Der Massentourismus auf Griechenlands größter Insel ist "Sparfuchs" Andreas Schicker ein Dorn im Auge. "Es wird noch reichlich Urlaubsbetrieb geben auf Kreta. Das haben wir an den Hotelkosten gesehen", sagte der Geschäftsführer der TSG Hoffenheim mit einem leicht knausrigen Blick auf den Start in die Europa League: "Da wäre es im Oktober oder November besser gewesen. Aber wenn wir gewinnen, ist alles gut."
TSG-Trainer Christian Ilzer sah das auf der Pressekonferenz vor dem Spiel etwas anders: "Wenn man hier rein fliegt und die schönen Clubs sieht, hat diese Insel durchaus Potential für ein schönes Urlaubsziel." Aber: "Für uns bedeutet es, dass es der erste Arbeitsplatz in Europa ist. Das heißt, dass wir hier hergekommen sind, nicht um Europa League zu erleben, sondern um erfolgreich Europa League zu spielen."
Einen Sieg im Freizeitmodus in der Insel-Hauptstadt Heraklion dürfte es für den Fußball-Bundesligisten am Donnerstag (18.45 Uhr, live im Audiostream auf SWR.de/Sport) beim Auftakt in die Ligaphase in der Tat nicht geben. Schließlich ist OFI Kreta amtierender griechischer Pokalsieger und nach vier Spieltagen Tabellendritter.
Oliver Baumann setzt auf "das eigene Spiel"
Ähnlich sieht es der Kapitän. "Es geht darum, nicht den Urlaubsort zu sehen, sondern den Arbeitsplatz", sagte Torwart Oliver Baumann vor der Partie im Stadion Pankritio: "Wenn du den Gegner nicht so gut kennst, geht es immer darum, dass du dein eigenes Spiel auf den Platz bringst."
Pressekonferenz der Hoffenheimer von Pannen begleitet
Wenn die Partie auf der griechischen Insel am Donnerstagabend läuft, liegt hinter den Hoffenheimer schon eine Reise, in der nicht alles so lief, wie geplant. Zunächst kamen die Kraichgauer in Karlsruhe zu spät los, weshalb der Verein bereits am Nachmittag eine Verschiebung der Pressekonferenz um bis zu einer Stunde ankündigte.
Als die Medienrunde mit Trainer Christian Ilzer und Profi Wouter Burger mit etwa 70 Minuten Verzögerung begonnen hatte, kamen die nächsten Probleme dazu: Weder waren die beiden Protagonisten bei der Übertragung der Pressekonferenz zu sehen - noch waren sie zu verstehen. Später am Abend stellte der Club die Pressekonferenz zur Verfügung, dann auch mit funktionierendem Ton. Immerhin: Personell kann der Österreicher Ilzer nach Angaben des Clubs auf alle nach Griechenland mitgenommenen Spieler bauen.
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Hoffenheim erwartet nahmhafte EL-Gegner
Zuletzt war die TSG in der Saison 2024/25 in der Europa League dabei. Fast hätte es sogar für die zweite Teilnahme an der Champions League nach 2018/19 unter Coach Julian Nagelsmann gereicht, doch die Hoffenheimer verspielten die Königsklasse am Ende der zurückliegenden Bundesliga-Spielzeit. Der verpassten Chance möchte Schicker aber nicht nachtrauern - vor allem, weil namhafte Gegner wie Besiktas Istanbul, Olympique Lyon, Crystal Palace, RSC Anderlecht sowie Schickers und Ilzers Ex-Klub Sturm Graz warten: "Für uns ist der Wettbewerb eine schöne Belohnung. Es wird eine sehr spannende Ligaphase werden."