worden. Der Vertrag des Verteidigers bei Bundesligist Köln ist ausgelaufen. Doch im Podcast macht Thomas Hengen klar, dass es zu einer Rückkehr des gebürtig aus Neustadt stammenden Heintz nicht kommen wird. Als Grund nennt der Geschäftsführer unter anderem das Ziel, den Altersdurchschnitt der Mannschaft weiter zu senken.
Wann feiert Ivan Prtajin sein Comeback beim FCK?
Im Angriff muss der FCK unter anderem die Reha-Situation von Ivan Prtajin (Achillessehnenriss) berücksichtigen. Hengen plant vorsichtig und spricht davon, ihn erst einmal für die Rückrunde einzuplanen. Gleichzeitig stellt sich für die Verantwortlichen die Frage, welcher Stürmertyp noch gebraucht wird: Allrounder, Zielspieler oder Tiefgänger. Hengen ist sich sicher, dass die Fans am liebsten alle drei hätten. Doch der FCK müsse aufs Budget achten.
Dickson Abiama wohl ohne Zukunft in Kaiserslautern
Obwohl er bei seiner Leihe nach Essen mit Toren überzeugen konnte, wird Dickson Abiama wohl auch in Zukunft keine Rolle beim FCK spielen. Abiama habe in Kaiserslautern nicht viel Spielzeit gehabt, außerdem wolle sich der FCK im Sommer auf der einen oder anderen Position verbessern. "Demzufolge wird die Perspektive da vielleicht auch nicht ganz so rosig", sagt Hengen. Rot-Weiß Essen hat nach wie vor Interesse, den Spieler vom FCK fest zu verpflichten. Die Gespräche laufen.
Offensivmann Norman Bassette, der von Coventry City ausgeliehen ist, würde der FCK gerne verpflichten. Für ihn haben die Roten Teufel auch eine Kaufoption. Hengen bezeichnet sie allerdings als "nicht bezahlbar". Ganz vom Tisch sei das Thema aber noch nicht.
Kaum Perspektive beim FCK für die meisten Leih-Rückkehrer
Bei den restlichen Leihspielern, die der FCK verliehen hat, ist die Tendenz klar. Thomas Hengen betont, man sei mit Beratern und Management im Austausch, weil es "schon sinnvoll wäre, eine Veränderung heranzuführen." Das betrifft Spieler wie Frank Ronstadt (Viktoria Köln), Jannis Heuer (Münster), Faride Alidou (Braunschweig) oder Jannik Mause (Essen).
Bis der endgültige FCK-Kader für die neue Saison steht, dürfte es - auch bedingt durch die Fußball-WM in diesem Sommer - noch einige Zeit dauern. Auch wenn Sportdirektor Marcel Klos vor Kurzem im "Nur der FCK"-Livepodcast das Ziel formuliert hat, den Großteil des Kaders möglichst schnell beisammen haben zu wollen.
Thomas Hengen will mit dem FCK weiter nach oben
Wohin die Reise für den FCK kommende Saison geht, steht und fällt mit der Qualität der Spieler, die Sportdirektor Klos und sein Boss Thomas Hengen zum FCK lotsen können. Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass der FCK in der neuen Spielzeit weiter oben angreifen will. Ein offizielles Aufstiegsversprechen gibt Hengen im Podcast zwar nicht ab, aber er macht deutlich, "dass wir uns die Latte hoch legen und besser werden wollen, als letztes Jahr!"
Warum Thomas Hengen den FCK nicht mit Elversberg vergleichen will und was er zu andauernden Diskussion um Trainer Torsten Lieberknecht sagt - jetzt in der neuen Folge des SWR Sport Podcasts "Nur der FCK":
Fußball | Podcast Nur der FCK
Nur der FCK - der SWR Sport Podcast über den 1. FC Kaiserslautern. Alle zwei Wochen reden wir über alles rund um den FCK - mit Spielern und Fans.